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TOURISMUS: Tui Cruises CEO: «Den Jungen mangelt es heute an Servicebereitschaft»

Wybcke Meier (48) ist Chefin von TUI Cruises und sitzt im Beirat des World Tourism Forum, das nächste Woche zum fünften Mal stattfindet. Sie sagt, weshalb im Reisebüro Roboter noch nicht den Menschen ersetzt haben.
Wybcke Meier, CEO TUI Cruises (Bild: PD)

Wybcke Meier, CEO TUI Cruises (Bild: PD)

Wybcke Meier, wie steht es um die Attraktivität des Tourismus bei Schulabgängern?

Das Bild hat sich total gewandelt. Als ich mich zur Reisekauffrau ausbilden liess, war der Tourismus eine der beliebtesten Branchen. Dies ist heute anders, und darin gibt es wohl auch keine Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz. Viele Jugendliche gehen heute viel lieber studieren, als dass sie eine Berufslehre absolvieren.

Droht ein Fachkräftemangel?

Wir bei TUI Cruises sehen diesbezüglich keine Probleme. Das hängt mit unserem Tätigkeitsgebiet zusammen. Kreuzfahrten sind beliebt, es ist eine Branche mit vielen starken Marken. Zudem bilden wir unseren Nachwuchs weitgehend selber aus. Weniger rosig sieht es für viele mittelständische Reisebüros aus. Die bekunden zum Teil echte Probleme.

Woran liegt das?

Man hatte ein falsches Bild von der Zukunft. Jahrelang dachte man, die Digitalisierung würde dem Menschen den Job streitig machen, es gebe bald keine Reisebüros mehr. Tatsächlich vereinfacht die Technologie vieles, aber ohne den Menschen geht es nicht. Im Reisebüro geht es um viel mehr, als nur darum, ein ­Ticket für den nächsten Flug rauszulassen. Wir haben es noch immer mit einem emotionalen Produkt zu tun.

Weshalb haben eigentlich Sie sich für den Tourismus entschieden?

Das war ein Zufall. Ich wollte Sprachen studieren. Also bewarb ich mich als Reiseleiterin, weil das damals ein guter Weg war, um in andere Länder zu gelangen und andere Kulturen kennen zu lernen. Ich konnte dann sehr schnell immer mehr Verantwortung übernehmen und blieb so hängen.

Welches war Ihre wichtigste Erfahrung?

Im Tourismus lernen Sie Fähigkeiten, die Sie überall einsetzen können: gute Organisation, Prozessabläufe etc. Sie bekommen einen sehr breiten Hintergrund.

Woran mangelt es den Jungen heute?

An der Servicebereitschaft. Im Tourismus ist es entscheidend, dass man Freude daran hat, anderen einen Dienst zu erweisen. Das sind heute viele nicht mehr gewohnt. Dafür sind sich einige auch zu schade. Unserem Nachwuchs geht es in vielen Bereichen zu gut.

Es gibt diverse Programme zur Förderung des Nachwuchses. Auch im Tourismus. Sie engagieren sich für das World Tourism Forum Lucerne. Weshalb?

Das World Tourism Forum Lucerne ist eine tolle Plattform. Es ist so international ausgerichtet wie wohl kein zweites Förderprogramm. Gleichzeitig ist das Forum in Luzern ein guter Ort, um neue Entwicklung zu erfahren. Man lernt hier, welche Fehler man nicht auch noch selber machen muss.

Sind Sie beim World Tourism Forum Lucerne schon auf junge Nachwuchskräfte gestossen, die Sie am liebsten gleich selber unter Vertrag genommen hätten?

Wir freuen uns immer über die Bewerbung von talentierten Nachwuchskräften, aber im Vergleich zum Beispiel zu internationalen Hotelketten sind wir – trotzdem wir weltweit mit unseren Schiffen unterwegs sind – im Kern doch eine deutsche Kreuzfahrtreederei.

Wie das?

Hinter TUI Cruises stecken zwar mit TUI und Royal Caribbean zwei internationale Firmen. Aber als Unternehmen sind wir sehr stark auf den deutschsprachigen Markt ausgerichtet.

Werden Sie in diesen Tagen wieder am Forum in Luzern anwesend sein?

Leider nicht. Ich weile Anfang Mai in Finnland, wo ich ein weiteres Schiff in Empfang nehmen darf.

Interview: Dominik Buholzer

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