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TOURISMUS: Jeder dritte Schweiz-Reisende aus China besucht Luzern

Sofern das Wetter mitspielt, stehen die Wintersportorte vor einer guten Saison. Die Konjunkturforscher rechnen mit mehr europäischen Gästen. Damit würde sich eine lange Durststrecke ihrem Ende zuneigen.
Rainer Rickenbach
Tourismusdirektor Marcel Perren in seinem Büro in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 10. August 2017))

Tourismusdirektor Marcel Perren in seinem Büro in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 10. August 2017))

Seit bald zehn Jahren leiden die Schweizer Wintersportorte unter rückläufigen Gästezahlen aus dem Ausland. In diesem Winter soll es endlich wieder aufwärtsgehen: Gemäss den Konjunkturforschern von KOF steigt die Zahl der Hotelgäste von Dezember bis März um 3,6 Prozent.

«Schnee und gutes Wetter sind natürlich die Voraussetzung für mehr Gäste in den Wintersportorten», sagte KOF-Chef Jan-Egbert Sturm gestern an einem Medientermin. Die Witterung spielte vor allem in der zurückliegenden Wintersaison nicht mit. Sie bescherte den Hoteliers und Bergbahnen schlechte Zahlen. Anlass zur optimistischen Prognose für den nächsten Winter gibt der wirtschaftliche Aufschwung in Europa und der stärkere Euro, der Ferien in der Schweiz etwas günstiger macht.

Und die Schweizer dürften ihre Wintersportferien vermehrt im eigenen Land verbringen, denn eine Hotelbuchung in Österreich oder im Südtirol ist nicht mehr so günstig wie noch vor einem Jahr, als der Euro weniger als 1.10 Franken wert war. Mehr als die Hälfte der Hotelübernachtungen entfallen in der Wintersaison auf Schweizer Gäste. Beim KOF rechnet man damit, dass aber auch wieder mehr Touristen aus Deutschland, Frankreich und Italien den Weg hierher finden. Sturm: «Es besteht Nachholbedarf.» Bei diesen Gästen kam es nach Ausbruch der Euro-Krise zu starken Rückgängen. Trotzdem: Die Deutschen bilden nach den Schweizern nach wie vor die zweitwichtigste Gästegruppe in den Schweizer Hotels.

KOF stellt bei den Prognosen und Einschätzungen auf die Hotellerie ab, denn bei der Parahotellerie und erst recht bei der Online-Plattform Airbnb ist das Zahlenmaterial unvollständig.

Gäste aus Asien füllen die Hotels

Beim KOF erwartet man für die kommenden zwei Jahren robuste Wachstumszahlen. Angefangen hat der Aufwärtstrend im Tourismusgeschäft schon in diesem Sommer, die Zahl der Hotelübernachtungen stieg um 3,4 Prozent. Es waren in erster Linie die Gäste aus Asien, die für die Musik sorgten. Nach der Delle im vergangenen Jahr machten sich wieder deutlich mehr Gäste aus China zu Europareisen auf. In der Schweiz bilden sie heute mit mehr als 1,2 Millionen Ankünften die fünftwichtigste Gästegruppe, in der Stadt Luzern sogar die wichtigste ausländische.

Und der China-Boom in den Schweizer Hotels setzt sich fort: Gemäss KOF kommen in den nächsten beiden Jahren 15 bis 20 Prozent mehr Reisende aus dem Reich der Mitte in die Schweiz. Wie gross das Potenzial dort ist, lässt sich aus der geringen Pass-Dichte schliessen: Erst 6 Prozent der Chinesen verfügen über ein Reisedokument. Vorab dank der asiatischen Märkte befinden sich die Luzerner Hotels nach dem Stagnationsjahr 2016 wieder auf der Überholspur. Sie legten bei den Übernachtungen bis Ende August um 5,5 Prozent zu, in der ganzen Innerschweiz lag das Plus bei 2,4 Prozent. «Luzern hat sich in China als Topmarke etabliert. Wir rechnen mit mehr Individualgästen», sagt Marcel Perren, Direktor von Luzern Tourismus. Fast jeder dritte Schweiz-Reisende aus China besucht Luzern.

Rainer Rickenbach

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