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STEUERHOTLINE: «Kann ich den Kinderabzug machen?»

Hier finden Sie eine Auswahl der Fragen und Antworten aus der ersten Steuerhotline. Nächste Woche findet die zweite Runde statt.
Fachwissen ist gefragt: Jeden Frühling bietet die Steuererklärung zahlreiche Herausforderungen. (Archivbild Mirjam Graf)

Fachwissen ist gefragt: Jeden Frühling bietet die Steuererklärung zahlreiche Herausforderungen. (Archivbild Mirjam Graf)

Sold aus der Rekrutenschule

Mein Sohn absolvierte im vergangenen Jahr die Rekrutenschule und hat hierfür Sold und EO-Zahlungen der Ausgleichskasse erhalten. Was ist bei meinem Sohn als Einkommen zu deklarieren? Frau K. aus S.

Mario Gander, Truvag Treuhand AG: Soldzahlungen für Militär-, Zivilschutz- und Zivildiensttage sind steuerfrei. Ebenso sind ab 01. 01. 2013 auch Zahlungen an Milizfeuerwehrleute bis zu 5000 Franken pro Jahr steuerfrei. Die Leistungen der Erwerbsersatzordnung (EO), welche direkt durch die Ausgleichskasse an Ihren Sohn vergütet wurden, unterliegen der Einkommenssteuer. Solche Zahlungen stellen Lohnersatz dar und sind somit als Einkommen zu versteuern.

Nach der Trennung

Ich habe mich letztes Jahr von meinem Ehemann getrennt. Ich bin am 1. November 2013 in eine eigene Wohnung gezogen und wohne nun in Cham. Mein Ex-Mann wohnt weiterhin in Luzern. Müssen wir eine gemeinsame Steuererklärung erstellen? Wenn ich eine eigene Steuererklärung erstellen muss, für welchen Kanton? Frau M. aus Cham

Carmen Fähndrich, BDO AG, Zug: Massgebend sind die Verhältnisse am 31. Dezember des entsprechenden Jahres. Dementsprechend müssen Sie (für den Kanton Zug) und Ihr Ex-Mann (für den Kanton Luzern) je eine eigene Steuererklärung erstellen. Ihr ganzes Einkommen 2013 sowie Ihr Vermögen per 31. 12. 2013 werden im Kanton Zug besteuert. Da Sie keine Liegenschaft im Kanton Luzern besitzen, haben Sie keine steuerlichen Anknüpfungspunkte mehr zu diesem Kanton.

KInderabzug für Studentin

Unsere Tochter wurde im vergangenen Jahr 20 Jahre alt. Sie studiert nach wie vor an der Uni Luzern. Sie hat kein eigenes Einkommen und Vermögen und muss von uns unterstützt werden. Kann ich den «Kinderabzug» in der Steuererklärung auch machen, wenn unsere Tochter älter ist als 20 Jahre? Herr P. aus L.

Christian Reinert, Balmer-Etienne AG: Ja. Der Kinderabzug wird für volljährige Kinder unter der Voraussetzung gewährt, dass dieses am Ende der Steuerperiode (31. 12.) in beruflicher oder schulischer Ausbildung steht, auf die Unterstützung angewiesen ist und diese mindestens in der Höhe des Abzugs auch geleistet worden ist.

Steuerabzüge für Betreuung

Meine Tochter ist unheilbar krank und IV-Bezügerin. Sie ist auf ständige Betreuung angewiesen und wohnt bei mir zu Hause. Ich bin alleinstehend. Kann ich trotz ihres Alters von 24 Jahren irgendwelche Steuerabzüge geltend machen? Herr S. aus Risch

Bernadette Schmid, Associate Director, VZ VermögensZentrum Zug: Ja das können Sie. Sie sind alleinstehend und dürfen den Unterstützungsabzug beantragen. Voraussetzung dazu ist, dass Ihr Reinvermögen kleiner als 30 000 Franken und das Reineinkommen tiefer als 18 140 Franken ausfällt. Somit können Sie beim Abzug für Versicherungsprämien 1100 Franken (Kantonssteuer) bzw. 700 Franken (Bundessteuer) zusätzlich geltend machen. Weiter können unter der Ziff. 24.6 (Abzug für Unterstützung von Personen) zusätzliche 3300 Franken (Kantonssteuer bzw. 6500 Franken (Bundessteuer) abgezogen werden. Die Krankheits- bzw. behinderungsbedingten Kosten muss Ihre volljährige Tochter in ihrer persönlichen Steuererklärung zum Abzug bringen.

Abzugsfähige Betriebskosten

Welche Kosten sind aus der Betriebskostenabrechnung für Stockwerkeigentümer abziehbar und welche nicht? Herr S. aus E.

Florian Fischer, PricewaterhouseCoopers AG, Luzern: Im Allgemeinen sind die betrieblichen Kosten für Strom, Wasser und Heizung, aber auch Hauswart- und Kehrichtabfuhrkosten nicht abziehbar. Jedoch sind folgende Kosten nach den Richt- und Erfahrungswerten der Luzerner Steuerbehörden als abzugsfähiger Unterhalt zu qualifizieren: Prämien Sachversicherungen und Kantonale Gebäudeversicherung, Unterhalt für allg. Räume wie Bastelraum, etc., für Umgebungsarbeiten wie Garten etc., Reinigung von Schmutz-/ Sickerleitungen, Einlagen in den Erneuerungsfonds und Verwaltungsaufwand des Immobilienverwalters.

Versicherungen im Ausland

Frau K. aus Z. hat in Deutschland eine private Rentenversicherung, welche der 3. Säule ähnlich ist. Sie zahlt jährlich Prämien ein und wollte wissen, ob diese in der Schweiz abzugsfähig seien.

Marcel Meier, PricewaterhouseCoopers Zug: Leider sind Prämien/Einzahlungen an ausländische freiwillige Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz nicht abzugsfähig.

Reservationsvertrag Liegenschaft

Ich habe im Jahr 2013 einen Reservationsvertrag für den Kauf einer Liegenschaft unterzeichnet und dabei eine Anzahlung von 50 000 Franken geleistet. Der Übergang von Nutzen und Schaden der Liegenschaft findet im Jahr 2014 statt. Wie muss die Anzahlung in der Steuererklärung 2013 deklariert werden? Herr S. aus B.

Pius Baumgartner/BDO AG, Luzern: Die Anzahlung ist im Wertschriften- und Guthabenverzeichnis mit dem entsprechenden Betrag zu deklarieren (zum Beispiel Anzahlung Muster GU AG; 14. August 2013; 50 000 Franken). Die Anzahlung ist in der Folgeperiode nicht mehr zu deklarieren. Im Gegenzug wird dann der Vermögenssteuerwert der Liegenschaft deklariert.

Eigenmietwert und Leerstand

Muss ich den Eigenmietwert versteuern, wenn die Liegenschaft leer steht und nicht vermietet wird? Was passiert steuerlich, wenn ich die Liegenschaft günstiger an meinen Sohn vermiete? Herr M. aus Rickenbach

Georges Felder, Truvag Treuhand AG: Ja, sofern die Liegenschaft bewohnbar ist, muss auch der Eigenmietwert versteuert werden. Wenn Bemühungen unternommen wurden, die Liegenschaft zu vermieten, jedoch der Erfolg der Vermietung nicht eingetreten ist, dann ist der Eigenmietwert nicht steuerbar. Die Mieteinnahmen an den Sohn dürfen 50 Prozent des Mietwertes (100 Prozent) nicht unterschreiten. Sofern diese 50-Prozent-Grenze nicht tangiert ist, passiert steuerlich nichts. Ansonsten ist zu vermuten, dass wegen der mehrheitlich unentgeltlichen Überlassung eine dem Eigengebrauch nahekommende Situation vorliegt und der Mietvertrag lediglich deshalb abgeschlossen wurde, um Steuern einzusparen. In diesem Fall ist dem Eigentümer die Differenz, insgesamt also wie bei Eigengebrauch 70 Prozent des Mietwertes, als Einkommen anzurechnen.

Hinweis:
Weitere Artikel finden Sie in unserem Dossier auf www.luzernerzeitung.ch/serien

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