Basel
Touristiker erlebten ein Rekordjahr

Basels Tourismus-Direktor Daniel Egloff zieht vor der morgigen Generalversammlung eine positive Bilanz über das letzte Jahr.

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Toruismus Basel

Toruismus Basel

Markus Vogt

Den Restaurants, den Hotels, der Messe, dem Flughafen et cetera lief es im letzten Jahr ausnehmend gut, also könne man von einem Spitzenjahr reden. Das gleiche gilt für Basel Tourismus: «Wir sind ja auch eine Firma, wir haben Kennziffern, etwa abgewickelte Telefonanrufe, Internet-Hits, verkaufte Logiernächte. Unsere eigenen Zahlen liegen ebenfalls im Rekordbereich», erklärt Egloff.

Insbesondere die Hotellerie hat im vergangenen Jahr gut gearbeitet: Nicht nur wurden mehr als eine Million Übernachtungen erzielt, auch die durchschnittliche Zimmerbelegung ist auf 64,9 Prozent angestiegen. Dies ist ein sehr hoher Wert, in der Schweiz liegt der durchschnittliche Wert bei 52 Prozent. Werktags sei zwar die Zimmerbelegung um 0,4 Prozent zurückgegangen, doch an den Wochenenden habe man um 2 Prozent zugelegt.

Mehr Touristen in Basel

Der Freizeitverkehr nach Basel habe zugenommen, nicht zuletzt auch im Juni während der Euro 2008. Das wirke sich aus auf den durchschnittlichen Zimmerertrag, auch einer wichtigen Kennzahl in der Hotellerie: Alle Sternen-Kategorien hätten sich steigern können. «Das Wachstum der Logiernächte kam nicht nur wegen zusätzlicher Hotelbetten zustanden, wir hatten auch eine Steigerung der Auslastung», bilanziert Egloff. In der Rechnung eingeschlossen sind 62 Hotels mit 3370 Zimmern und 5340 Betten.

Die globale Krise spürt auch der Tourismus in Basel. Die USA, Grossbritannien und Deutschland sind stark betroffen, und weil diese touristischen Märkte für Basel eine grosse Rolle spielen, spürt man dies hier in Form eines eingeschränkten Reiseverhaltens. Die Zahlen aus diesen drei Gebieten sind seit dem Januar 2009 rückläufig.

Aber die Geschichte sei noch nicht so dramatisch wie in Zürich oder Genf. Die Prognose der BAK Basel spricht von einem Rückgang der Logiernächte um 6,2 Prozent, doch Egloff glaubt, dass Basel besser wegkommt und nur eine Einbusse von etwa 5 Prozent erleiden wird. Der Tourismusdirektor setzt auf die Gastromesse Igeho im November und einen grossen Ärztekongress im September (Wonca, Weltorganisation der Hausärzte) sowie auf die stabile Pharmabranche und das Zugpferd Van Gogh.

Standort Barfüsserplatz aufwerten

In naher Zukunft möchte Basel Tourismus seinen Standort am Barfüsserplatz aufwerten. Seit 2003 befindet sich dort Tourist Info, seit damals eigentlich als Provisorium, weil ein neues Stadt-Casino geplant war. Daraus wurde nichts, und nun möchte Basel Tourismus dort länger bleiben. Die Infostelle genügt den Anforderungen nicht mehr: 2003 kamen pro Jahr rund 30 000 Besucher, heute sind es rund doppelt so viele.

Von Bedeutung für die Zukunft wird sein, wie die neue Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Basel-Stadt aussehen wird (für die Jahre 2010 -2013). Zuständig dafür ist Regierungsrat Christoph Brutschin, der Vorsteher des Departementes Wirtschaft, Soziales Umwelt. Der Tourismus blieb bei der Verwaltungsreorganisation im angestammten Departement, was gemäss Daniel Egloff richtig ist: «Wir sehen unsere Arbeit als eine Investition in eine prosperierende Tourismus-Wirtschaft.» Im Herbst wird der Grosse Rat über eine neue Subvention befinden können (heute: 1,84 Millionen Franken im Jahr). Die Unterstützung der öffentlichen Hand sei matchentscheidend, sagt Daniel Egloff, denn nebst originellem Marketing brauche es diverse Anstrengungen, um für die Reiseveranstalter attraktiv zu sein.

Ein weiteres Projekt ist der Auftritt an der Weltausstellung in Schanghai im Jahr 2010, zusammen mit Zürich und Genf. Aktiver werden will Basel Tourismus im Internet-Bereich, weil touristische Information immer mehr im mobilen Internet stattfindet. Vorantreiben und pflegen will man die Kooperationen in der Region, mit Schweiz Tourismus und «CH 7», dem «Verbund» der sieben grössten Schweizer Städte.