SURSEE: Ramseier baut Standort aus

Ramseier Suisse hat 2012 erfolgreich gemeistert. Geschäftsführer Christian Consoni forciert den Wachstumskurs. Das bringt auch neue Arbeitsplätze nach Sursee.

Lukas Scharpf
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Ob Apfelschorle oder Elmer Citro: Christian Consoni, Chef von Ramseier Suisse, will mit den Traditionsmarken wachsen. Das Bild zeigt ihn vor dem im Bau befindlichen Hochregallager in Sursee. (Bild Pius Amrein)

Ob Apfelschorle oder Elmer Citro: Christian Consoni, Chef von Ramseier Suisse, will mit den Traditionsmarken wachsen. Das Bild zeigt ihn vor dem im Bau befindlichen Hochregallager in Sursee. (Bild Pius Amrein)

Die Baustelle der neuen Logistikplattform ist nicht zu übersehen. Der Standort Sursee der Ramseier Suisse AG wird ausgebaut. Die Logistikplattform kostet 20 Millionen Franken. Aber es kommt noch mehr. «Wir werden in den nächsten fünf Jahren fast 60 Millionen Franken investieren», sagt Christian Consoni. Nicht nur in Sursee, aber mehrheitlich. Der Geschäftsführer der Ramseier Suisse AG aus Mostindien, Kanton Thurgau, blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. «2012 war anspruchsvoll, aber wir haben es gut gemeistert», sagt Consoni. Der Einkaufstourismus und der Rückgang der Touristen in der Schweiz aufgrund des starken Frankens schaden der Gastronomie. Trotzdem gab es keine Umsatzeinbussen bei Ramseier. «Wir haben gesamthaft sehr erfolgreiche Arbeit geleistet», sagt Consoni.

Lukrativer Deal mit McDonald’s

Ramseier ist auf Erfolgskurs. Mit McDonald’s konnte letztes Jahr eine viel versprechende Zusammenarbeit abgeschlossen werden. Die Apfelschorle der Marke Ramseier ergänzt das Getränkeangebot der Fast-Food-Kette. Consoni rechnet allein dadurch mit zusätzlichem Absatz im siebenstelligen Bereich. Wenn dies auch schwer vorauszusehen sei. Auch bei Elmer Citro und Sinalco sieht man Potenzial. «Wir wollen mit unseren Traditionsmarken wachsen und sind überzeugt, dass das klappt», sagt Consoni. Mit den Investitionen werde man einen rechten Schritt vorwärtsmachen.

Mehr Volumen braucht mehr Personal. Davon dürfte mittelfristig vor allem Sursee profitieren. Es sei aber noch zu früh, um genaue Zahlen zu nennen, so der Geschäftsführer. Die neue Logistikplattform soll im Sommer in Betrieb gehen. Die Lieferprozesse werden professionalisiert. Sämtliche Produkte, die man ausführt, werden zentral gelagert, was auch die Lastwagenfahrten reduzieren wird.

Mit dem Neubau für die Logistik wird Platz frei im Betriebsgebäude. «Den Platz brauchen wir für zusätzliche Produktionskapazitäten, insbesondere für neue Abfüllanlagen. Damit will man das zusätzliche Volumen bewältigen. Die neue Abfüllanlage soll in ein bis zwei Jahren in Betrieb gehen. Eine Expansion ins Ausland ist nicht geplant. Export wäre selbst ohne den starken Franken kein Thema, sagt Consoni. «Wir können immer noch in der Schweiz wachsen», sagt Consoni. Viel Potenzial gibt es beispielsweise in der Romandie. Der enorme Erfolg der Apfelschorle resultierte vor allem in der Deutschschweiz. «Der Röstigraben ist für uns ein Apfelschorle-Graben», sagt Consoni und schmunzelt. Man arbeite aktiv daran, den Graben zu verkleinern. Die Werbekampagnen zeigen langsam Erfolg. Auch in der Westschweiz wird der «jus de pomme dilué» als Getränk für Gesundheitsbewusste ein Thema. «Es ist ein kleines Pflänzchen, das wir fleissig giessen und pflegen», sagt Consoni. Elmer Citro ist ein weiteres Getränk, das man in der Romandie noch stärker vermarkten will.

Neue Kampagne für Sinalco

Die Marke Sinalco gehört in der Schweiz zur Ramseier Suisse AG. Erfunden wurde Sinalco bereits 1905 in Deutschland. Durch die «Wirrungen der Geschichte» gab es eine Aufteilung der Marke auf die Schweiz und den Rest der Welt, der aus Deutschland kontrolliert wird. Das gelbe Getränk mit dem roten Punkt ist hierzulande gut bekannt. Laut einer Marktforschung kennen 80 Prozent der Schweizer die Marke Sinalco. «Dieses Potenzial müssen wir aktivieren», sagt Consoni. In den letzten Jahren wurde das Marketing für Sinalco «etwas verzettelt». Man wolle nun auf den Kern der Marke zurückkommen: den roten Punkt vor gelbem Hintergrund, die eigenständige Flaschenform und das Mehrfruchtkonzept des Getränks.

Die Marke Sinalco erhält eine leichte Auffrischung, aber ohne die Wurzeln zu verlieren. «Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, aber zurück ins Bewusstsein der Leute», sagt Consoni. Im April lanciert die Firma dafür einen Fernsehwerbespot, nachdem man jahrelang auf andere Werbeformen setzte.

Die Cola-Version von Sinalco wird es aber nicht im Detailhandel geben. Diese bleibt der Gastronomie vorbehalten. Sinalco-Cola war laut Consoni nie für einen Angriff auf die Platzhirsche Coke und Pepsi vorgesehen, sondern bietet der Gastronomie ein Gesamtsortiment von Schweizer Getränken. Ob mit Sinalco, Elmer Citro und Mineralwasser sowie Ramseier Süessmost und Apfelschorle – die Zeichen stehen auf Wachstum. Eine gute Nachricht für Sursee.