Bürstenhersteller
Trisa hofft in Schwellenländern auf weisse Zähne «Made in Switzerland»

Der Bürstenhersteller rechnet damit, dass sich die wachsende Mittelschicht in Schwellenländern in Zukunft vermehrt Zahnbürsten aus der Schweiz leisten wird. Das Geschäftsjahr 2012 beurteilt das Familienunternehmen als «solid».

Thomas Schlittler
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Trisa produziert in Triengen (LU) Zahnbürsten für die ganze Welt. Quelle: Keystone

Trisa produziert in Triengen (LU) Zahnbürsten für die ganze Welt. Quelle: Keystone

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Der traditionsreiche Schweizer Bürstenhersteller Trisa ist mit dem Geschäftsjahr 2012 zufrieden: «Trotz nach wie vor überbewertetem Schweizer Franken und der Eintrübung der Wirtschaftslage in Europa haben wir uns gut behauptet», so das Unternehmen in einer Mitteilung. Der Wechselkurs spielt für das Familienunternehmen mit Sitz in Triengen (LU) eine sehr wichtige Rolle: Im Kerngeschäft Zahnbürsten kommt Trisa auf einen Exportanteil von 95 Prozent. Über das ganze Sortiment gesehen – inklusive Produkten zur Haar- und Körperpflege – beträgt der Exportanteil 57 Prozent.

Der Gruppenumsatz ging im letzten Geschäftsjahr um 1,1 Prozent auf 212,9 Millionen Franken zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug 23,1 Millionen Franken, das sind 4,6 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. Auch der Reingewinn legte von 14,4 auf 19,8 Millionen Franken deutlich zu. Trisa relativiert diese Zahlen: «Die Gewinnsteigerung resultiert aus dem Sondereffekt einer vertraglichen Abnahmegarantie eines Kundenprojekts.» Das operative Ergebnis liege auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Umsatzentwicklung im In- und Ausland verlief gegensätzlich: Während das inlandorientierte Geschäft um 5,6 Prozent zulegen konnte, reduzierte sich das Exportgeschäft um 5,6 Prozent. Am schlimmsten war der Rückgang in den Ländern Südeuropas, welche von der Euro-Schuldenkrise am stärksten betroffen sind. Die Trisa-Chefs Adrian und Philipp Pfenninger sehen jedoch ein Licht am Ende des Tunnels: «Wir glauben, dass die Hälfte der ’sieben mageren Jahre’ hinter uns liegt.»

Die Brüder sind überzeugt, dass der Aufschwung früher oder später kommen wird – und beschäftigen sich deshalb mit der Ära nach der Wirtschaftskrise: «Wir rechnen mit einer steigenden Nachfrage der wachsenden Mittelschicht in den boomenden Schwellenländern.» Diese sollen sich in Zukunft vermehrt Zahnbürsten «Made in Switzerland» leisten. Aber auch Europa will Trisa nicht aufgeben. Mit innovativen Produkten soll es auch in den alten Märkten bald wieder vorwärts gehen. Trisa arbeitet an neuen Konzepten im Bereich manuelle und elektrische Zahnpflege sowie Interdentalpflege. 2012 machten neue Produkte 27 Prozent des Umsatzes aus. Der Start ins Jahr 2013 verlief vielversprechend: «Die ersten Monate zeigen einen positiven Trend», schreibt das Unternehmen.

Trisa wurde 1887 gegründet und ist heute ein weltweit führender Anbieter von Bürstenprodukten in den Bereichen Mundpflege, Haarpflege und Körperpflege. Trisa-Produkte werden auf allen Kontinenten in über 80 Ländern vertrieben. Die mit Abstand wichtigste Betriebssparte ist die Mundpflege, die für mehr als 70 Prozent des Umsatzes verantwortlich ist. Pro Jahr stellt das Unternehmen mit 1100 Angestellten 250 Millionen Zahnbürsten her.