Ypsomed

Trotz Aufbau in China kein Abbau in Solothurn

Der Hersteller von Injektionssystemen, Ypsomed, baut in China eine neue Produktion auf. Für die Standorte Solothurn, Burgdorf und Grenchen ist damit kein Abbau verbunden. Der Standort Schweiz wird sogar noch aufgewertet.

Franz Schaible
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Vor dem Ypsomed-Hauptsitz in Burgdorf BE (Archiv)

Vor dem Ypsomed-Hauptsitz in Burgdorf BE (Archiv)

Keystone

Die diese Woche verbreitete Mitteilung der Burgdorfer Ypsomed liess die Alarmglocken läuten. Der starke Franken drücke auf das Umsatzwachstum und belaste die Gewinnmargen. Nun wolle man Gegenmassnahmen ergreifen: «Für die Fertigung von neuen, überwiegend manuell hergestellten Injektionssystemen wird Ypsomed in Zukunft die Produktion im Ausland in Betracht ziehen müssen.» Müssen dafür die Produktionsstandorte in Burgdorf, Solothurn und Grenchen bluten?

«Keine Produktionsverlagerung»

«Nein», sagt Mediensprecher Benjamin Overney auf Anfrage. «Die Strategie hat auf den Standort Schweiz keinen Einfluss.» In der neuen Produktionsstätte in China würden bislang nicht fabrizierte Modelle von Pens (Injektionssysteme) zu tieferen Kosten produziert. Mit den vor Ort hergestellten Pens will man in Asien neue Marktanteile gewinnen. «Es geht nicht um eine Produktionsverlagerung, sondern um einen zusätzlichen Neuaufbau der Produktion.» Auch das Werk in Tschechien soll ausgebaut werden.

Rückkehr zur Pumpenproduktion

Die gleichzeitig bekannt gegebene Absicht, definitiv wieder ins Geschäft mit Insulinpumpen einzusteigen, wertet den Standort Schweiz gar auf. «Ab 2014 werden wir im Werk Burgdorf eigene Insulinpumpen herstellen», blickt Overney voraus. Das werde zu einem Stellenaufbau führen. Die Ypsomed-Vorgängerfirma Disetronic produzierte bis 2003 bereits Pumpen, dann verkaufte Firmeninhaber Willy Michel den Bereich an Roche und konzentrierte sich auf die Pens.

170 Angestellte in Solothurn

Die von Diabetikern am Körper getragenen Insulinpumpen sind Kleinstgeräte, die computergesteuert über eine Nadel kontinuierlich Insulin abgeben. Hauptvorteil: Für den Patienten entfällt das tägliche Spritzen. Pens sind Injektionssysteme, die manuell betätigt über eine Nadel Insulin dosiert abgeben.

Ypsomed beschäftigt laut Firmenangaben im Werk Solothurn, wo hauptsächlich Nadeln hergestellt werden, rund 170 Angestellte. Am Hauptsitz in Burgdorf sind es rund 520 Beschäftigte, die primär Pens entwickeln und herstellen. In Grenchen betreiben die Burgdorfer die Firma Ypsotec mit etwa 100 Angestellten. Die Tochterfirma stellt Präzisionsteile wie beispielsweise Gewinde für Pens her, fertigt aber auch Teile für Dritte. Insgesamt beschäftigt Ypsomed weltweit rund 1000 Angestellte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (per Ende März) sank der Umsatz um 5,1 Prozent auf 248,6 Millionen Franken und der Betriebsgewinn hat sich auf 5,1 Millionen Franken fast halbiert. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Ypsomed mit einer Stabilisierung.