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STUDIE: Sportunfälle bringen Wachstum

Immer mehr Menschen verletzen sich beim Sport. Noch stärker steigen die Behandlungskosten. Kein anderer Bereich befeuert die Wertschöpfung in der Sportwirtschaft so stark wie die Unfälle.
Kari Kälin

Kari Kälin

Nach Schweden sind die Schweizer das zweitsportlichste Volk Europas. Und sie geben dafür auch Geld aus. Der Umsatz der Sportwirtschaft belief sich im Jahr 2014 auf 20,7 Milliarden Franken. Das sind 600 Millionen mehr als noch 2011, wie aus einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Sport (Baspo) hervorgeht. Die Bruttowertschöpfung, also der Gesamtwert aller produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich der sogenannten Vorleistungen, stieg im gleichen Zeitraum von 9,8 auf 10,3 Milliarden Franken.

Während die Wertschöpfung und die Beschäftigung etwa im Sporttourismus und im Sporthandel sank, erwies sich jener Bereich als grösster Wachstumstreiber, der für die Betroffenen unangenehm ist: die Sportunfälle. Die Wertschöpfung kletterte 2014 auf eine Milliarde Franken – das sind 21 Prozent mehr als noch im Jahr 2011. Die meisten Kosten bei Sportunfällen entfallen auf Spitalaufenthalte. Aber auch Arztbesuche, Physiotherapien oder Verwaltungs- und Transportkosten schlagen sich in der Bilanz nieder.

Der augenfälligste Grund für die gestiegene wirtschaftliche Bedeutung ist die Zunahme bei den Sportunfällen. Rund ein Viertel der Unfallkosten entfallen dabei auf das Skifahren, knapp ein Fünftel auf Fussball. Turnen und Bergsport verursachen 12 Prozent der Kosten.

Höhere Ansprüche führen zu mehr Kosten

Proportional stärker gestiegen als die Unfallzahlen sind die Heilungskosten. Die Gründe dafür sind laut der Baspo-Studie vielfältig. Teilweise sei das Wachstum auf den demografischen Wandel zurückzuführen, schreiben die Autoren. Ältere Sportler hätten ein grösseres Verletzungsrisiko und höhere Ansprüche an die Heilung, heisst es weiter.

Die Schweizerische Unfallversicherung Suva bestätigt den Befund der Baspo-Studie. Zum Beispiel beim Schneesport waren im Jahr 2000 erst knapp die Hälfte der Verunfallten 35-jährig oder älter, unterdessen sind es bereits knapp zwei Drittel. «Ältere Schneesportler haben höhere Heilungskosten, da sie anfälliger für Knochenbrüche und Mehrfachverletzungen sind», sagt Suva-Sprecherin Barbara Senn. Gleichzeitig würden sie höhere Taggelder beziehen, weil sie mehr verdienten als jüngere Sportler. Mit Kampagnen, primär beim Wintersport und Fussball, versucht die Suva, Gegensteuer zu geben – durchaus mit Erfolg Seit die Suva zum Beispiel bei Grümpelturnieren Prävention betreibt, ist die Zahl der Unfälle deutlich gesunken. «Wir können nachweisen, dass sich das Unfallrisiko mit geeigneten Präventionsmassnahmen verringern lässt», sagt Senn.

Auf Prävention setzt auch die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU). Sie wird im Sommer eine gross angelegte, neue Kampagne lancieren mit den erwachsenen und älter werdenden Männern als Zielgruppe, wie Sprecher Marc Bächler sagt. Die BfU legt ihren Fokus auf Einzelsportler. In einer ersten Welle werden sich die Präventionsaktivitäten an die Adresse der Mountainbiker und Fitnessstudiogänger richten.

Die BfU geht nicht davon aus, dass die Zahl der Sportunfälle in den nächsten Jahren sinken wird. Sie rechnet generell mit einer Zunahme der Freizeit- und Sportaktivitäten. «Von daher wäre das Halten des aktuellen Standes ein erstes Ziel», sagt Bächler.

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