Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Tiefe Zinsen treiben die Luzerner Kantonalbank über die Kantonsgrenze

Die Luzerner Staatsbank setzt verstärkt auf Geschäfte ausserhalb der Kantonsgrenze. Beobachter sind skeptisch.
Gregory Remez
Eingang zum LUKB-Hauptsitz in Luzern.Bild: Sigi Tischler/Keystone

Eingang zum LUKB-Hauptsitz in Luzern.Bild: Sigi Tischler/Keystone

Das harte Zinsumfeld setzt nicht nur den Grossen wie UBS und Credit Suisse, sondern zunehmend auch den Kantonalbanken zu. Kein Wunder, stellt das Zinsgeschäft für die Einkünfte der meisten Staatsinstitute nach wie vor so etwas wie die Hauptschlagader dar: Der Anteil am Geschäftsertrag beträgt bei machen Kantonalbanken bis zu 75 Prozent. Das macht die Institute entsprechend anfällig für Veränderungen in dieser Sparte.

Auf dem Aktienmarkt scheint die allgemein gedämpfte Stimmung dabei am stärksten der Luzerner Kantonalbank zuzusetzen, wie eine Analyse der «Finanz und Wirtschaft» zeigt. Vergleicht man alle an der Schweizer Börse kotierten Kantonalbanken, bildet die LUKB punkto Gesamtrendite aktuell das Schlusslicht (siehe Tabelle).

Das erstaunt insofern, als die Bank generell als gut aufgestellt gilt und im August ein solides Halbjahresergebnis präsentieren konnte. Auf Anfrage räumt LUKB-Sprecher Daniel von Arx ein, dass die Aktie «in den vergangenen Monaten – auch im Vergleich mit anderen Kantonalbanken – einen Kursrückgang hinnehmen musste». Es sei jedoch sinnvoll, die Kursentwicklung über einen längeren Zeitraum zu beobachten. «Betrachtet man die Entwicklung über die vergangenen drei Jahre, entspricht die Performance der LUKB-Aktie ziemlich genau der Entwicklung des brancheneigenen Aktienindex SPI Banken», führt von Arx aus.

Besondere Gesetzeslage im Kanton Luzern

Wie ihre Pendants in den anderen Kantonen gilt auch die LUKB als enorm abhängig vom Zinsgeschäft; 70 Prozent macht der Anteil am Ertrag hier aus. Und weil die Aussichten auf eine baldige Zinserhöhung schlecht sind, dürstet die Bank nach Diversifikation und dringt auf der Suche nach Wachstum verstärkt auch in Gefilde vor, wo sie nicht zu Hause ist: ausserhalb der Kantonsgrenzen. So betreibt das Institut zum Beispiel einen Pri­vate-Banking-Standort in Zürich. «Die Grenzen des Wirtschaftsraums Luzern deckt sich von jeher nicht mit dem Kanton Luzern», sagt von Arx. «Die steigende Mobilität der Kunden sowie die verstärkte Nutzung ­digitaler Kanäle drängen die Wahrnehmung von Kantonsgrenzen in den Hintergrund.»

Mit ihren Wachstumsgelüsten ist die LUKB nicht allein. Auch andere Kantonalbanken streben nach Expansion, manche haben etwa ihr Stammhaus mit Tochterunternehmen in anderen Kantonen (wie die Basler KB mit der Bank Cler) oder gar ausserhalb der Schweiz (wie die St.Galler KB mit ihrer deutschen Tochter) ergänzt. Besonders ist im Fall der Luzerner allerdings, dass ihnen dabei die Gesetzeslage in die Hände spielt. Denn während die meisten Kantonalbankgesetze vorsehen, dass die Banken ihren Fokus auf den heimischen Markt richten müssen, gibt es im Kanton Luzern keine entsprechende Beschränkung. Nicht zuletzt deshalb verfolgt die LUKB «bereits seit mehreren Jahren das Ziel, ihre Ertragsbasis zu verbreitern, um ihre Abhängigkeit vom Zinsgeschäft zu reduzieren».

An dieser Stelle sei gesagt, dass die meisten Kantonalbanken heute einen Teil des Geschäfts ausserhalb ihres Kantons haben. Ob allerdings eine weitere Expansion in fremde Märkte für die Institute den gewünschten Wachstumseffekt bringen wird, gilt unter Beobachtern als zweifelhaft. «Der Raum für Diversifikation ist für Kantonalbanken naturgemäss eingeschränkt», gibt etwa Maurice Pedergnana, Professor für Banking und Finance an der Hochschule Luzern, zu bedenken. Wenn diese also damit beginnen würden, ihren Fokus auf Geschäfte ausserhalb der Kantonsgrenzen zu richten, dann würden sie sich gegenseitig lediglich die – aufgrund des steigenden Margendrucks ohnehin kleiner werdenden – Kuchenstücke streitig machen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.