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SURSEE: Frost vermiest Mostobsternte – Ramseier muss Konzentrat importieren

Seit 60 Jahren fiel die Mostobst-Ernte nicht mehr so mager aus. Nun muss der Getränkehersteller Ramseier Konzentrate aus dem Ausland einführen.
Die diesjährige Mostobsternte ist qualitativ gut. (Bild: PD)

Die diesjährige Mostobsternte ist qualitativ gut. (Bild: PD)

Mehrere Frostnächte setzten im April der Vegetation vor allem in der Zentral- und Ostschweiz arg zu. Die Temperaturen fielen für diese Jahreszeit nachts aussergewöhnlich tief. Die Folgen des späten Winterrückfalls machten sich bei der Obsternte bemerkbar. Bei den Mostäpfeln lieferten die Landwirte nur etwa 24 Prozent der sonst üblichen Menge an die Getränkeverarbeiter ab, bei den Mostbirnen waren es 39 Prozent. Statt 96'000 Tonnen gab es bloss insgesamt 28'000 Tonnen Mostobst zum Verarbeiten – so wenig wie seit 1957 nicht mehr.

Bei der Agrargenossenschaft Fenaco, zu der auch der Getränkehersteller Ramseier gehört, hatte die Missernte bereits Folgen für das kommende Jahr. In der Obsthalle Sursee gilt für 35 Mitarbeitende ab Ende Januar für ein halbes Jahr Kurzarbeit ( Artikel vom 6. Oktober ). Sie verpacken und lagern dort Tafelobst. So weit muss man bei Ramseier nicht ­gehen. Er stellt in Sursee und Oberaach/TG Obstsäfte her.

Um die Nachfrage zu decken, muss der grösste Mostobstverarbeiter der Schweiz aber neue Wege beschreiten. «Wir können unseren Bedarf an Mostobst für die Produktion leider nicht vollumfänglich bis zur nächsten Ernte im Herbst 2018 abdecken – auch unsere Saft- und Konzen­trat-Reserven werden bis dahin aufgebraucht sein», lässt sich Ramseier-CEO Christian Consoni zitieren. Er liess darum Sofortmassnahmen einleiten. «Wir werden geringe Mengen Mostobst-Konzentrat importieren», erklärt er. Der Apfelanteil bestehe bei den Ramseier-Getränken zudem weiterhin vollumfänglich aus Schweizer Qualitätsäpfeln. Für die Birnenmostgetränke müsse Ramseier aber für einmal Obst aus Italien und Deutschland zukaufen. Für diese würden die gleichen Qualitätsansprüche gelten wie für einheimisches Obst, sagt Consoni. Er ist zuversichtlich, dass die nächste Ernte gut sein wird: «Auf ein schwaches Erntejahr folgt erfahrungsgemäss meist ein gutes.»

Genügend Obst für Hochstamm-Label

Die Erntemenge mag gering ausgefallen sein, die Qualität des Obstes ist gemäss Consoni aber ausserordentlich gut. Folgenlos bleibt die Missernte für die Produkte mit Hochstamm-Suisse-Label. Consoni: «Für die Produktion dieser Getränke hat der Ernteertrag ausgereicht». Jedes Ramseier-Produkt verfügt über einen Anteil Hochstamm-Mostobst. Der Getränkehersteller versteht dies als Beitrag zum Erhalt der Hochstamm-Obstkulturen. Ramseier verarbeitet zwischen 50 und 60 Prozent der gesamten jährlichen Mostobsternte in der Schweiz. Der Getränkehersteller arbeitet mit mehr als 7000 Landwirtschaftsbetrieben zusammen.

Die Agrargenossenschaft Fenaco gab gestern auch bekannt, die Gesamtlohnsumme für ihre rund 10'000 Mitarbeitenden um 1 Prozent zu erhöhen. Wer bis zu 4700 Franken im Monat verdient, erhält eine Lohnerhöhung von 50 Franken. Der Rest der Lohnerhöhungen wird leistungsbezogen und individuell ausgerichtet.

Rainer Rickenbach

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