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Surseer Töffhändler Hostettler trennt sich per sofort von CEO Pascal Lütolf

Er war der erste familienexterne CEO der Hostettler-Gruppe. Jetzt muss Pascal Lütolf vorzeitig den Hut nehmen. In der Firma rumort es seit längerem.
Maurizio Minetti
Ende März dieses Jahres eröffneten der damalige CEO Pascal Lütolf (links) und Mitinhaber Peter Hostettler die frisch umgebaute Hostettler-Filiale am Hauptsitz in Sursee. (Bild: PD)

Ende März dieses Jahres eröffneten der damalige CEO Pascal Lütolf (links) und Mitinhaber Peter Hostettler die frisch umgebaute Hostettler-Filiale am Hauptsitz in Sursee. (Bild: PD)

Beim Surseer Yamaha-Importeur Hostettler ist es vor wenigen Tagen zum Eklat gekommen: Gruppen-CEO Pascal Lütolf musste Knall auf Fall sein Pult räumen. Ein Firmensprecher bestätigt auf Anfrage, dass sich das Unternehmen vor einer Woche per sofort und «in gegenseitigem Einvernehmen» vom CEO getrennt habe.

Begründet wird der Schritt mit «unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der weiteren strategischen Ausrichtung der Gruppe und deren Führung». Peter Hostettler, Verwaltungsratspräsident der operativ tätigen Firmen der Hostettler Group, hat die CEO-Funktion interimistisch übernommen. Zur Frage, ob die Suche nach einem permanenten CEO eingeleitet worden sei, gab der Firmensprecher keine Auskunft. Lütolf selber verwies auf Anfrage auf eine Stillschweigevereinbarung.

Todesfall veränderte die Situation

Pascal Lütolf war seit dem 1. April 2016 CEO der Hostettler-Gruppe. Davor war der 53-Jährige unter anderem Chef der IT-Firma Zeit AG und Finanzchef des Trienger Bürstenherstellers Trisa. Der HSG-Ökonom war der erste familienexterne CEO in der über hundertjährigen Firmengeschichte von «Hoschi», wie die Firma in Sursee genannt wird. Die Familie Hostettler hatte ihn an Bord geholt, um die Digitalisierung voranzutreiben, die Logistik auf Vordermann zu bringen und neue Vertriebswege zu erschliessen. Der Ausdauersportler gilt als Spezialist für Finanzführung und Unternehmensentwicklung.

Aus dem Umfeld des Unternehmens ist zu erfahren, dass Lütolf in den letzten Jahren diverse Projekte vorangetrieben hat. Ehemalige Mitarbeiter beschreiben ihn als zupackend und bodenständig. Anfang 2018 kam es aber zu einer Zäsur. Damals verstarb Verwaltungsratspräsident Christian Hostettler im Alter von 50 Jahren. Daraufhin wurde sein Cousin Oliver Hostettler zum neuen Präsidenten gewählt. Ein weiterer Cousin, Peter Hostettler, amtet seitdem als Präsident des Verwaltungsrates der operativ tätigen Firmen.

Viele Entlassungen auf Management-Ebene

Peter Hostettler gilt seitdem als der starke Mann in der Firma. Sein Führungsstil soll nicht bei allen gut ankommen, sagen mehrere mit der Sache vertraute Personen. Mindestens ein halbes Dutzend Verantwortungsträger seien in den letzten Monaten entlassen worden, wie verschiedene Quellen bestätigen. Im Machtkampf mit dem Mitinhaber Peter Hostettler habe der CEO am Ende den Kürzeren gezogen. Dem Vernehmen nach herrscht auch zwischen den verschiedenen Strängen der weitverzweigten Hostettler-Familie keine Harmonie. Ein Firmensprecher wollte sich nicht zu den Vorwürfen äussern. «Wir geben öffentlich keine weiteren Kommentare zu diesem Sachverhalt ab», sagte er.

Die Hostettler Group beschäftigt über 700 Personen und ist vor allem als Generalimporteurin der japanischen Töffmarke Yamaha bekannt. Die aus 13 Firmen bestehende Gruppe handelt unter anderem auch mit Velos, Zubehör und Autoersatzteilen.

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