Stellenabbau trifft vor allem externe Mitarbeiter

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Bild: Grafik sbu

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Sparmassnahmen Es sind hohe Zahlen: Die Credit Suisse will im laufenden Jahr weltweit 5500 Stellen abbauen. Letztes Jahr waren es 7250 Vollzeitstellen gewesen. In der Statistik sind diese drastischen Einschnitte aber nicht ersichtlich, denn die Bank setzt den Hebel vor allem beim externen Personal und kaum bei fest angestellten CS-Mitarbeitern an. Schaut man die Entwicklung der fest angestellten CS-Mitarbeiter weltweit an (siehe Grafik), ist im Vergleich zum Jahr 2012 nur ein leichter Rückgang auf 47 170 Vollzeitstellen auszumachen.

Man schätzt, dass weltweit rund 70 000 Personen für die CS arbeiten, davon mehr als 20 000 ohne festes Anstellungsverhältnis. Diese Externen kümmern sich zum Beispiel um die Informatik oder beraten die Bank bei temporären Projekten. Externe einzusetzen hat für Konzerne viele Vorteile: Sie belasten das Personalbudget nicht, weil ihre Kosten über den Sachaufwand abgerechnet werden. Und man kann sie bei Bedarf flexibel einsetzen. Oder in anderen Worten: Man kann sich schneller von ihnen trennen, wenn wieder mal an den Kosten geschraubt werden muss. Allerdings bergen die Externen auch Gefahren: Sie sind in der Regel gegenüber dem Auftraggeber weniger loyal als Festangestellte. Geht zudem ein Projekt mit Externen schief, übernehmen Externe kaum die Verantwortung.

Rückgang beim Schweizer Personal

Auch in der Schweiz bekamen in den letzten Jahren viele Unternehmen, die der CS Personal ausleihen, weniger Aufträge. Das heisst allerdings nicht, dass nicht gleichzeitig auch bei den Festangestellten gespart wurde. Vor fünf Jahren beschäftigte die CS in der Schweiz mehr als 20 000 Personen. Heute sind es nur noch 17 000. Die meisten davon arbeiten für die Swiss Universal Bank, also für die Einheit, die in der zweiten Hälfte des Jahres an die Börse gehen soll. Viele Schweizer Stellen wurden zum Beispiel nach Polen verschoben, wo Büroarbeiten günstiger zu haben sind.

Von den 5500 Stellen, die dieses Jahr gestrichen werden, ist die Schweiz aber nicht betroffen, wie ein CS-Sprecher sagt. Im Oktober 2015 hatte die CS angekündigt, bis 2018 in der Schweiz 1600 Stellen zu streichen. Diese Zahl ist noch nicht ausgeschöpft.

Die Credit Suisse hat sich zum Ziel gesetzt, die Kosten bis zum Jahr 2018 um über 4,2 Milliarden Franken gegenüber dem Aufwand von 2015 zu senken. Für das Jahr 2016 hat die Bank ihr Ziel deutlich übertroffen. Mit Kosteneinsparungen von 1,9 Milliarden Franken hat sie schon fast die Hälfte des gesamten Weges zurückgelegt. (mim)