Surseer Wäschehersteller Calida wechselt erneut den Präsidenten aus und streicht die Dividende

Verwaltungsratspräsident Marco Gadola gibt das Präsidium an Hans-Kristian Hoejsgaard ab. Erich Kellenberger kommt zurück.

Maurizio Minetti
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Marco Gadola.

Marco Gadola.

Christian Beutler / Keystone
Hans-Kristian Hoejsgaard.

Hans-Kristian Hoejsgaard.

PD

Erst vor knapp einem Jahr ist Marco Gadola, der ehemalige CEO des Zahnimplantateherstellers Straumann, Verwaltungsratspräsident des Surseer Wäscheherstellers Calida geworden. Nun gibt er den Posten bereits wieder ab. Wie Calida am Donnerstag mitteilte, hat sich Gadola entschlossen, das Präsidium des Verwaltungsrats an den bisherigen Vizepräsidenten Hans-Kristian Hoejsgaard abzugeben. Begründet wird dies damit, dass Gadola so «allen seinen beruflichen Herausforderungen gerecht werden» könne.

Gadola hatte das Präsidium bei Calida vor einem Jahr von Thomas Lustenberger übernommen, der fast zwei Jahrzehnte lang Calida-Präsident gewesen war. Allerdings musste sich Gadola in den letzten Monaten mehrmals die Kritik gefallen lassen, dass er zu viele Mandate innehat. Bereits vor einer Woche wurde bekannt, dass Gadola auch aus dem Verwaltungsrat des Tessiner Implantateherstellers Medacta austritt – ebenfalls nach nur gerade einem Jahr.

Stattdessen wird Gadola für den Verwaltungsrat des Basler Medtechunternehmens Medartis portiert. Ausserdem ist Gadola nach wie vor für das Verwaltungsratspräsidium des Handelskonzerns DKSH vorgeschlagen. Auch bei Straumann soll er demnächst ins Aufsichtsgremium gewählt werden.

Dijana Kellenberger nimmt den Hut

Dem Calida-Verwaltungsrat bleibt Gadola als Vizepräsident erhalten. Darüber hinaus gibt es weitere Rochaden: Dijana Kellenberger, welche die Interessen einer der beiden Gründerfamilien im Verwaltungsrat vertritt, zieht sich aus dem Aufsichtsgremium zurück, um sich voll auf die operative Führung des Familienunternehmens Blue Lemon zu konzentrieren.

Als Vertreter der Familie, welche als Ankeraktionärin aktuell eine Beteiligung von 34,1 Prozent hält, stellt sich erneut der Ehemann von Dijana Kellenberger, Erich Kellenberger, zur Wahl in den Verwaltungsrat zur Verfügung. Kellenberger musste den VR vor einem Jahr aus Altersgründen verlassen. Um ihn nun wieder wählen zu lassen, erhöht Calida die Alterslimite von 70 auf 75 Jahre. Die entsprechende Statutenänderung wird den Aktionären an der Generalversammlung zur Annahme unterbreitet, heisst es in der Mitteilung. Erich Kellenberger vertrat die Familieninteressen im Verwaltungsrat bereits von 1986 bis zur Generalversammlung 2019.

Auswirkungen der Pandemie nicht absehbar

Weiter wird Valentin Chapero Rueda auf die Generalversammlung 2020 aus dem Verwaltungsrat zurücktreten. Als sein Nachfolger wird Gregor Greber vorgeschlagen, Mitgründer und Senior Partner von Veraison. Die weiteren amtierenden Verwaltungsratsmitglieder Nathalie Gaveau, Stefan Portmann und Lukas Morscher stellen sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung und werden an der ordentlichen Generalversammlung vom 17. April 2020 zur Wiederwahl vorgeschlagen.

Die GV hätte ursprünglich am 29. April durchgeführt werden sollen. Wegen des Coronavirus wird sie nun aber ohne physische Präsenz der Aktionärinnen und Aktionäre stattfinden. Angesichts der Auswirkungen der Coronapandemie wird zudem die bisherige Prognose für das laufende Jahr gekippt und auch auf die geplante Ausschüttung einer Dividende verzichtet das Unternehmen. Die Auswirkungen der Pandemie seien derzeit nicht absehbar, schreibt Calida in der Mitteilung. Bisher war geplant, den Aktionären eine Dividende von 80 Rappen auszuschütten.

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