Übertragungsrechte
Teleclub schnappt sich die Champions League – SRF geht leer aus

Wer die Champions League sehen will, muss bald auch in der Schweiz extra dafür bezahlen. Der Bezahlsender Teleclub hat sich die Rechte an der Ausstrahlung gesichert. Das ist eine herbe Niederlage für das Schweizer Fernsehen.

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Basels Eder Balanta im Zweikampf mit Angel Di Maria im Champions-League-Spiel gegen Paris St. Germain: Ab 2018 werden die europäischen Spiele des FCB höchstwahrscheinlich nicht mehr im SRF zu sehen.

Basels Eder Balanta im Zweikampf mit Angel Di Maria im Champions-League-Spiel gegen Paris St. Germain: Ab 2018 werden die europäischen Spiele des FCB höchstwahrscheinlich nicht mehr im SRF zu sehen.

Keystone

Schweizer Fussballfans erleiden das gleiche Schicksal wie die deutschen und österreichischen Fussballfreunde: Sie können die Champions League bald nicht mehr im öffentlichen Fernsehen gucken. Der Grund: Teleclub hat sich gemäss "Blick" die Übertragungsrechte für die Champions League ab 2018 gesichert. Der Bezahlsender soll laut dem Bericht bereits dabei sein, ein Expertenteam zusammenzustellen, das in einer Sendung rund um die Live-Spiele auftritt.

Dass die Champions League zu Teleclub zügelt, heisst auch, dass die Spiele nicht mehr beim SRF zu sehen sein werden – und dass Fussballfans künftig viel Geld hinblättern müssen, um Ronaldo und Co. in der Champions League sehen zu dürfen. Das Schweizer Fernsehen überträgt bisher an jedem Spieltag eine Partie – in der kommenden Saison wohl zum vorerst letzten Mal. Ob der Sender als Sublizenznehmer weiterhin ein Spiel pro Woche zeigen darf, ist noch nicht klar. Weil das Ausschreibeverfahren noch läuft, wollte SRF gegenüber "Blick" keine Stellung nehmen.

In den Schweizer Nachbarländern haben die Sender ZDF und ORF den Kampf um die Übertragungsrechte ebenfalls verloren. Dort haben sich die Sender Sky und das neue Internet-Sportfernsehen "Dazn" die millionenschweren Rechte gekauft. (mwa)