STUTTGART: Nächste Runde im Streit um 45 Millionen Euro

Der Berufungsprozess zwischen dem deutschen Drogerieketten-König Erwin Müller und der Basler Privatbank J. Safra Sarasin findet Ende Juni statt.

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Eine Müller-Filiale in Göppingen. (Bild: AP)

Eine Müller-Filiale in Göppingen. (Bild: AP)

Der Rechtsstreit zwischen der Basler Privatbank J. Safra Sarasin und dem deutschen Drogerieketten-König Erwin Müller geht in die nächste Runde: Am 22. Juni verhandelt der 5. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart über eine Schadenersatzforderung des deutschen Unternehmers in der Höhe von 45 Millionen Euro.

Dabei handelt es sich um ein Berufungsverfahren. J. Safra Sarasin war am 22. Mai 2017 zur Zahlung von Schadenersatz über 45 Millionen Euro plus Zinsen von 5 Prozent und zur Übernahme der Verfahrenskosten in der Höhe von mehreren Hunderttausend Franken an ihren ehemaligen Grosskunden Erwin Müller verurteilt worden.

Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass der Self-Made-Milliardär von der Bank nicht korrekt über die Risiken einer Anlage in den luxemburgischen Sheridan-Fonds aufgeklärt worden war, insbesondere über dasjenige eines Totalverlusts. Es geht um sogenannte «Cum/Ex»-Geschäfte. Das sind Aktiengeschäfte rund um den Dividendenstichtag, bei denen es bis 2012 durch eine gültige Praxis möglich war, eine nur einmal bezahlte Verrechnungssteuer mehrmals vom deutschen Fiskus zurückzufordern. Die Bank ging gegen das Urteil in Berufung.
rom