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Das Hochdorfer Holzbauunternehmen Tschopp wird schlagkräftiger

Das Hochdorfer Holzbauunternehmen hat 11 Millionen Franken in eine neue Halle und eine neue Produktionsmaschine investiert. Damit passt sich Tschopp Holzbau der Entwicklung in der Branche an.
Roman Schenkel
Marke Eigenbau: Inhaber und Geschäftsführer Ivan Tschopp (links) und Bereichsleiter Holzausbau Alex Elmiger in der neuen Produktionshalle der Holzbau Tschopp AG in Hochdorf. (Bild: Dominik Wunderli (30. August 2018))

Marke Eigenbau: Inhaber und Geschäftsführer Ivan Tschopp (links) und Bereichsleiter Holzausbau Alex Elmiger in der neuen Produktionshalle der Holzbau Tschopp AG in Hochdorf. (Bild: Dominik Wunderli (30. August 2018))

Die neue Produktionshalle ist Marke Eigenbau. Wenn ein Holzbauunternehmen eine neue Produktionshalle erstellt, gehört es sich, dass das Gebäude auch selber gebaut wird. An dieses ungeschriebene Gesetz hat sich selbstverständlich auch die Tschopp Holzbau AG gehalten: 11 Millionen Franken hat das Familienunternehmen an seinem Standort in Hochdorf investiert. Als «Meilenstein» für die Firma bezeichnet Inhaber Ivan Tschopp die neue, 85 Meter lange und 33 Meter breite Produktionshalle. «Wir machen damit einen wichtigen Schritt in Richtung digitale Holzproduktion», sagt er.

Herzstück der neuen Halle ist eine computergesteuerte Produktionsmaschine. Auch sie hat beeindruckende Masse: 4 Meter breit, 58 Meter lang. Riesige Holzplatten werden auf ihr zurechtgefräst, gebohrt, zusammengedübelt. Es ist ein hochautomatisiertes Fertigungswerk. Auf dem Maschinentisch entstehen Bauelemente mit einer Länge von bis zu 16 Metern und mehreren Tonnen Gewicht. Je nach Auftrag versehen die Arbeiter die Wand-, Dach- oder Deckenelemente mit Kabelrohren und Fenstern.

«Stellen werden wir aber sicherlich nicht abbauen»

Die Investitionen seien aufgrund der steigenden Nachfrage nach Holzhäusern und der rasant voranschreitenden Digitalisierung in der Industrie notwendig geworden. Der Innovationsschub – vor allem bei der industriellen Vorfertigung – sei in den vergangenen Jahren enorm gewesen, sagt Tschopp. «Mit diesen wichtigen Investitionen in Gebäude und Maschinen führen wir unsere Produktion in die Zukunft», sagt er. 2005 hat Ivan Tschopp die Geschäftsführung von seinem Vater übernommen. Drei Jahre später kaufte er den Eltern die 1972 gegründete Firma ab. 95 Angestellte zählt die Tschopp Holzbau AG aktuell. Dass der höhere Automatisierungsgrad Stellen wegfrisst, kann Tschopp nicht bestätigen. «Wir werden etwas weniger Aushilfen haben, Stellen werden wir aber sicherlich nicht abbauen», betont er. Allerdings gebe es eine Verschiebung von der Produktion ins Büro. 3D-Modelle, computergesteuerte Maschinen, Austausch von Plänen via Cloud: die Zahl der IT-Spezialisten nimmt in der Holzbranche stark zu.

Der Holzbau hat sich in den letzten Jahren zu einer High-Tech-Industrie gemausert, die auf Digitalisierung, Automatisierung und ein hohes Mass an Vorfertigung setzt. Die Holzbauweise bietet gegenüber dem traditionellen Bauen zahlreiche Vorteile. Der gewichtigste sind die erheblich kürzere Bauzeit und die millimetergenauen Vorarbeiten: «Ein Einfamilienhaus ist mit vorgefertigten Einzelteilen in zwei Tagen zusammengebaut, ein Mehrfamilienhaus binnen einer Woche», sagt Tschopp. Selbst mehrgeschossige Gebäude entstehen teilweise fernab in einer Werkhalle und werden dann innert kurzer Zeit auf der Baustelle montiert. Hinzu kommen die natürlichen Eigenschaften des Baustoffes: «Holz ist ökologisch, die Räume sind atmungsaktiv und haben eine spezielle Atmosphäre. Und zu einem Grossteil kann einheimisches Holz verwendet werden», zählt Tschopp auf. Auch in Sachen Kosten sind Holzbauten konkurrenzfähig.

In der neuen Halle haben wir deutlich mehr Platz. Wir haben die Abläufe unter Einbezug der Mitarbeitenden optimiert.

Mit der neuen Halle und den Investitionen in neuste Maschinen kann auch die Tschopp Holzbau AG in diesem Prozess mithalten. «Wir werden schlagkräftiger und können uns auch um Projekte bewerben, für welche wir zuvor wenig Chancen hatten», sagt Alex Elmiger, Bereichsleiter Holzausbau. Er schätzt die Effizienzsteigerung auf rund 30 Prozent. «Bei gewissen Elementen dürften wir sogar noch mehr Zeit einsparen», sagt er. Noch fehlten aber die Vergleichszahlen, die neue Maschine wurde erst Mitte März in Betrieb genommen. Die industrielle Vorfertigung setzt eine ausgefeilte Logistik voraus. «In der neuen Halle haben wir deutlich mehr Platz. Wir haben die Abläufe unter Einbezug der Mitarbeitenden optimiert», sagt Elmiger. Die Produktion folgt nun einem klaren Ablauf in eine Richtung. Die Halle verfügt zudem über eine Logistikgasse, durch welche 40-tonner fahren, um die Bauelemente aufzuladen.

Neben dem Häuserbau hat sich die Hochdorfer Firma mit der firmeneigenen Innovation «Bresta» (Abkürzung von Brettstapel) weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Das Konstruktionselement aus Massivholz wird in Holzbauten für Decken, Wände oder Dächer verwendet. Das Spezielle daran ist, dass die einzelnen Bretter ausschliesslich durch eingetriebene Holzdübel zusammengehalten werden. 25 000 Quadratmeter produziert das Unternehmen davon pro Jahr. «Rund die Hälfte davon verkaufen wir an andere Holzbauunternehmen», so Tschopp.

Für die neue Halle hat Tschopp von der Organisation Lignum/Holzwirtschaft Schweiz das Zertifikat «Herkunftszeichen Schweizer Holz» erhalten. 80 Prozent des verwendeten Holzes stammt aus der Schweiz. Auf dem Dach wurde zudem eine Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von 260 Kilowatt-Peak montiert. Diese hat Tschopp bereits mehr als positiv überrascht: «Statt einer Rechnung von 16 000 Franken mussten wir für das zweite Quartal nur 250 Franken bezahlen.»

«Tag der offenen Tore» morgen Samstag, 1. September 2018 von 9.30 Uhr bis 16 Uhr. Tschopp Holzabau AG, An der Ron 17, Hochdorf.

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