SURSEE: Schuldsprüche im Fall Comparex

Im Fall der Massenkündigung bei der Surseer IT-Firma Comparex Schweiz hat das Luzerner Kriminalgericht vier weitere Urteile ausgesprochen. Der frühere Leiter der IT-Services, zwei ehemalige Verkaufsleiter und der Ex-Finanzchef sind der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen worden.

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Der ehemalige Sitz von Comparex Schweiz in Sursee. (Bild Pius Amrein)

Der ehemalige Sitz von Comparex Schweiz in Sursee. (Bild Pius Amrein)

Die Verfahren wegen unlauteren Wettbewerbs gegen die vier Mitbeteiligten wurden hingegen wegen des Rückzugs des Strafantrags eingestellt. Die Geldstrafen betragen jeweils 48'000 bis 81'200 Franken. Hinzu kommen Bussen in der Höhe von 5000 bis 6000 Franken sowie Verfahrenskosten von je über 11'000 Franken. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Hauptverfahren beim Kantonsgericht

Der Fall geht auf das Jahr 2010 zurück. Damals hatten nach einer Mitarbeiterversammlung die meisten Angestellten von Comparex Schweiz gekündigt. Comparex Schweiz gehörte zu diesem Zeitpunkt mehrheitlich einem deutschen Konzern; der Surseer Softwarehersteller Bison hielt 30 Prozent.

In Sursee befürchtete man einen Stellenabbau, worauf für den 13. April 2010 kurzfristig eine Mitarbeiterveranstaltung einberufen wurde. Die Mitarbeiter bekamen dort Jobgarantien von Bison. Comparex Schweiz konnte den Verlust der Mitarbeiter nicht mehr kompensieren. Zwei Jahre später musste die Surseer Niederlassung schlussendlich geschlossen werden.

Die beiden Hauptbeschuldigten – der ehemalige Bison-Chef und der Ex-Chef von Comparex Schweiz – wurden Anfang Oktober dieses Jahres zu Freiheitsstrafen von je 2 Jahren und 4 Monaten verurteilt. Beide ziehen das Urteil an das Luzerner Kantonsgericht weiter. Wann dort die Verhandlungen beginnen werden, ist noch unklar.

mim