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Interview

SZKB-Präsident Kuno Kennel über seinen Rücktritt: «Damit nehme ich die Bank aus der Schusslinie»

Der zurückgetretene Bankpräsident Kuno Kennel zu seinem Rücktritt. Auf die Frage, wie es nun weiterginge, entgegnet Kennel: «Ich benötige jetzt zuerst eine Erholungsphase, bevor ich wieder Pläne schmiede.»
Jürg auf der Maur
Einen Tag nach dem Rücktritt nimmt Bankratspräsident Kuno Kennel Stellung zu den Vorfällen. (Bild: Jürg Auf der Maur)

Einen Tag nach dem Rücktritt nimmt Bankratspräsident Kuno Kennel Stellung zu den Vorfällen. (Bild: Jürg Auf der Maur)

Sie sind als Bankratspräsident der Schwyzer Kantonalbank zurückgetreten. War das für Sie eine Befreiung oder eine ungerechte Strafe?

Weder noch. Das war ein gut überlegter Schritt, um die Bank aus der Schusslinie der Medien zu nehmen.

Was lief denn aus Ihrer Sicht falsch?

Zuerst muss ich festhalten, dass der unabhängige Untersuchungsbericht von Deloitte, welcher von der zuständigen Kantonsratskommission (Krak) in Auftrag gegeben wurde, zum Schluss gekommen ist, dass hinsichtlich meiner Tätigkeit als Bankpräsident keine Interessenkonflikte vorlagen. Es gab auch keine Verstösse gegen Gesetze oder bankinterne Vorgaben.

Der Bericht tadelt Sie aber auch, es habe an «Gspüri» gefehlt? Haben Sie Fehler gemacht?

Fehler passieren leider. Mein Beratungsmandat hätte ich rückblickend deklarieren sollen, obwohl beim Bankrat eine Bewilligung für Beratungsmandate normalerweise nicht eingeholt werden muss.

Der Untersuchungsbericht hat Ihnen recht gegeben. Es ist nichts Unrechtliches passiert, und trotzdem geben Sie den Rücktritt. War er wirklich nötig?

Der Untersuchungsbericht entlastet mich in allen wesentlichen Punkten. Es war für mich aber von übergeordnetem Interesse, dass die Bank als Institution geschützt wird. Da wir im Wahlkampf stecken, wurde mir schnell klar, dass der Wirbel um meine Person und auch die Bank weiter angeheizt würden, sollte ich das Bankpräsidium weiterführen.

Aber?

Mit meinem Rückzug kann ich die Bank hoffentlich aus der Schusslinie nehmen. Die öffentlichen Mutmassungen und Unterstellungen waren so oder anders nicht gut für die Bank. Deswegen habe ich mich zum Rücktritt entschieden.

Sie haben sicher eine schwierige Zeit hinter sich. Wie haben Sie diese erlebt?

Das waren belastende Momente, ganz klar. Vor allem auch, weil meine persönliche Integrität ungerechtfertigt in Frage gestellt wurde.

Die Debatte geht ja weiter. Parteien fordern bereits weitere Abklärungen, etwa was den Fall Phoenix betrifft. Sind Sie einverstanden?

Zum Thema Aerius Holding AG wurde ich in der Untersuchung der Krak bereits befragt. Dieser Sachverhalt wurde somit von der Krak-Untersuchung behandelt.Was die Pensionskasse Phoenix betrifft, hat diese Stiftung weder mit der Schwyzer Kantonalbank noch mit mir als ehemaligem Bankpräsidenten etwas zu tun. Jedenfalls waren weder die Schwyzer Kantonalbank noch ich je für eine Anlageentscheidung der Stiftung Pensionskasse Phoenix verantwortlich.

Die CVP will aber wissen, ob die Kantonalbank mit den Pensionskassen-Geldern der kantonalen Angestellten auch so riskante Geschäfte macht.

Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Mit dem operativen Geschäft hatte ich nichts zu tun.

Wir reagierten die Mitarbeiter der Kantonalbank – nicht nur auf Ihren Rücktrittsentscheid, sondern auch auf die zurückliegenden Wochen?

Ich fühlte mich von der Bank und vor allem vom Bankrat in jeder Phase getragen und fair behandelt. Ich habe mich gefreut über die Würdigung der Tätigkeit, wie sie Karl Roos in der Medienmitteilung der Schwyzer Kantonalbank zum Ausdruck brachte. Und auch die zahlreichen Zusprüche von Mitarbeitenden der Bank haben mich in dieser schwierigen Phase aufgebaut.

Die Zahlen für die Bank stimmten, seit Sie 2012 das Präsidium übernahmen. Was war Ihnen wichtig?

Die Bank hat sich in den letzten sieben Jahren sehr positiv weiterentwickelt. Das hohe Engagement aller Mitarbeitenden ist beeindruckend, und essenziell ist die starke Verbundenheit der Kunden mit ihrer Bank. Im Zusammenhang mit den untersuchten Vorgängen darf ich auch darauf hinweisen, dass das Vorsorgegeschäft gewachsen und die SZKB heute der erarbeiteten Strategie entsprechend ein Komplett-Anbieter für Firmen und Private in der 2. und 3. Säule ist.

Wie geht es nun weiter?

Ich benötige jetzt zuerst eine Erholungsphase, bevor ich wieder Pläne schmiede.

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