Trotz Corona: Zug, Obwalden und Schwyz erhalten in Bonitäts-Rating Bestnoten

Die Finanzen der Kantone sind weiterhin grundsolide und ihre Kreditwürdigkeit bleibt trotz Coronakrise auf einem sehr hohen Niveau. Das zeigt das am Mittwoch veröffentlichte «Kantonshandbuch Schweiz 2020» der Grossbank Credit Suisse.

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Kann mit einem Top-Rating auftrumpfen: die Stadt Zürich

Kann mit einem Top-Rating auftrumpfen: die Stadt Zürich

Patrick B. Kraemer / KEYSTONE

(rom) Die jährlich durchgeführte Untersuchung der Kreditwürdigkeit aller 26 Kantone und sechs ausgewählter Städte bestätigt fast alle Ratings des Vorjahres. Einzig der Kanton Wallis wurde herabgestuft und der Kanton Basel-Landschaft mit einem negativen Ausblick belegt. Die Ökonomen der CS betonen jedoch, dass diese Veränderungen nicht mit den Folgen der Coronakrise zu tun haben. Bein Kanton Wallis seien die hohe Verschuldung und die schwachen Werte zum Geschäftsprofil des Kantons ausschlaggebend gewesen. Für den Kanton Basel-Landschaft («Mid AA») senkt die CS den Ausblick auf «negativ». Trotz verbesserter Ertragslage bleibe die Verschuldung des Kantons hoch, nachdem die Behörden die Pensionskasse ausfinanziert hätten, begründet die Bank den Schritt.

Kantone profitieren von guter Bewertung der Schweiz

Unter dem Strich profitierten aber die Ratings der Kantone und von sechs Schweizer Städten von meist gesunden Finanzen, soliden Wirtschaftsdaten und von der Rating-Bestnote «AAA» der Eidgenossenschaft, so die Autoren. An der Spitze der Ratingskala stehen weiterhin die Kantone Zürich, Zug, Waadt, Nidwalden und Schwyz mit einem «AAA»-Rating. Am unteren Ende der Skala, aber immer noch mit einem sehr guten Rating von «High A», befinden sich die Kantone Jura, Tessin und Neuenburg.

Bei den von der CS bewerteten Städten zeigt sich ein ähnliches Bild . Auch hier gibt es bei den Ratings keine Anpassungen. Spitzenreiterin ist weiterhin die Stadt Zürich mit «High AA» gefolgt von Bern und Winterthur mit einem «Mid AA»-Rating und Genf mit der Note «Low AA». Schlechter schneiden Lausanne mit «High A» und Lugano mit «Mid A» ab.

Grösste Auswirkungen der Coronakrise 2021 erwartet

Die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise auf die Finanzen der Kantone und Gemeinden sind laut CS allerdings noch kaum abschätzbar. Aus den Rückmeldungen der Kantone und Gemeinden gehe hervor, dass der Eintritt der grössten materiellen Auswirkungen im Jahr 2021 und möglicherweise später in Form sinkender Unternehmenssteuereinnahmen zu erwarten sind. Zahlreiche Kantone und Städte mussten 2020 zudem höhere Kosten für Notfall- und Unterstützungsmassnahmen tragen, da nur wenige von ihnen hierfür allein auf staatliche Unterstützung setzten.

Die meisten Kantone gaben jedoch an, dass bestehende Finanzreserven, die doppelt so hohe Dividende der Nationalbank und strikte Haushaltsdisziplin ausreichen dürften, um die Mindereinnahmen bei den Unternehmenssteuern zu kompensieren. Zum jetzigen Zeitpunkt werde nicht in Erwägung gezogen, Investitionen zu senken oder zu verschieben, die Steuern zu erhöhen oder neues Fremdkapital aufzunehmen.