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Interview

Chef Urs Riedener verrät, welche Emmi-Produkte in Brasilien populär sind

Emmi verdient im ersten Halbjahr 2019 weniger als im Vorjahr. CEO Urs Riedener erklärt, wieso man trotzdem gut aufgestellt ist
Raphael Bühlmann
Bleibt auch dank breitem Produktportfolio optimistisch: Emmi-CEO Urs Riedener. Bild: Urs Flüeler (Luzern, 5. März 2018)

Bleibt auch dank breitem Produktportfolio optimistisch: Emmi-CEO Urs Riedener. Bild: Urs Flüeler (Luzern, 5. März 2018)

Wie sind Sie zufrieden mit dem ersten Halbjahr?

Urs Riedener: Wir haben ein solides Resultat abgeliefert. Das Wachstum wurde zwar etwas gebremst, dafür haben wir uns strategisch weiter gut positioniert.

Wie?

Wir haben unser breites Produktportfolio weiter anhand von Markttrends ausgebaut. Damit sind wir auch mit wertigen Produkten breit aufgestellt. Italienische Desserts, Ziegenmilchprodukte oder Caffè Latte zählen dazu.

Emmi machte im ersten Halbjahr mehr Umsatz im Ausland als auf dem Heimmarkt. Damit ist ein strategisches Ziel erreicht. Wie sieht das Umsatzverhältnis Schweiz/Ausland in ein paar Jahren aus?

Die Schweiz bleibt unser wichtigster Markt. Insbesondere wenn man noch die Schweizer Ausfuhren berücksichtigt. Diese gehen bei den Umsatzzahlen zwar auf das Konto der Exportmärkte, die Wertschöpfung passiert aber hauptsächlich in der Schweiz. Fakt aber ist, dass das Wachstumspotenzial im Ausland höher ist als in der Schweiz.

Der Heimmarkt bleibt hart umkämpft?

Ja. Schwierig bleibt die Marktstruktur. Viele Anbieter treffen auf wenige, starke Detailhändler. Bei ersteren werden derzeit Kapazitäten ausgebaut oder die wirtschaftliche Situation ist schwierig. Das führt zu Preiskämpfen, die man sich eigentlich nicht leisten kann. Sprich, schwache Mitbewerber verzichten kurzfristig auf Marge, um Mengen halten zu können.

Sie haben für Europa Ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Auch ein Resultat des erstarkten Frankens?

Der starke Franken hilft dem Absatz von Schweizer Produkten im In- und Ausland nicht. Tiefere Umsätze realisierten wir aber im ersten Halbjahr vor allem mit der Gläsernen Molkerei in Deutschland. Ein gesättigter Biomilchmarkt ist als Hauptgrund dafür zu nennen.

Mehr Erfolg hat Emmi mit den Eigenmarken wie Caffè Latte, Energy Milk oder Kaltbach-Käse. Wie zielführend ist es für Emmi, wenn sich eine ganze Schweizer Milchbranche durch Nachhaltigkeitsstandards (grüner Teppich) differenziert?

Ich bin ein grosser Verfechter dieses Branchenstandards. Indem wir das Gute der Schweizer Milchproduktion hervorgehen, können wir uns von Importprodukten abheben.

Im Juni hat Emmi bekannt gegeben, ihre 40-Prozent-Beteiligung an der brasilianischen Molkerei Porto Alegre auf eine Mehrheit von 70 Prozent ausgebaut zu haben. Nun hat die Schweiz ein Freihandelsabkommen mit dem Mercosur verhandelt. Besteht ein Zusammenhang?

Wir haben schon immer nach Brasilien exportiert. Natürlich ist es erfreulich, dass wir nach einem allfälligen Zollabbau bereits gute Distributionsstrukturen vor Ort haben werden. Durch ein Abkommen rechnen wir mit Schweizer Mehrexporten nach Südamerika.

An was denken Sie konkret?

Brasilianer lieben unser Fondue (lacht). Zum Einsatz kommt der Schmelzkäse offenbar oft als Garnitur für ein Fischgericht. Brasilien hat aber selbst eine grosse Käsekultur und wir rechnen damit, diese mit unserem Sortiment ergänzen zu können.

Die in der Schweiz verarbeitete Milchmenge dürfte sich also weiter positiv entwickeln?

Unsere verarbeiteten Mengen steigen nach wie vor. Dies auch dank der starken Absatzleistung und den von Emmi bezahlten überdurchschnittlichen Milchpreisen.

Sind die Pulverwerke von Emmi gut ausgelastet?

Das Pulverwerk in Dagmersellen ist gut ausgelastet, insbesondere im Frühling und über die Festtage entlasten wir den Milchmarkt.

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