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E-Sport: Swisscom will mitspielen

Das Interesse am digitalen Sport wächst und wächst: Nach Unternehmen wie Postfinance und Knorr erweitert nun auch Swisscom ihr E-Sports-Engagement und startet eine eigene Liga namens «Swisscom Hero League».
Federico Gagliano
Die SwitzerLAN hat am Freitag in Bern begonnen. Mit 2048 Teilnehmern ist sie die grösste LAN-Party im deutschsprachigen Raum. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Die SwitzerLAN hat am Freitag in Bern begonnen. Mit 2048 Teilnehmern ist sie die grösste LAN-Party im deutschsprachigen Raum. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Bisher beteiligte sich die Swisscom nur als Sponsor des E-Sports-Teams «mYinsanity» an Videospielwettkämpfen. Nun will sie mit der grossen Kelle anrichten: Am Freitag kündigte der Schweizer Telekomanbieter seine Pläne an, eine ganz eigene E-Sport-Liga gründen zu wollen, die «Swisscom Hero League». Der Startschuss dazu wird bereits nächsten Monat fallen.

E-Sport sei eine der am schnellsten wachsenden Sportarten der Welt, erklärte Swisscom-Marketingchef Michel Siegenthaler. Es handle sich um ein Milliardengeschäft. Der weltweite Umsatz mit Games belaufe sich in diesem Jahr auf 138 Milliarden Dollar. 900 Millionen ­davon seien alleine dem E-Sport zuzuschreiben, so Siegenthaler. In der Schweiz betrug der Umsatz mit Videospielen 570 Millionen Franken im letzten Jahr (siehe Grafik).

Kein Wunder, möchte sich die Swisscom ein Stück vom Kuchen abschneiden. Mit der Hero League wolle die Swisscom eine professionelle Plattform bieten und der breiten Bevölkerung den Zugang zum Sport erleichtern. Zum Start wird man in drei Spielen antreten können: Im Mobile-Strategiespiel «Clash Royale», im Fantasy-Kartenspiel «Hearthstone» und in «League of Legends», ein sogenanntes Moba (siehe Kasten). Letzteres gehört zu den beliebtesten Spielen im E-Sport: 60 Millionen Menschen sahen sich letztes Jahr die Finalspiele an der Weltmeisterschaft in China an. In der Schweiz ist man davon noch weit entfernt – 3 Millionen Schweizer spielen regelmässig Videospiele, genaue Zahlen zum E-Sports fehlen aber.

Postfinance gründet «League of Legends»-Team

Auch die Postfinance nutzte das Herofest, um eigene E-Sport-Pläne anzukünden. Seit Juli nahm das Unternehmen Bewerbungen für ein «League of Legends»-Team entgegen, welches ein Jahr lang von Postfinance finanziert wird. Am Freitag wurden die fünf Spieler präsentiert, die sich unter 800 Bewerbern durchgesetzt haben: Mahdi Nasserzadeh (20, ZH), Nikola Dimovic (20, BE), Antoine Tinguely (22, FR), Marco Buchholz (23, BE), Dennis Berg (25, ZH). Der Name des Teams steht noch nicht fest; am Herofest können Ideen eingereicht werden. Beim Spiel «League of Legends» des amerikanischen Entwicklers Riot Games treten zwei Teams mit je fünf Spielern gegeneinander an. Ziel ist es, das Hauptgebäude des gegnerischen Teams zu zerstören. Das Spielprinzip hat sich aus Echtzeitstrategiespielen heraus entwickelt und gilt inzwischen als eigenes Genre, Multiplayer Online Battle Arena, kurz Moba, genannt.

16000 Franken Preisgeld

Die neue Liga startet im November. Die Qualifikationsspiele dauern bis Ende Januar und finden online am Wochenende statt. Danach beginnt die Gruppenphase, das Final folgt dann im Mai. Wo es stattfinden wird, steht noch nicht fest. Bereits beschlossene Sache sind aber die Preisgelder: die ersten drei Teams in «League of Legends» erhalten ein Preisgeld von 10000 Franken, in den anderen beiden Spielen werden es je 3000 Franken sein. Unterstützung bei der Organisation der Liga bekommt die Swisscom von der deutschen Firma ESL, welche weltweit E-Sport-Turniere veranstaltet. Die im Jahr 2000 gegründete Firma mit Sitz in Köln ist das grösste E-Sport-Unternehmen der Welt und beschäftigt über 500 Mitarbeiter. Die ESL wird hauptsächlich für die Infrastruktur der Hero League zuständig sein.

Die Vermarktung sei hingegen Aufgabe der Swisscom, erklärte Siegenthaler weiter. Deshalb soll E-Sport auch verstärkt ins TV kommen. Drei neue Sender sind geplant, welche Liveübertragungen der Hero League, aber auch weltweite Events ausstrahlen werden. Zusätzlich sollen auch weitere Gaming-News und -Apps für Swisscom TV bis Ende 2018 erhältlich sein.

Wir freuen uns sehr, dass der E-Sport in der Schweiz weiter wächst.

Die Hero League wird nicht die erste Schweizer E-Sports-Liga sein. Die Swiss E-Sport League (SESL) hatte bereits Anfang Jahr Pionierarbeit in diesem Bereich geleistet. Bei der SESL handelt es sich aber um eine inoffizielle Liga, die rund 40 Mitarbeiter engagiert, grösstenteils ehrenamtlich. Im August hatte die Liga den deutschen Lebensmittelhersteller Knorr als Sponsor gewinnen können. Zur neuen Liga meinte SESL-CEO Michael Bieri auf Anfrage: «Wir freuen uns sehr, dass der E-Sport in der Schweiz weiter wächst und an Akzeptanz gewinnt. Wir wünschen der Swisscom viel Erfolg und einen guten Start mit der Hero League.» Ob es eine Zusammenarbeit geben werde, sei noch offen. Die Swisscom könne sich das aber durchaus vorstellen, sagte Siegenthaler.

Plätze seit Tagen ausverkauft

Die Ankündigung der neuen Liga hätte an keinem passenderen Ort stattfinden können: Die Swisscom präsentierte ihre Pläne gleich zu Beginn der dreitägigen Gaming- und Fantasymesse Herofest an der Bern Expo. Das Fest hat sich aus der Spielwarenmesse Suisse Toy herausgebildet, die dieses Jahr Pause macht und 2019 wieder stattfinden soll.

Digitale Spiele waren bereits ein grosser Teil der Messe, die mit jedem Jahr gewachsen sind. Diese Entwicklung zeigt sich am eindrücklichsten anhand der LAN-Party SwitzerLAN, welche parallel zum Herofest stattfindet. Vor fünf Jahren waren 250 Spieler dabei – heute stehen 2048 Plätze zur Verfügung. Damit ist die SwitzerLAN nicht nur die grösste LAN-Party der Schweiz, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum. Die Plätze sind bereits seit Tagen praktisch ausverkauft. Das Herofest dauert noch bis Sonntagabend.

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