Stimmungsbild
Umfrage zur Zentralschweizer Wirtschaftslage: Düster, aber besser als der Schweizer Durchschnitt

Zahlreiche Unternehmen klagen über eine erneute Verschlechterung ihrer Situation. Die teilweise Erholung, die nach der ersten Welle erfolgte, scheint vorerst gestoppt. Doch es gibt auch Lichtblicke.

Merken
Drucken
Teilen

(gr) Das Stimmungsbild der Schweizer Wirtschaft hat sich über die vergangenen Wochen wieder deutlich verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Umfrage des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse und des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco); es ist bereits die sechste ihrer Art in diesem Jahr. Die teilweise Erholung, die nach der ersten Welle noch spürbar war und sich in den Umfrageergebnissen im Mai und im September niederschlug, scheint vorerst gestoppt.

Bei einem Blick auf die Umfragedaten aus der Zentralschweiz, die im Auftrag von Economiesuisse von der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ) erhoben wurden, zeigt sich ein ähnliches Bild wie zuletzt: Die Unternehmen aus der Region beurteilen die Lage als düster, jedoch besser als im Schweizer Durchschnitt. Während beispielsweise 52 Prozent der Schweizer Unternehmen von einer erneuten Verschlechterung ihrer Situation berichten, sind es in der Zentralschweiz nur 23 Prozent der befragten Firmen.

Normalbetrieb in rund acht Monaten

Folgende Problemstellungen zeigen dabei erneut eine steigende Tendenz: zu hoher Personalbestand (25 Prozent, +5 Prozent) sowie Absatzschwierigkeiten im Ausland (30 Prozent, +3 Prozent). Auffallend ist, dass die Arbeitsausfälle in der Zentralschweizer Wirtschaft deutlich zugenommen haben. 40 Prozent aller befragten Unternehmen nennen die meistens quarantänebedingten Ausfälle als Herausforderung.

Im Durchschnitt beurteilen rund drei Viertel der befragten Zentralschweizer Unternehmen die vom Bundesrat getroffenen Massnahmen als ausreichend. Insbesondere die Vereinfachung der Kurzarbeit und die Entschädigung bei Erwerbsausfällen werden nach wie vor geschätzt.

Ebenfalls rund drei Viertel der Unternehmen geben an, dass sich ihre Geschäftstätigkeit noch nicht normalisiert hat, im Schnitt rechnen sie mit einem Umsatzrückgang für das laufende Geschäftsjahr von 23 Prozent. Trotzdem schauen die Unternehmen wieder positiver in die Zukunft als noch in den vorgängigen Umfragen. Der Durchschnitt rechnet mit einer Rückkehr zum Normalbetrieb in rund acht Monaten. Die IHZ folgert daraus: «Die Unternehmen antizipieren ein absehbares Ende der Coronakrise. »

Die Redaktion empfiehlt