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Suva deckt mehr Missbräuche auf

Die Suva ertappte 2018 mehr Personen, die sich Leistungen erschlichen hatten. Bald kann der Versicherer wieder Detektive einsetzen.
Rainer Rickenbach
Bei begründetem Anfangsverdacht dürfen Versicherungen bald wieder auf Detektive zurückgreifen. (Gaëtan Bally/Keystone, Zürich, 25. Juni 2018)

Bei begründetem Anfangsverdacht dürfen Versicherungen bald wieder auf Detektive zurückgreifen. (Gaëtan Bally/Keystone, Zürich, 25. Juni 2018)

17,3 Millionen Franken – auf so viel Geld summiert der Betrag, den die Suva-Abteilung für Missbrauchsbekämpfung im vergangenen Jahr als ungerechtfertigte Auszahlungen und Forderungen erkannte. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um mehr als einen Viertel. Bei den unkorrekten Leistungsbezügen und -forderungen handelt es sich um Taggelder und Renten.

Gründe für den Anstieg gibt es mehrere. So gingen die Spezialisten für Missbrauchsbekämpfung mehr Verdachtsfällen auf den Grund. Auch wurde die Bevölkerung durch die Abstimmungskampagne zum Observationsgesetz stärker für das Thema Versicherungsmissbrauch sensibilisiert. Als Folge davon gingen mehr Hinweise auf Verdachtsfälle ein. «Die Spezialisten der Suva überprüfen jeden Hinweis», teilte die Suva gestern mit. Dazu gehören auch die Prüfung von Unstimmigkeiten in Akten sowie Meldungen von Suva-Agenturen, anderer Versicherer und Behörden.

Wenige können grossen Schaden anrichten

Bei den aufgedeckten Fällen geht es um recht viel Geld. Im vergangenen Jahr hatte die Suva bei insgesamt 407 Fällen die Leistungszahlungen eingestellt und bereits getätigte Zahlungen zurückgefordert. Nach Angaben des grössten Schweizer Unfallversicherers belief sich die durchschnittliche Einsparung pro Fall auf 42500 Franken. Im Jahr zuvor waren es 49800 Franken gewesen. «Seit Einführung der Missbrauchsbekämpfung vor zwölf Jahren konnten über 164 Millionen Franken gespart werden», heisst es in der Mitteilung.

Voraussichtlich schon im Verlauf dieses Jahres wird die Suva wieder Detektive einsetzen, um Missbräuchen auf die Spur zu kommen und diese zu dokumentieren. Im Herbst 2016 musste sie die Detektivarbeit nach einem Bundesgerichtsurteil einstellen, weil die gesetzliche Grundlage dafür gefehlt hatte. Diese ist nun vorhanden, nachdem die Stimmberechtigten im vergangenen Jahr das Observationsgesetz abgesegnet haben. Sobald die Gesetze und Verordnungen dazu rechtsgültig sind, haben die Versicherungen wieder die Möglichkeit, bei begründetem Anfangsverdacht Detektive einzusetzen. Die Suva arbeitet für diese Überwachsungstätigkeit mit Partnern zusammen.

«Die grosse Mehrheit der Kunden bezieht ihre Leistungen zu Recht», erklärt Roger Bolt, Leiter Missbrauchsbekämpfung bei der Suva. Allerdings könnten schon einige wenige einen Millionenschaden anrichten – einen Schaden, der zu Lasten der ehrlichen Prämienzahler gehe.

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