Konkurrenz
Tag Heuer will Apple mit einer getarnten Smartwatch schlagen

Der Westschweizer Uhrenhersteller Tag Heuer hat eine moderne Variante seiner Carrera-Armbanduhr angekündigt. Im klobigen schwarzen Gehäuse soll Hightech von Intel und Android-Software von Google stecken.

Daniel Schurter
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Jean-Claude Biver kündigte die Partnerschaft an, kann aber noch kein Bild der Uhr zeigen.

Jean-Claude Biver kündigte die Partnerschaft an, kann aber noch kein Bild der Uhr zeigen.

Keystone

Der redselige Chef von Tag Heuer hatte die Katze bereits am Mittwoch aus dem Sack gelassen. Oder zumindest einen Teil der Katze...

Der Nachrichtenagentur Reuters verriet Jean-Claude Biver, dass sein Unternehmen am Donnerstag eine Smartwatch präsentieren werde. Die Antwort des Westschweizer Uhrenherstellers auf die Apple Watch ist eine Smartwatch, die nicht als solche zu erkennen ist. Oder genauer gesagt: Sie verbirgt sich im markanten, sprich klobigen Panzer der legendären Carrera-Uhr.

Heute legte Biver nach. Es handle sich um die grösste Ankündigung, die er je gemacht habe. Im Gepäck hatte er eine neue Partnerschaft mit dem amerikanischen Chiphersteller Intel und mit Google, und auch noch mehrere Kilogramm Käse.

Die erste Luxus-Android-Wear-Uhr

Es handle sich um den besten Zusammenschluss zwischen traditionellen Uhrmachern und Hightech aus dem Silicon Valley, hiess es am Donnerstagnachmittag. Die Uhr wird mit dem von Google entwickelten mobilen Betriebssystem Android Wear laufen und mit Intel-Chips.

Es werde die erste Luxus-Android-Wear-Uhr, hiess es. Allerdings wurden weder der Preis noch weitere Informationen zum Funktionsumfang gegeben. Die neue Smartwatch soll «vor Ende Jahr» verfügbar sein.

Bilder wurden keine gezeigt.

Die Uhr werde in der Schweiz gebaut, sagte Biver in der anschliessenden Fragerunde. Die Prozessortechnik komme aus dem Silicon Valley. Die Schweizer Uhrenindustrie sei heute nicht in der Lage, Vergleichbares zu liefern.

Reaktion auf Apple Watch

Tag Heuer hat den Firmensitz in La Chaux-de-Fonds und gehört zum französischen Luxusmarkenkonzern LVMH. Wie andere bekannte Uhrenhersteller wollen die Westschweizer den Smartwatch-Markt nicht kampflos dem neuen Herausforderer Apple überlassen. Die Kalifornier wollen ihre erste Uhr ab dem 24. April in den USA, Deutschland und weiteren Ländern verkaufen. Die Schweiz gehört allerdings nicht dazu. Die Apple Watch gibts in der günstigsten Version ab 349 Dollar, die Luxusausführung ab 10'000 Dollar.