Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TECHNIK: So wohnen wir in Zukunft

In London steht das modernste Gebäude der Welt. Erstellt hat es Siemens. Der Technologiekonzern führt vor, was mit nachhaltiger Bauweise möglich ist.
Stefan Dähler
Der futuristische Glasbau fällt auf: das Siemens-Gebäude «The Crystal» in London. (Bild: PD)

Der futuristische Glasbau fällt auf: das Siemens-Gebäude «The Crystal» in London. (Bild: PD)

Wie wohnen wir im Jahr 2050? Wie sieht in dreissig Jahren unser Arbeitsplatz aus, und wie bewegen wir uns in den Grossstädten? Antworten auf diese Fragen gibt es in London; genauer gesagt im Glasgebäude «The Crystal». Schon der Blick von aussen lässt erahnen, dass die Besucher im Innern des spektakulären Baus die Zukunft erwartet. Wie ein Raumschiff von einem fernen Planeten liegt der geschliffene Kristall vor dem Hafenbecken Royal Victoria Dock im Osten Londons.

«Grünstes» Gebäude der Welt

Die sogenannten Docklands zeugen noch heute von der blühenden industriellen Vergangenheit der Stadt. Fast 100 Jahre lang herrschte hier ein reger Schiffsverkehr mit Waren aus der ganzen Welt. 1980 wurde die Handelsschifffahrt in den Docklands geschlossen. Seit einigen Jahren erlebt der Stadtteil nun einen Aufschwung. Statt Lagerhäuser dominieren heute moderne Wohngebäude und trendige Restaurants.

Im September 2012 eröffnete Siemens seinen «Kristall», der heute als neues Wahrzeichen und Publikumsattraktion der Docklands bezeichnet wird. 35 Millionen Euro investierte der Münchner Technologiekonzern in den Bau. «Dabei haben wir das aktuelle Wissen und die neuste Technologie des nachhaltigen Gebäudebaus angewendet», sagt Martin Powell. Der frühere Umweltberater des Londoner Bürgermeisters leitet heute den Bereich Städteentwicklung von Siemens. Stolz bezeichnet er «The Crystal» als «grünstes Bürogebäude» der Welt.

Energieverbrauch halbiert

Beim Bau setzte Siemens ganz auf den Einsatz von nachhaltigem Material. Energie bezieht der Bürokomplex aus Erdwärme und aus Sonnenstrahlen. Die Toiletten werden mit Regenwasser gespült. Im ganzen Gebäude sind Sensoren angebracht. Sie regeln und steuern Energie-, Licht- und Frischluftbedarf. So wird zum Beispiel ermittelt, wie viele Leute sich in einem Raum befinden. Entsprechend stellt sich die Belüftung ein. Die spezielle Architektur und die grossflächige Glasfassade ermöglichen viel Tageslichteinfall. Bei Dunkelheit kommen sparsame LED-Lampen zum Einsatz. «‹The Crystal› verbraucht halb so viel Energie wie ein herkömmliches Bürogebäude der gleichen Grösse», erklärt Martin Powell. Fossile Energieträger wie Erdöl oder Erdgas werden nicht eingesetzt. «So verringern wir den Ausstoss von Kohlendioxid.» Ausgezeichnet wurde «The Crystal» mit dem Nachhaltigkeitslabel «LEED Platinum» – der weltweit höchsten Zertifizierung für ökologische Bauwerke.

Mit ihrem spektakulären Glashaus will Siemens der Fachwelt zeigen, was beim heutigen nachhaltigen Gebäudebau möglich ist. So hat man zum einjährigen Bestehen von «The Crystal» Fachleute und Journalisten zur Besichtigung nach London eingeladen – wodurch diese Reportage entstand. Der Technologiekonzern mit den vier Hauptgeschäftsfeldern Energie, Medizintechnik, Industrie sowie Infrastruktur und Städte unterhält im Glasgebäude eine Forschungsabteilung. Daneben gibt es auf knapp 7000 Quadratmetern Seminar- und Sitzungsräume, ein Auditorium mit 270 Plätzen sowie Ausstellungsflächen und ein Besucher-Café mit Shop.

100 000 Besucher in einem Jahr

Für die meisten Touristen ist die weltweit grösste Ausstellung zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung der Hauptgrund für einen Besuch des Siemens-Kristalls. Auf über 2000 Quadratmetern wird viel Sehens- und Wissenswertes vermittelt – teils mit interaktiven Ausstellungsobjekten. Ein Highlight sind kurze Animationsfilme, die aus dem Leben in einer modernen Grossstadt im Jahr 2050 erzählen. Es sind Bilder einer sauberen Metropole. Die Hochhäuser verfügen über viele Grünflächen, auf denen die Bewohner eigenes Gemüse anpflanzen. Strassenlaternen werden mit Sonnenenergie betrieben. Auf den Hausdächern hat es Solarpanels und Windräder. Als Fortbewegungsmittel nutzen die Stadtbewohner die moderne Stadtbahn oder das E-Bike. Seit der Eröffnung vor einem Jahr haben bereits über 100 000 Personen die Ausstellung im «The Crystal» besucht.

Die Menschen zieht es in die Städte

Auf der ganzen Welt zieht es die Menschen in die Grossstädte. Bereits heute lebt mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung in einer Stadt. Jede Sekunde wächst die Zahl der in urbanen Zentren lebenden Menschen um zwei Personen. Die Städteentwickler stehen vor grossen Herausforderungen – Ernährung, Logistik, Verkehr, Wohnen und Energienutzung müssen dem dichten Lebensraum angepasst werden. Unternehmen wie Siemens entwickeln Technologien, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Besonders erfolgreich ist der Konzern in London. So wird beispielsweise der Automobilverkehr mit Siemens-Technologie geregelt und dosiert, um einen Verkehrszusammenbruch zu verhindern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.