Wirtschaft
TopCC zieht im Cash-&-Carry-Markt an der Migros vorbei

Die Ostschweizer Kette TopCC ist hinter Prodega aus Moosseedorfnun der zweitgrösste Anbieter im bei den Abholmärkte. Sie verdankt dies ihren Ausbauschritten. Der letzte davon vor wenigen Tagen in Rothrist.

Ruedi Mäder
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Primär Gastro-Kunden, aber auch andere (eingetragene) Unternehmer bilden das CC-Zielpublikum. pd

Primär Gastro-Kunden, aber auch andere (eingetragene) Unternehmer bilden das CC-Zielpublikum. pd

Mitte April stand die Eröffnung in Sihlbrugg auf der Agenda. Seit letzter Woche markiert die Abholmarktkette TopCC AG neu auch in Rothrist Präsenz. Als Folge dieses jüngsten Expansionsschritts – Kostenpunkt: rund 25 Millionen Franken – dürfte TopCC im laufenden Jahr erstmals Platz zwei in diesem Handelssegment einnehmen:

Unangefochten an der Spitze liegt Prodega mit Zentrale in Moosseedorf. Die zur Transgourmet-Gruppe von Coop gehörende Prodega-Kette bringt mit zwei Dutzend Standorten in der Schweiz einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Franken auf die Waage.

Platz zwei hielt bisher der andere in Gossau SG domizilierte Abhol-Grosshändler, Cash + Carry Angehrn, an dem seit fünf Jahren die Migros mit 30 Prozent beteiligt ist. CC Angehrn setzte zuletzt mit neun Märkten rund 350 Millionen Franken um. In Planung befindet sich der zehnte Markt (am Standort Heimberg BE).

Die TopCC AG erwirtschaftete 2010 mit damals noch acht Märkten einen Umsatz von 291 Millionen Franken und rangierte damit an dritter Stelle. Für Geschäftsleiter Thomas Weilenmann ist aber so gut wie sicher, dass «seine» TopCC AG allein aufgrund der beiden jüngsten Neueröffnungen dieses Jahr mindestens 350 Millionen Franken umsetzen und damit Ende Jahr Platz zwei einnehmen wird – 2005 lag man noch bei Verkäufen von rund 200 Millionen Franken.

Noch weisse Flecken auf der Karte

Das Volumen des gesamten Schweizer Abholmarktes wird auf rund 2,1 Milliarden Franken geschätzt. An nächsten Expansionsschritten ist bei TopCC die Filiale Kriens LU spruchreif, wobei der Start (erst) in der zweiten Hälfte 2012 erfolgen dürfte.

In der Deutschschweiz, räumt TopCC-Chef Weilenmann im Gespräch mit der az ein, sehe er noch (mindestens) zwei «weisse Flecken» auf der Karte; weitere zwei bis drei Märkte möchte man in der Romandie bauen.

Für ihre Supermarktformate suchen die Handelsunternehmen heute in der Regel gezielt die Nähe zum einen oder anderen Konkurrenten – schliesslich geht es in Zeiten arg geschrumpfter Kundenloyalität vor allem darum, jeweils auch von den Kundenfrequenzen der Mitstreiter zu profitieren.

Im Fall der Abholmärkte sieht das etwas anders aus: Neben der Nähe zum Einzugsgebiet ist hier auch die Nähe zum Autobahnanschluss ein wichtiges Standortkriterium.

Über 30000 Artikel im Angebot

Der Abholmarkt TopCC ist grundsätzlich auf so genannte Grossverbraucher ausgerichtet. Im Vordergrund stehen Gastro-Kunden und Unternehmer (mit Eintrag im Handelsregister), Kundenkarten werden auch Schulen und Vereinen zugänglich gemacht.

Rund 70 Prozent des Umsatzes erzielt die TopCC AG mit Gastronomen und dem Handel. Das Sortiment umfasst rund 33000 Artikel. Frischprodukte bilden mit einem Umsatzanteil von gut 50 Prozent das Angebotsschwergewicht.

Thomas Weilenmann arbeitet seit dem Jahr 2000 im Haus, seit dem Jahr 2004 als Delegierter des Verwaltungsrats. Er nimmt für das Unternehmen in Anspruch, vor fünf Jahren als erstes seiner Zunft eine Tiefpreislinie eingeführt zu haben (diese umfasse heute rund 250 Artikel).

Von den Mitstreitern unterscheide man sich heute durch die bediente Metzgerei und die mit Fachberatern besetzte Weinabteilung. Weilenmann räumt ein, dass diese zusätzlichen Dienstleistungen in Rechnung gestellt würden, doch zeige die Nachfrage, dass die Rechnung auch für die Kundschaft aufgehe.

Davon abgesehen müsse TopCC (auch) den direkten Preisvergleich mit Marktleaderin Prodega aus der Transgourmet-Gruppe nicht scheuen.

Der Preisdruck hält 2011 an

Nach dem ersten Quartal des laufenden Jahres segelt TopCC umsatzmässig auf Vorjahresniveau, wobei das Sortiment gemäss den Angaben von CEO Weilenmann um weitere rund 2 Prozent verbilligt worden sei. Allein die Verkaufspreise für Gemüse und Fleisch seien in den ersten drei Monaten um rund 10 Prozent verringert worden.