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START-UP: Sie bezahlen offene Rechnungen

Das Jungunternehmen Advanon hat sich weitere Millionen für die Expansion gesichert. Auch aus Zug fliesst Geld in das Fintech-Unternehmen.
Maurizio Minetti
Die drei Advanon-Gründer (v. l.): Phil Lojacono, Stijn Pieper und Philip Kornmann. (Bild: PD)

Die drei Advanon-Gründer (v. l.): Phil Lojacono, Stijn Pieper und Philip Kornmann. (Bild: PD)

Das Geschäftsmodell von Advanon ist so einfach wie bestechend: Die Zürcher Firma ermöglicht KMU, ihre offenen Rechnungen schnell zu begleichen. Advanon sorgt dafür, dass vom starken Franken und Kostensteigerungen geplagte Betriebe Zahlungsfristen überbrücken können, um so liquide Mittel für Investitionen freizuschaufeln. KMU können ihre Rechnungen auf einer Onlineplattform von Investoren vorfinanzieren lassen und erhalten innerhalb von 24 Stunden Liquidität. Bis eine Rechnung vorfinanziert ist, dauert es im Schnitt vier Minuten.

Auch für Investoren soll sich dies auszahlen, da sie Zugang zu einer neuen Anlageklasse erhalten. Sie erhalten einen Zins, während KMU eine Gebühr für die vorfinanzierte Rechnung bezahlen. 350 Kunden zählt das Unternehmen aktuell.

CEO studierte in Luzern

Advanon ist eines jener Unternehmen, die im sogenannten Fintech-Bereich zu Hause sind. Der Ausdruck bezeichnet Technologien, welche die Finanzindustrie umkrempeln könnten. «Etwa die Hälfte der 18 Angestellten sind Programmierer», sagt Advanon-CEO Phil Lojacono. Der Aargauer mit Heimatort Luzern hat die Firma erst im August 2015 mit dem Niederländer Stijn Pieper und dem Schweden Philip Kornmann gegründet. Die drei hatten sich bei ihrem Praktikum bei Google in Dublin kennen gelernt. Von 2010 bis 2015 hat Lojacono an der Hochschule Luzern Betriebswirtschaft studiert.

Obwohl die Firma erst seit kurzem auf dem Markt ist, hat sie bereits die Gunst diverser Investoren gewonnen – sowie eine Reihe von Start-up-Preisen. Unter anderem hat Advanon letztes Jahr die Start-up Challenge von Swisscom gewonnen. Swisscom ist nun auch eines der Unternehmen, die im Rahmen der zweiten Finanzierungsrunde Geld in die Jungfirma investieren. Insgesamt hat Advanon in dieser Runde 13,5 Millionen Franken angehäuft. Von den 13,5 Millionen fliessen 3,5 Millionen ins Eigenkapital, der Rest ist Fremdkapital, das für Rechnungen zur Verfügung stehen wird. Der grösste Geldgeber ist die VI Partners AG mit Sitz in Zug. Dieser sogenannte Evergreen-Fonds entstand 2001 aus einer Zusammenarbeit der ETH Zürich und McKinsey und ist mit Geld von Schindler, ABB, Sulzer, Hilti, Novartis, Bühler, Credit Suisse, Nestlé, der Suva und der Zürcher Kantonalbank gedeckt. VI Partners hat unter anderem auch Geld in das Horwer Medtech-Unternehmen CeQur investiert.

Neue Advanon-Investoren sind auch der Gründer der Zuger Partners Group, Urs Wietlisbach, sowie b-to-v Partners aus St. Gallen. «Wir beteiligen uns mit 900 000 Franken an Advanon und haben es getan, weil wir überzeugt sind davon, dass wir in ein aussergewöhnliches Team investieren», sagt Florian Schweitzer von b-to-v. Und weiter: «Die Advanon-Gründer haben in den letzten zwei Jahren Aussergewöhnliches geleistet mit sehr überschaubaren Ressourcen.»

Geplante Expansion nach Deutschland

Tatsächlich konnte Advanon bereits bei der ersten Finanzierungsrunde namhafte Investoren überzeugen. Dazu gehören der ehemalige stellvertretende CEO der Bank J. Safra Sarasin, Eric Sarasin, der Investor Daniel Gutenberg sowie Stefan Heitmann, Gründer der Moneypark AG. Bei der ersten Finanzierungsrunde hatte Advanon noch weniger als eine Million Franken angelockt. Die drei Gründer halten nach wie vor die Mehrheit der Aktien.

Mit dem frischen Geld will die Firma nun in erster Linie nach Deutschland expandieren und die Marktposition in der Schweiz stärken, sagt Mitgründer Lojacono. «Wir haben in Berlin ein Büro eröffnet», so der 27-Jährige. Bis 2018 wolle man die Mitarbeiteranzahl mindestens auf 40 verdoppeln und 100 Millionen Franken an Volumen vorfinanziert haben.

Maurizio Minetti

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