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TOURISMUS: Bürgenstock-Resort wird im Herbst fast überrannt

Im September eröffnet das neue Hotel-Resort auf dem Bürgenstock. Während der schönen Herbsttage sehen sich Tausende auf dem Berg um.
Rainer Rickenbach
Robert Herr (General Manager), Marc Haeberli, (3-Sterne-Koch), Mike Wehrler (Culinary Director) und Bruno H. Schöpfer (Managing Director) feiern die Eröffnung des Bürgenstock-Resorts (von links). (Bild: Eveline Beerkircher)

Robert Herr (General Manager), Marc Haeberli, (3-Sterne-Koch), Mike Wehrler (Culinary Director) und Bruno H. Schöpfer (Managing Director) feiern die Eröffnung des Bürgenstock-Resorts (von links). (Bild: Eveline Beerkircher)

Rainer Rickenbach

kanton@luzernerzeitung.ch

Am 14. September war es endlich so weit: Nach neun Jahren ausgeklügelter Planung empfingen die meisten Hotels und Restaurants der riesigen Bürgenstock-Anlage erstmals Ausflugsgäste.

Und sie kamen in Scharen: Während der sonnigen Herbsttage bis Ende Oktober strömten x-tausend Neugierige auf den Berg mit der atemberaubenden Aussicht. «Wir wurden fast überrannt», sagt Managing Director Bruno H. Schöpfer. Es sind vor allem Schweizer, die sich kurz nach der Eröffnung ein Bild vom neu gestalteten Hoteldorf machen. Bis sich sein Ruf über die Grenze hinaus festigt, dürfte wohl noch einige Zeit vergehen.

Vom Fünfsternehaus bis zur Taverne

Die Highlights der Anlage eröffnen innerhalb von knapp drei Monaten etappiert. Das Waldhotel für Reha-Patienten schliesst dann den Ouvertüren-Reigen Mitte Dezember ab. Das noble Hotel Bürgenstock (5-Sterne-Superior) gilt als Herzstück der Anlage. Es wurde komplett neu gebaut. Dazu gesellen sich das ­«Palace» (4-Sterne-Superior) als Mittelpunkt für den Kongress-Tourismus sowie die Dreisternpension Taverne. Insgesamt bietet der Bürgenstock 383 Zimmer und Suiten. Zum Resort gehören eine Wellness- und Spa-Anlage mit mehr als 10000 Quadratmetern Fläche, Konferenzräume für 800 Besucher und 68 Residenz-Wohnungen, die für 6000 bis 30000 Franken im Monat zu mieten sind. Zu den Freizeitanlagen zählen eine 9-Loch-Golfanlage sowie Aussen- und Indoor-Tennisanlagen. In den zwölf ­Restaurants gibt es asiatische, französische und schweizerische Küche, in den Läden Uhren und weitere Produkte, die internationale Gäste mit der Schweiz verbinden. Zurzeit sind 550 Mitarbeiter im Resort beschäftigt. Im Vollbetrieb in zwei Jahren dürften es rund 800 Personen sein. Etwa 550 Millionen Franken haben die Kataris aus ihrem Staatsfonds auf dem Bürgenstock investiert. Der Kleinstaat auf der Arabischen Halbinsel legt einen schönen Teil seiner Einnahmen aus dem Erdgas-Geschäft weltweit in Tourismusanlagen an. In der Schweiz gehören nebst dem Bürgenstock der «Schweizerhof» in Bern und das Hotel Royal ­Savoy in Lausanne den ­Kataris.

Beim Bürgenstock handelt es sich um das bis anhin grösste Tourismus-Projekt der Zentralschweiz. Das Wirtschaftsinstitut BAK Basel rechnete aus, dass die neue Anlage für die Region eine Bruttowertschöpfung von jährlich 140 Millionen Franken abwirft. Treibende Kraft hinter dem Projekt ist Bruno H. Schöpfer (62). Er orchestrierte neun Jahre lang die Planung, verhandelte mit den Behörden, überwachte die Bauarbeiten und stand den arabischen Investoren Red und Antwort. Obwohl ihm die Nidwaldner Behörden keine unnötigen Steine in den Weg legten, musste er nicht weniger als 147 Baubewilligungen besorgen – darunter eines für ein Bienenhäuschen und deren zwei für zwei Skulpturen. Als Managing Director trägt er auch nach der Eröffnung die Gesamtverantwortung.

Den Trumpf, den das Bürgenstock-Resort im weltweiten Wettbewerb um Hotelgäste vorzuweisen hat, sei die einmalige Lage, sagt Schöpfer. «Was diese angeht, braucht das Bürgenstock-Resort keinen Vergleich zu scheuen. Sie bietet unvergleichliche Einblicke in die Bergwelt und das Mittelland und ist als Destination innert nützlicher Frist erreichbar», so Schöpfer. Dies ist nicht zuletzt auch dank einer neuen Standseilbahn der Fall – die gerade bei Einheimischen auch wegen hoher Ticketpreise zu reden gab.

Ziel bleibt es aber, das Angebot für verschiedenste Gästegruppen attraktiv zu halten. Über 100000 Tagesgäste sollen jährlich die Gastronomiebetriebe, den Wellness- und Spa-Bereich sowie die weiteren Freizeiteinrichtungen beleben. Der Kongress- und Seminartourismus bildet eine weitere Säule. Im Waldhotel sorgen die medizinischen Reha-Einrichtungen für eine Grundauslastung, im Fünfsternehaus Bürgenstock gehen die Reichen und Schönen ein und aus, und die Appartments eignen sich für Kaderleute aus der Wirtschaft oder vermögende Pensionäre. Läuft es in einem Segment einmal weniger gut, soll die Flaute mit einer anderen Gästegruppe wettgemacht werden. Obwohl der Berg über Weihnachten bereits so gut wie ausgebucht ist, erwarten die Resort-Verantwortlichen eine Anfangsphase, in der es Schritt um Schritt aufwärtsgeht. Sie rechnen für die ersten zwei Jahre mit einer Auslastungsquote von 65 Prozent. «Ab 2020 herrscht Vollbetrieb. Danach soll das Resort eigenwirtschaftlich sein», sagt Robert Herr, General Manager des Resorts.

Im ganzen Rummel ging ein wesentlicher Aspekt fast unter: Die Planer haben das Hoteldorf mit einer CO2-neutralen Energieversorgung versehen. Gekühlt und geheizt wird im Resort ausschliesslich mit Seewasser. Zu diesem Zweck befördern Hochdruckpumpen pro Stunde 280 Kubikmeter Vierwaldstätterseewasser auf den Berg.

Bild unten, von links: Robert Herr (General Manager), Marc Haeberli, (3-Sterne-Koch), Mike Wehrler (Culinary Director) und Bruno H. Schöpfer (Managing Director) feiern die Eröffnung des Bürgenstock-Resorts. Dafür wurde extra eine neue Standseilbahn angeschafft. (Bilder: Pius Amrein, Nadia Schärli und Eveline Beerkircher)

Bild unten, von links: Robert Herr (General Manager), Marc Haeberli, (3-Sterne-Koch), Mike Wehrler (Culinary Director) und Bruno H. Schöpfer (Managing Director) feiern die Eröffnung des Bürgenstock-Resorts. Dafür wurde extra eine neue Standseilbahn angeschafft. (Bilder: Pius Amrein, Nadia Schärli und Eveline Beerkircher)

Das Bürgenstock-Ressort im Abendlicht. (Bild: Pius Amrein (Hergiswil, 12. September 2017))

Das Bürgenstock-Ressort im Abendlicht. (Bild: Pius Amrein (Hergiswil, 12. September 2017))

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