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TEXTILINDUSTRIE: Rieter baut aus, Schweiter um

Rieter kauft das Textilgeschäft des Konkurrenten Schweiter. Damit entwickeln sich die zwei Schweizer Traditionsunternehmen definitiv in getrennte Richtungen.
Das Textilunternehmen Rieter. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Das Textilunternehmen Rieter. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Der Winterthurer Spinnmaschinenhersteller Rieter kauft für 124 Millionen Franken das Textilmaschinengeschäft des Horgner Mitbewerbers Schweiter. Auf beiden Seiten reagierten die Titel positiv auf die Mitteilung. Die Rieter-Aktien legten 1,4 Prozent zu und notieren mit 222 Franken auf einem Sechsjahreshoch. Die Schweiter-Valoren avancierten 1,9 Prozent und stehen beim Kurs von 1268 Franken nur knapp unter dem Allzeithoch von 2001.

Während sich Rieter vor sechs Jahren ganz auf das Textilmaschinengeschäft fokussierte und den geschäftsstabilisierenden Autozulieferbereich unter dem Namen Autoneum separat an die Börse brachte, hatte Schweiter den industriellen Schwerpunkt schon lange auf das Geschäft mit Verbundwerkstoffen gelegt. Rieter gewinnt durch den Zukauf nicht nur einen zusätzlichen Jahresumsatz von 86 Millionen Franken. Vielmehr gelingt dem 222-jährigen Traditionsunternehmen mit der Vertiefung der Wertschöpfung im Spinnereigeschäft auch ein Schritt in Richtung eines wichtigen strategischen Ziels. Als führender Anbieter von Präzisionsspulmaschinen besitzt Schweiter eine Kompetenz, die Rieter nun neue Möglichkeiten im Geschäft mit Kurzstapel-Spinnereimaschinen eröffnen. Die Expansion werde Rieter die dringend benötigte Stabilisierung der sehr zyklischen Erträge aus dem Spinnmaschinengeschäft erlauben, meinte ein langjähriger Branchenkenner im Gespräch. Die heftigen konjunkturellen Wellenbewegungen in der Nachfrage nach Spinnerei­maschinen hatten Rieter in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder stark zugesetzt. Von 2011 bis 2016 ist der Konzernumsatz um mehr als 10 Prozent auf unter 1 Milliarde Franken geschrumpft.

Für Schweiter geht mit dem Verkauf eine 100-jährige Tradition zu Ende. Aus dem Erlös investiert die Firma 48 Millionen Euro in den Erwerb der irischen Athlone Extrusions. Diese ist in der Herstellung von farbigen mehrschichtigen Kunststoffplatten führend und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 62 Millionen Euro. Schweiter mutiert nun zum reinen Verbundwerkstoffhersteller. Der Textilmaschinenbereich von Schweiter beschäftigt 246 Mitarbeiter mit Produktionswerken in China und Italien.

Daniel Zulauf

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