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SUVA: Der Bodenständige aus der Leventina

Gabriele Gendotti ist zum neuen Ratspräsidenten der Suva gewählt worden. Der 63-jährige Tessiner alt Regierungsrat verkörpert den radikalen FDP-Flügel seines Heimatkantons.
Gerhard Lob
Der neue Ratspräsident der Suva: Gabrielle Gendotti. (Bild: PD)

Der neue Ratspräsident der Suva: Gabrielle Gendotti. (Bild: PD)

Gerhard Lob

Die lange Liste der Aufgaben und Ämter von Gabriele Gendotti wird ein weniger länger. Ab 1.Januar 2018 wird der Tessiner Anwalt und Notar als neuer Präsident des Suva-Rats walten. Das Gremium kennt der 63-Jährige bereits bestens. Denn vor vier Jahren war er als Vertreter des Bundes in den Suva-Verwaltungsrat gewählt worden. Nun wird er den Luzerner alt Regierungsrat Markus Dürr (CVP) ablösen, der gemäss Statuten aus Altersgründen zurücktreten muss.

Gendotti ist ebenfalls alt Regierungsrat, allerdings ein Exponent der FDP, der «liberali-radicali», wie die Freisinnigen im Tessin genannt werden. Er hat die klassische Ochsentour in der Politik absolviert, nach dem Jus-Studium in Zürich begann er neben seiner Anwaltstätigkeit im Grossen Gemeinderat seines Heimatortes Faido. Dann schaffte er den Sprung in den Grossrat, wurde Fraktionschef und schliesslich 1999 in den Nationalrat gewählt. Als Erziehungsdirektor Giuseppe Buffi im Jahr 2000 überraschend verstarb, rückte Gendotti in die Kantonsregierung nach.

Verzicht nach drei Legislaturen

Es folgten teilweise aufreibende Jahre, in denen bei der Tessiner FDP ein Machtkampf zwischen den wirtschaftsliberalen und eher etatistischen Kräften tobte. Gendotti verkörperte diesen «radikalen» FDP-Flügel, als Gegenpol zur äusserst liberalen Marina Masoni, mit der er sieben Jahre lang in der Regierung sass. Wohl kaum ein Zufall ist es, dass er aus der Leventina stammt, dem nördlichen Tessin, wo diese Strömung der Tessiner FDP zu Hause ist. Als Erziehungsdirektor zeichnete er sich durch Sachkenntnis und umsichtige Amtsführung aus. Kein Mann der lauten Töne.

Gendotti verzichtete 2011 nach drei Legislaturen auf eine erneute Kandidatur für den Staatsrat, was sich für die kantonale FDP als Nachteil erwies. Denn es führte zu den historischen Wahlen, in denen die Bewegung Lega dei Ticinesi die FDP als Partei der relativen Mehrheit mit zwei Sitzen im Staatsrat ablöste. Für Gendotti, der wiederholt auch ins Visier der Lega geraten war, endete damit seine parteipolitische Karriere, auch wenn er 2012 inoffiziell nochmals als möglicher FDP-Kantonalpräsident im Gespräch war. Doch bald wurde klar, dass er in der heutigen liberal dominierten Tessiner FDP nicht mehr so recht erwünscht ist. Das Rennen machte am Ende Rocco Cattaneo, ein Unternehmer und politischer Quereinsteiger, der sich klar zu einem Wirtschaftsliberalismus bekennt und in den nächsten Tagen als Nationalrat, als Nachfolger von Ignazio Cassis, vereidigt wird. Gendotti hat seine Aktivitäten auf nationale Ebene verlagert, insbesondere in den Bereich Bildung und Forschung. Seit 2012 ist er Präsident des Stiftungsrats des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF), sein erneuertes Mandat läuft noch bis 2019.

Engagement für den Tourismus

Im guten Sinne des Wortes ist er stets heimatverbunden geblieben. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung war er sich nicht zu schade, wieder im Gemeinderat seiner Wohnge­meinde Faido aktiv zu werden. Dort sitzt er in der Exekutive. Er setzt sich stark für den Tourismus ein, etwa für das Skigebiet und die Sesselbahnen von Carì. Und bei Volksfesten schöpft «Lele», wie er allgemein genannt wird, die Minestrone gerne selbst mit der Kelle.

Wer im Zug auf der Nord-Süd-Achse unterwegs ist, hat gute Chancen, den verheirateten Vater von zwei erwachsenen Kindern zu treffen. Denn für seine Fahrten in die Deutschschweiz nimmt er in der Regel die Bahn. Der neue Gotthard-Basistunnel (GBT) brachte ihm allerdings keinen Vorteil, wie er gelegentlich beklagt. Ganz im Gegenteil. Denn die SBB haben die IR-Verbindungen über die Bergstrecke, und somit über Faido, eingestellt. Nun muss er mit der S-Bahn nach Bellinzona, um von dort via Basistunnel nach Norden zu fahren, etwa zu Suva-Sitzungen in Luzern.

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