Tourismus

Tourismus-Präsident de Buman: «Nicht förderlich für das Image der Schweiz»

Das Ansehen der Schweiz hat durch das Ja zum Zuwanderungs-Nein gelitten. Das sagt Dominique de Buman, Präsident des Schweizerischen Tourismus-Verbandes. Mit dem Wegfallen der Personenfreizügigkeit würden nun Probleme auf die Branche zukommen.

Milena Caderas
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Verdirbt der Schweizer Entscheid den Schneesportlern die gute Laune? Diese hier befinden sich im Skigebiet Parsenn in Davos.

Verdirbt der Schweizer Entscheid den Schneesportlern die gute Laune? Diese hier befinden sich im Skigebiet Parsenn in Davos.

Keystone

Der Schweizerische Tourismus-Verband bedauert die Annahme der Einwanderungsinitiative. Er denkt, der Entscheid komme zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Warum?

Dominique de Buman: Was den Tourismus angeht: Die Branche erlebt gerade einen Aufwärtstrend. Kosten werden gesenkt, die Qualität wird gesteigert. Die Einnahmen steigen. Gerade im europäischen Ausland, wo traditionell der Grossteil der Besucher herkommt, hat das Ansehen der Schweiz gelitten. Ausserdem muss Personal rekrutiert werden.

Das Ergebnis der Abstimmung macht die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU einiges komplizierter.

Das Politische aussen vor gelassen: Viele Arbeitnehmer im Tourismus stammen aus dem EU-Raum. Mit dem Wegfallen der Personenfreizügigkeit kommen Probleme auf den Tourismus zu, die man jetzt noch nicht endgültig abschätzen kann.

Es ist nicht das erste Mal, dass Volksabstimmungen kein positives Signal für Gäste aussenden. Man erinnere sich zum Beispiel an die Minarett-Initiative.

In der Tat hat das Volk in den vergangenen Jahren verschiedene Bremsmassnahmen beschlossen. Dabei denke ich nicht nur ans Minarett-Verbot, sondern auch an die Zweitwohnungsinitiative. Solche Volksvoten setzen bestimmt keine Anreize, mit denen das Tourismusland Schweiz neue Gäste anlocken könnte. Im Endeffekt zählt aber die Realität und keine Statistiken. Für das Image der Schweiz ist das Abstimmungsresultat aber sicher nicht förderlich.

Verliert die Schweiz jetzt auch für Arbeitnehmer beispielsweise bei Saisonbetrieben an Attraktivität?

Das denke ich nicht. Die Löhne in der Schweiz sind nach wie vor deutlich höher als in den Herkunftsländern der Gastarbeiter. Mehr Sorgen mache ich mir um den mit den Kontingenten einhergehenden administrativen Aufwand.

Was müssen die Touristiker nun unternehmen, damit sich die Gäste willkommen fühlen?

Ich denke, die Gäste merken, dass sich am Empfang nichts verändert hat. Sie sind sich durchaus bewusst, dass andere Länder, hätten sie die Möglichkeit gehabt, sehr ähnlich abgestimmt hätten.

Worauf kommt es jetzt bei der Umsetzung des Volksbeschlusses an?

Wichtig ist, dass realistische Kontingente festgelegt werden. Es darf zu keinen Engpässen kommen. Die Bürokratie für die Betriebe bei der Rekrutierung muss so tief wie möglich gehalten werden. Dafür wird sich der STV im Speziellen einsetzen, Gültigkeit haben diese Anliegen und damit verbundenen Forderungen aber für die gesamte Wirtschaft. Im politischen Prozess sind alle Parteien aufgefordert, ihre Kräfte zu bündeln.