Ausgepresst: Saftkette Suc Juicebar schliesst Filialen in Ebikon, Emmenbrücke und Zug – und fragt Kunden nach neuen Ideen

Die Winterthurer Kette Suc+ macht dicht. Schuld sei die Coronapandemie, teilt das Unternehmen mit. Nun verabschiedet es sich mit einem kleinen Geschenk - und einem Aufruf.

Stefan Ehrbar
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Die Mixer stehen still: Ehemalige Suc-Filiale in Zürich.

Die Mixer stehen still: Ehemalige Suc-Filiale in Zürich.

Stefan Ehrbar

Frische Säfte, direkt vor den Augen der Kunden hergestellt: Das war das Erfolgsrezept der Kette Suc+ Juice Bars aus Winterthur. Die Smoothies gingen zuletzt in sechs Filialen in der Deutschschweiz über die Theke. Neben dem Bahnhof Zürich-Oerlikon war die Kette in Einkaufscentern präsent, so im Emmen Center in Emmenbrücke, in der Mall of Switzerland in Ebikon, im Basler St. Jakob Park, im Metalli in Zug und in der Winterthurer Archhöfe City Mall.

Seit anfangs August stehen die Mixer aber überall still, wie Suc im Internet bekanntgibt. «Nach schwieriger, aber sorgfältiger Überlegung haben wir uns entschieden, dass unsere Türen geschlossen bleiben und wir die Filialen schliessen», heisst es dort. Die Coronakrise habe es «sehr schwierig gemacht, unsere treue Kundschaft weiterhin zu bedienen und höchstmögliche Qualität bei Produkten und Service zu bieten».

Schliessungen schon vor Corona

Inwiefern Corona den Weiterbetrieb verunmöglichte, wird nicht genauer ausgeführt. Einkaufscenter, auf die auch Suc mehrheitlich setzte, verzeichneten zuletzt gute Besucherfrequenzen. Der Geschäftsführer wollte eine Anfrage dieser Zeitung nicht beantworten und verwies stattdessen auf das schriftliche Statement. Wie viele Mitarbeiter von der Schliessung betroffen sind, legt das Unternehmen nicht offen.

Schon vor der Coronakrise hatte die Kette kein Glück. So musste Suc die Filiale in der Berner Welle 7 beim Bahnhof anfangs 2018 wieder schliessen. Zudem gab das Unternehmen seine Niederlassung im Basler Stücki auf, das sich seit 2018 neu positioniert und nicht mehr als Einkaufscenter wahrgenommen werden will.

Ganz aufgeben will Suc nicht

Die unabhängige Kette mit Sitz in Winterthur, die eher im hochpreisigen Sortiment unterwegs war - die günstigsten Säfte kosteten 5.95 Franken, die teuersten 8.50 Franken - war während 11 Jahren aktiv. Der Name geht auf das rätoromanische Wort für Saft zurück.

Ganz aufgeben wollen die Geschäftsinhaber allerdings noch nicht. Die Situation gebe Gelegenheit darüber nachzudenken, wie die Marke auf andere Art weitergeführt werden kann, schreiben sie. Man sei offen für Ideen und Vorschläge. Wer eine neue Chance sehe, solle sich beim Geschäftsführer melden. Den Fans des Unternehmens wird zudem noch ein kleines Geschenk gemacht: Bis Ende Jahr können sie die Menükarte der Saftkette herunterladen - «bevor wir endgültig gehen».

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