SUVA: Markus Dürr hört Ende Jahr auf

Die Amtszeit von Verwaltungsratspräsident Markus Dürr (70) geht früher zu Ende als erwartet. Grund ist eine neue Alterslimite.

Rainer Rickenbach
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Markus Dürr tritt Ende 2017 ab. (Bild: Boris Bürgisser (12. April 2017))

Markus Dürr tritt Ende 2017 ab. (Bild: Boris Bürgisser (12. April 2017))

Der frühere Luzerner Regierungsrat Markus Dürr steht dem Verwaltungsrat der Unfallversicherung erst seit Anfang 2014 vor. Bereits Ende dieses Jahres wird er sein Amt an der Spitze des Aufsichtsgremiums abgeben. Ursache für die kurze Amtszeit ist die neue Altersobergrenze von 70 Jahren für Suva-Verwaltungsräte. Sie ist im neuen, revidierten Unfallversicherungsgesetz enthalten, das seit Jahresbeginn gültig ist. Dürr feierte am vergangenen Montag seinen 70. Geburtstag.

«Die Alterslimite gilt für alle Mitglieder des Suva-Rates. Gemäss Gesetz scheiden diese spätestens am Ende des Kalenderjahres aus, in dem sie das 70. Lebensjahr vollendet haben», teilte Michaela Kozelka, Mediensprecherin des Bundesamts für Gesundheit (BAG), auf Anfrage mit. Das BAG ist für die Unfallversicherung des Bundes zuständig. Es ist im Departement des Innern angesiedelt, das von Bundesrat Alain Berset geführt wird.

Für Dürr muss es überraschend gewesen sein, dass die Altersbegrenzung keine Übergangsfrist enthält und er darum bereits nach vier Jahren im Amt Platz machen muss. «Ich habe noch eine Wahlurkunde des Bundesrates zu Hause, in der mir bescheinigt wird, dass ich bis 73 Suva-Chef sei. Aber keine Sorge, ich werde meinen Sessel räumen», sagte er in einem Interview in der «Zentralschweiz am Sonntag». Weiter will er sich dazu nicht äussern.

Es gilt indes als offenes Geheimnis, dass der bürgerliche CVP-Mann Dürr und der sozialdemokratische Bundesrat Berset hin und wieder in Sachfragen aneinandergeraten sind. Der frühere Luzerner Politiker ist bekannt dafür, mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten. Unüblich ist jedenfalls, dass die Altersguillotine ohne Übergangsfrist auskommt. Denn normalerweise treten solche Regelungen erst verzögert in Kraft, weil die Amtsinhaber ihren Job unter den alten Voraussetzungen angetreten hatten. Konkret bedeutet das im Fall von Dürr: Er wurde 2014 im Alter von 67 Jahren Suva-Präsident mit der Aussicht auf eine sechsjährige Amtszeit und ohne zu ahnen, dass die Altersgrenze ihn vorher zum Abschied zwingt.

Wollte der Bundesrat mit der Altersgrenze einen unbequemen Verwaltungsratspräsidenten loswerden? Beim BAG verweist man darauf, es sei das Parlament ­gewesen, das die Alterslimite ohne Übergangsfrist beschlossen habe. Das ist so. Nur: Die Parlamentarier winken in der Regel solche Bestimmungen im Glauben durch, sie seien mit den Betroffenen abgesprochen.

Gemäss BAG befasst sich der Verwaltungsrat am 9. Juni mit der Nachfolge für den scheidenden Verwaltungsratspräsidenten. Das Aufsichtsgremium und nicht mehr der Bundesrat ist neuerdings für die Wahl zuständig.

Rainer Rickenbach

rainer.rickenbach@luzernerzeitung.ch