Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Diese Kaffeemaschine aus Weggis ist preisgekrönt

Thermoplan gewinnt den diesjährigen IHZ-Innovationspreis für die «Mastrena II» – die neue Kaffeemaschine für Starbucks.
Raphael Bühlmann
Die Produktion der neuen Starbucks-Maschinen in Weggis läuft auf Hochtouren.Bild: Corinne Glanzmann (13. September 2019)

Die Produktion der neuen Starbucks-Maschinen in Weggis läuft auf Hochtouren.Bild: Corinne Glanzmann (13. September 2019)

Auch 2019 zeichnet die Industrie- und Handelskammer das innovativste Unternehmen der Zentralschweiz aus. Mit 10000 Franken würdigt die IHZ damit «aussergewöhnliche Leistungen in der Entwicklung und Umsetzung von innovativen, technologieorientierten oder wissensbasierten Produkten, Verfahren sowie Dienstleistungen». Nach 2004 geht der Preis in diesem Jahr zum zweiten Mal an die Thermoplan AG.

Die Weggiser werden damit für die «Mastrena II» ausgezeichnet – die neuste Entwicklung für einen der bedeutendsten Kunden von Thermoplan. «Nach 1999 und 2009 stehen seit Januar dieses Jahres die ersten Vollautomaten der dritten Generation bei Starbucks im Einsatz», erklärt Thermoplan-CEO Adrian Steiner beim Besuch unserer Zeitung.

Keine Ausschreibung von Seiten Starbucks

Der IHZ-Preis würdigt damit auch die lange Zusammenarbeit zwischen dem Kaffeehaus aus Seattle und dem Kaffeemaschinenbauer aus Weggis. Eine Geschäftsbeziehung, die für den Erfolg von Thermoplan zentral war und die laut Geschäftsführer Steiner damals wie heute vor allem auf gegenseitiges Vertrauen baue. So hat Thermoplan auch die Entwicklung der Mastrena II vor fünf Jahren in Angriff genommen, ohne von den Amerikanern eine Abnahmegarantie in den Händen zu haben. «Wir hatten noch nie einen Abnahmevertrag mit Starbucks», so Steiner. Ein scheinbar hohes Risiko, wenn man die Entwicklungskosten von rund 4 Millionen Franken in Betracht zieht. Doch CEO Steiner verneint. «Wir messen uns an der Zuverlässigkeit unserer Produkte und nicht an Paragrafen». So sorge das 390 Leute starke Team in Weggis dafür, dass die weltweit über 300000 Mitarbeiter von Starbucks störungsfrei arbeiten könnten. Gut ein Viertel der Belegschaft arbeitet bei Thermoplan dafür in der Forschung und Entwicklung.

Und trotz des hohen Kostenumfeldes und des Währungsnachteils – der Exportanteil liegt bei 98 Prozent – hält Steiner den Produktionsstandort Schweiz als zentrales Element für den Erfolg von Thermoplan. «Die Einsatzbereitschaft und die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen sind bei uns sehr gross», sagt Steiner. Das Unternehmen sei sich dessen bewusst und biete auch deshalb überdurchschnittlich gute Anstellungsbedingungen und engagiere sich mit Projekten an Hochschulen und Universitäten und buhle so um die besten Talente.

Die vor Jahren eingeschlagene Strategie von Thermoplan scheint sich mehr und mehr auszuzahlen. Seit 20 Jahren beliefern die Weggiser exklusiv sämtliche Filialen von Starbucks. Eine Zeit, in der offenbar auch die Amerikaner den Zulieferer vom Vierwaldstättersee wertschätzen gelernt haben. Denn trotz des stolzen Auftragsvolumens – die Kaffeekette aus Seattle betreibt weltweit 30000 Shops mit durchschnittlich je 2 Maschinen – hat Starbucks den Auftrag für die neuen Maschinen nicht ausgeschrieben, sondern direkt Thermoplan mit der Planung betraut.

Auch Coca-Cola setzt auf Maschinen aus Weggis

Die Qualität der Kaffeemaschinen vom Vierwaldstättersee blieb denn auch einem weiteren Giganten der Nahrungsmittelbranche nicht verborgen. Coca-Cola hat sich 2018 die britische Kaffeekette Costa Coffee einverleibt. Deren neue Selbstbedienungsautomaten kommen nun ebenfalls von Thermoplan. Das Auftragsvolumen liegt hier bei rund 200 Millionen Franken. 50 neue Stellen wurden dafür geschaffen. Nebst Starbucks und Costa Coffee zählt Nestlé beziehungsweise Nespresso zum dritten wichtigen Kunden bei Thermoplan. Die drei Weltkonzerne sind für die Hälfte des Umsatzes bei Thermoplan verantwortlich. Thermoplan liefert damit also Geräte für den Gastrobereich (Starbucks), für die Selbstbedienung (Costa) sowie für den professionellen Gebrauch (Nespresso).

Die Anforderungen seien in jedem Fall hoch, aber eben doch unterschiedlich. Bei Starbucks mit oft wechselndem Personal müssten die Maschinen beispielsweise zuverlässig, effi­zient und einfach zu bedienen sein, erklärt Reto Gügler, der bei Thermoplan die Geschäfte mit Starbucks verantwortet. Zudem müsse der Kaffee sowohl in New York, Zürich oder Rom die gleiche Qualität und denselben Geschmack haben. Auch sollte das neue Modell niedriger sein, sodass der Starbucks-Mitarbeiter über die Maschine hinweg besser mit den Kunden kommunizieren könne. «Das Gespräch mit dem Barista ist ein wesentlicher Punkt bei Starbucks», erklärt Gügler.

Vor allem in der Gastronomie ebenfalls ein bedeutendes Kriterium ist die Zubereitungszeit. Die neue Maschine spare pro Kaffee mehrere Sekunden gegenüber dem Vorgängermodell ein – unter anderem ein relevantes Argument für die Preisvergabe der IHZ. «Die wichtigste Neuerung ist aber die Digitalisierung der Kaffeemaschinen», so Gügler weiter. Im Gegensatz zu früher wisse man heute in Echtzeit über den Status jeder Maschine Bescheid. «Damit werden wir unsere Servicequalität noch weiter verbessern können», sagt Gügler.

Anerkennungspreis nach Hochdorf und Oberdorf

Neben dem an Thermoplan vergebenen IHZ-Innovationspreis 2019 hat die Jury unter dem Vorsitz des ehemaligen IHZ-Präsidenten Hans Wicki die flo-ir (Florin Infrarot) GmbH und die Tschopp Holzbau AG mit je einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Die flo-ir (Florin Infrarot) GmbH aus Oberdorf NW hat sich auf die berührungslose Messtechnik mit Licht spezialisiert. Das 1978 gegründete Unternehmen erhielt den Preis für die Kapselprüfanlage, welche auf der optischen Tomografie (Optical-Coherence-Tomography-Verfahren) aufgebaut ist. Damit lassen sich alle Dimensionen von thermisch umgeformten Kapseln völlig berührungslos und mikrometergenau vermessen. Die Hochdorfer Tschopp Holzbau AG hat mit Bresta Akustik-Gentle ein leimfreies, tragendes Deckenelement entwickelt, das gleichzeitig für beste Schallabsorption sorgt. «Es erfüllt die Anforderungen an Statik, Raumakustik, Trittschall, Luftschall, Brandschutz und Ästhetik», wie es in einer Medienmitteilung der IHZ heisst.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.