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Der Flughafen Bern-Belp verliert viele Flüge und gleichzeitig ist ein grosses Ausbauprojekt geplant

Der Flughafen Bern-Belp verliert auf einen Schlag 60 Prozent der Flüge im Linien- und Charterbetrieb. Gleichzeitig steht ein grosses Ausbauprojekt an, mit Steuergeldern bezahlt.
Philipp Felber
Mathias Gantenbein, CEO der Flughafen Bern AG, stellte sich gestern den Fragen zum Grounding von Skywork. (Bild: Anthony Anex/Keystone (Belp))

Mathias Gantenbein, CEO der Flughafen Bern AG, stellte sich gestern den Fragen zum Grounding von Skywork. (Bild: Anthony Anex/Keystone (Belp))

Die YB-Spieler wurden nach ihrem Einzug in die Champions League in Bern euphorisch empfangen. Winkend stiegen die Sporthelden aus einem Flugzeug der Schweizer Fluggesellschaft Skywork. Wenige Stunden später ist klar: Für das kommende Champions-League-Abenteuer muss YB eine neue Airline finden. Skywork bleibt für immer am Boden. Durch das Grounding verliert der Flughafen ein Drittel seiner Einnahmen. Rund zwei Drittel der Flüge im Linien- und Charterbetrieb sind weg. Der Chef des Flughafens Bern, Mathias Gantenbein, sieht den Betrieb unmittelbar nicht gefährdet. Man habe noch in der Nacht auf gestern Kontakt zu Airlines aufgenommen, welche gewisse Lücken schliessen könnten, sagte er gegenüber Tele Bärn. Konkrete Namen nannte er nicht.

In einer Medienmitteilung des Flughafens heisst es, dass man durchaus Potenzial sehe für einen Linien- und Charterbetrieb, auch nach dem Ende von Skywork. Die Zahl von bis zu 300 000 Fluggäste würde dies belegen. Nur: Diese Zahl ist längst überholt. Im letzten Jahr flogen noch 180 000 Gäste von oder nach Bern. Die Anzahl Passagiere ging seit 2012 stetig zurück.

Strategie überprüfen

Gleichzeitig soll der Flughafen ausgebaut werden. Anfang dieses Jahres wurde die vierte Ausbauetappe an die Hand genommen. Der Flughafen ist zu grossen Teilen in privaten Händen, aber auch Stadt und Kanton Bern sind Aktionäre. Der Bund gewährt für den Ausbau ein zinsloses Darlehen über 4 Millionen Franken, der Kanton Bern steuert 2 Millionen zum Ausbau hinzu. Die Gesamtkosten liegen bei rund 18 Millionen. Der Ausbau sei weiterhin berechtigt: «Wenn ich mir die Infrastruktur anschaue, ist eigentlich klar, dass es in verschiedenen Bereichen Optimierungspotenzial gibt», sagt Christian Wasserfallen, FDP-Nationalrat und Präsident der Interessengemeinschaft Berner Luftverkehr. «Für die Bundesstadt-Region ist es ein herber Schlag», sagt Wasserfallen. Gerade für den Bund sei der Flughafen unverzichtbar. «Nirgends sonst sind die Wege kürzer und kann in sinnvoller Zeit der Bundesratsjet abheben», sagt Wasserfallen.

Der Flughafen habe auch nach dem Ende von Skywork eine Daseinsberechtigung. Das Einzugsgebiet sei gross, so Wasserfallen. Die geforderte kritische Masse an Passagiere zu erreichen, sei aber nicht einfach. Das Problem: Die Kosten sind für Regionalflughäfen im Verhältnis viel höher. Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried fordert, dass der Flughafen nun seine Strategie überprüft.

Bazl-Hotline

Rund 11000 Passagiere sind vom Skywork-Grounding betroffen. Wer über ein Reisebüro gebucht hat, erhält dort Hilfe. Wer den Flug direkt bei der Airline gekauft hat, muss sich selbst um eine Lösung und allfällige Versicherungsbeiträge kümmern. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) rät Passagieren, die den Flug in einem Reisebüro gebucht haben, sich dort zu melden. Das Bundesamt betreibt zudem eine Hotline, an die sich die betroffenen Passagiere wenden können. (sda/phf)

Offensichtlich sei die Abstützung von Skywork nicht genügend gross gewesen. Dessen Ende sei nicht unbedingt das Ende der Linienflüge ab Bern, so von Graffenried. Aber die Region sei auch sonst weiterhin ausgezeichnet angeschlossen mit den Flughäfen Zürich, Basel und Genf. Ein Bekenntnis zum Flughafen klingt anders.

Skywork war der sogenannte Homebase-Carrier des Flughafens Bern und mit Abstand der wichtigste Kunde des Flughafens. Bereits im Juni habe sich abgezeichnet, dass Skywork in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnte, sagte ein Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt gegenüber dem Nachrichtenportal «Nau». Es sei aber ein Deal mit einem Investor im Raum gestanden. Am Montag informierte Skywork den Bund, dass das Geschäft geplatzt ist. Die rund 120 Angestellten wurden erst am Mittwochabend informiert. Die Fluggäste gar nicht. Im letzten Monat vermeldete die Airline noch, dass sie in Zukunft von Lugano nach Genf fliegen will. Am Mittwochabend nun das Ende. Auf Anfragen unserer Zeitung reagierte die Fluggesellschaft nicht.

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