Synergien
Übernimmt der US-Konzern Monsanto die Basler Syngenta?

Clariant, Syngenta: Immer wieder heisst es, sie sollen übernommen werden. Monsanto soll an einer Übernahme der Syngenta interessiert sein, Evonik an Clariant. Was steckt dahinter?

Stefan Schuppli
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Der Hauptsitz der Syngenta in Basel. (Archiv)

Der Hauptsitz der Syngenta in Basel. (Archiv)

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg ist der US-Konzern Monsanto in den vergangenen Wochen erneut mit Übernahmeabsichten an den Basler Agrochemiekonzern Syngenta herangetreten. Sowohl Syngenta als auch Monsanto lehnten dazu eine Stellungnahme ab. Das einzig Sichere an der Geschichte: Die Syngenta-Aktie hat am Montag zum Handelsbeginn markant zugelegt, gab aber wieder nach. Damit notiert sie wieder deutlich über dem Höhepunkt, der vor der Aufgabe der Euro-Frankenbindung erreicht wurde.

Ähnliches auch beim Muttenzer Spezialchemie-Konzern Clariant. Vor gut einem Monat kursierten Gerüchte, der deutsche Spezialchemiekonzern Evonik wolle hier übernehmen. Clariant zeigte sich allerdings gänzlich abgeneigt. Die Clariant-Aktie stieg seit Mitte Januar von rund 17 auf 21 Franken.

Wie hoch sind die Hürden?

Die Analystenreaktionen zum Bericht über die Monsanto-Avancen gegenüber Syngenta fallen uneinheitlich aus. Während die einen Experten die wettbewerbsrechtlichen Hürden für einen Zusammenschluss des Weltmarktführers Monsanto mit der Nummer drei im Saatgutgeschäft als hoch erachten, halten sie andere für durchaus überwindbar. In diesem Zusammenhang wird insbesondere auf den bei lediglich acht Prozent liegenden Marktanteil von Syngenta verwiesen. Raum für Vorbehalte der Wettbewerbshüter machen Analysten zum einen im Geschäft mit biotechnologisch verändertem Spezialsaatgut und zum anderen im Schlüsselmarkt USA aus.

Was die Synergien zwischen den beiden Unternehmen anbetrifft, so werden diese auf 600 bis 850 Millionen Dollar geschätzt. Mit Problemen rechnen einige Analysten in den USA. Dort habe sich in den letzten Monaten politischer Widerstand gegenüber transatlantischen Firmenübernahmen gebildet.

In einer Einschätzung der Bank Bernstein heisst es, ein solcher Deal scheine auf den ersten Blick aus ökonomischer Sicht attraktiv. Er sei aber undurchführbar. Die Credit Suisse sieht laut einem Kommentar steuerliche Gründe als einen der Haupttreiber für eine mögliche Übernahme von Syngenta durch Monsanto. Dies dürfte aber auch eine der schwierigsten regulatorischen Hürden bei einem solchen Deal sein.