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STEUERBETRUG: Oligarch Kerimow hat enge Beziehungen zu Luzern

Der in Frankreich beschuldigte russische Oligarch Suleiman Kerimow hat enge Beziehungen zu Luzern. Sein hiesiger Treuhänder ist Alexander Studhalter, der Bruder des FCL-Präsidenten. Er bestreitet die Anschuldigungen der französischen Justiz.
Balz Bruppacher
Suleiman Kerimow gründete in Luzern vor zehn Jahren eine wohltätige Stiftung. (Bild: Alexander Zemlianichenko/AP (Moskau, 23. August 2012))

Suleiman Kerimow gründete in Luzern vor zehn Jahren eine wohltätige Stiftung. (Bild: Alexander Zemlianichenko/AP (Moskau, 23. August 2012))

Balz Bruppacher

Der russische Politiker und Milliardär Suleiman Kerimow sorgt seit Montag weltweit für Schlagzeilen. Die Staatsanwaltschaft des französischen Departements Alpes-Maritimes nahm den 51-Jährigen beim Verlassen seines Flugzeugs in Nizza wegen Verdachts auf Steuerbetrug und Geldwäscherei in Gewahrsam.

Inzwischen ist der aus der Kaukasusrepublik Dagestan stam­mende Oligarch wieder auf freiem Fuss – gegen Bezahlung einer Kaution von fünf Millionen Euro und unter Hinterlegung seines Passes. Moskau protestierte gegen das Vorgehen der französischen Justiz und verwies auf den Diplomatenpass Kerimows.

Die Affäre ist hierzulande von Interesse, weil der im Handel mit Öl und Metallen reich gewordene Kerimow in Luzern vor zehn Jahren eine wohltätige Stiftung gegründet hat. Die «Suleyman Kerimov Foundation» engagiert sich laut Handelsregister unter anderem in der Hilfe für in Not geratene Menschen. Weiter unterstützt sie die Ausbildung und Förderung von Jugendlichen und fördert Kunst und Kultur.

Im vergangenen Jahr ging gemäss Jahresbericht eine halbe Million Franken an das Zürcher Filmfestival. Das Blue Balls Festival erhielt 10 000 Franken, Luzern Tourismus 80 000 Franken. Mit 20 000 Franken unterstützte die Stiftung die Frauensektion des FC Luzern.

Ermittlungen gegen Luzerner Treuhänder

Eine Verbindung zum FC Luzern besteht auch insofern, als der FCL-Präsident und Rechtsanwalt Philipp Studhalter Mitglied des Stiftungsrats ist. Sein Bruder, der Treuhänder Alexander Studhalter, präsidiert den Kerimow-Stiftungsrat. Laut französischen Medienberichten ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen den Luzerner Treuhänder. Alexander Studhalter erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, der französische Untersuchungsrichter beschuldige ihn wegen des Erwerbs einer Villa in Antibes im Jahre 2008 der Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

«Diese Anschuldigung weise ich selbstverständlich in aller Form von mir», heisst es in der schriftlichen Stellungnahme. Die französischen Verkäufer würden der Steuerhinterziehung beschuldigt, und er sei fälschlicherweise in diese Anschuldigungen miteinbezogen worden. Studhalter hat das Verfahren nach eigenen Angaben angefochten. Bereits 2015 habe ein Gericht in Aix-en-Provence eine Klage des Untersuchungsrichters gegen ihn abgewiesen und eine Kaution von einer Million Euro aufgehoben. «Ich habe in keiner Art und Weise, weder direkt noch indirekt, jemals jemandem geholfen, Steuergelder zu hinterziehen», schreibt Studhalter nun.

Zu den Vorwürfen gegen Kerimow könne er keine Stellung nehmen. Der Russe sei ein langjähriger Geschäftspartner und ein persönlicher Freund.

Studhalters Bruder Philipp war Mitte 2016 wegen einer Finanztransaktion Kerimows in die Schlagzeilen geraten. Es ging um die Abtretung einer Forderung in dreistelliger Millionenhöhe, die Studhalter als Rechtsanwalt bestätigte. Der Vertrag tauchte in den sogenannten Panama Papers auf und heizte Spekulationen über einer Vernachlässigung der Geldwäscherei-Sorgfaltspflichten an. Studhalter konnte allerdings kein Fehlverhalten nachgewiesen werden.

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