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UBS: Gute Ergebnisse bleiben ohne Wirkung

Ein überraschend hoher Quartalsgewinn freut die Investoren, doch der Aktienkurs der Schweizer Grossbank bleibt tief und signalisiert die Skepsis der Börse.
Daniel Zulauf
Trotz guter Quartalszahlen: Die Börse scheint der UBS nicht viel Kredit geben zu wollen. (Bild: Gaetan Bally)

Trotz guter Quartalszahlen: Die Börse scheint der UBS nicht viel Kredit geben zu wollen. (Bild: Gaetan Bally)

Die UBS hat im Sommerquartal deutlich mehr verdient als die Finanzanalysten erwartet hatten. In der Zeit von Juli bis September zog die grösste Schweizer Bank aus einem im Vorjahresvergleich zwei Prozent grösseren Geschäftsertrag einen 32 Prozent höheren Gewinn von 1,2 Milliarden Franken. Der Finanzkonzern ist auf gutem Weg, das Jahr mit einem Ergebnis von um die 5 Milliarden abzuschliessen. Es wäre nach 2015 und 2010 zwar nur das drittbeste Resultat seit Beginn der Finanzkrise, dafür – nach Lese­art des Managements – das nachhaltigste. Doch die Begeisterung der Investoren hält sich in engen Grenzen.

Wohl legte der Kurs der UBS-Aktien am Donnerstag gegen den negativen Markttrend um mehr als ein Prozent zu. Doch die Titel verkehren immer noch auf bescheidenem Niveau. Ein aussage­kräftiger Gradmesser für die Bewertung ist der Buchwert beziehungsweise das Eigenkapital pro Aktie. Der Wert belief sich zum Ende des Berichtsquartals auf 13,7 Franken und liegt somit knapp über dem Aktienkurs. Die Interpretation dieses Verhältnisses bedeutet nichts anderes, als dass der Finanzmarkt im Moment nicht daran glaubt, dass die UBS in der Lage ist, für die Aktionäre einen Mehrwert zu schaffen.

Vermögensverwaltung bleibt unter Erwartungen

Für das Management unter Leitung von CEO Sergio Ermotti ist das ein Grund zur Frustration. Am Donnerstag sagte er den zum jährlichen Kapitalmarkttag der Bank nach London angereisten Analysten: «Unsere Ziele werden entweder nicht verstanden, oder wir haben sie nicht gut genug erklärt.» Nach Darstellung des UBS-Chefs belegen die jüngsten Geschäftsergebnisse nicht nur die Vorteile der Drei-Pfeiler-Strategie mit den internationalen Geschäften Vermögensverwaltung und Investment Banking sowie dem breit abgestützten Geschäft im Schweizer Heimmarkt. Vielmehr zeigten die Ergebnisse auch, «dass wir in allen unseren Unternehmensbereichen eine fokussierte Strategie verfolgen, mit der wir Mehrwert für unsere Kunden und unsere Aktionäre schaffen».

Dass diese Botschaft nicht richtig ankommen will, hat freilich gute Gründe. Das gewinnkräftigste Geschäft war nämlich sowohl im Berichtsquartal wie auch in den ersten neun Monaten des Jahres nicht die viel gepriesene Flaggschiffdivision Vermögensverwaltung, sondern die Investment Bank. Obschon die Kunden der UBS Quartal für Quartal neue Gelder in zweistelliger Milliardenhöhe zur Verwaltung anvertrauen, bleibt die Gewinnentwicklung der Sparte deutlich hinter den Zielen des Managements zurück. Umso mehr boomt die Investment Bank, die bei den Aktionären und den Analysten aufgrund der schlechten Erfahrungen aus der Finanzkrise aber immer noch den zweifelhaften Ruf der Unstetigkeit geniesst.

Kritisch beurteilt wird die Qualität des UBS-Gewinns auch vor dem Hintergrund, dass dieser jüngst auch als Folge tieferer Rückstellungen für offene Rechtsstreitigkeiten zugenommen hat. Die UBS ist hier kein Einzelfall. Gemäss einer Studie des Beratungsunternehmens zeb gelingt es einer Mehrheit der 50 grössten Banken Europas nur dank solcher Sondereffekte, die Eigenkapitalrendite zu steigern. Zwar könnte die UBS heuer auf eine Eigenkapitalrendite von gegen zehn Prozent kommen und den europäischen Schnitt damit deutlich übertreffen. Doch die erwartete Rendite läge damit kaum über den Kapitalkosten, die sich aus dem einem risikofreien Zins (Staatsanleihen) zuzüglich einer Risikoprämie ergeben.

«Das Beste kommt noch.»

Im Wissen, dass die Herausforderungen sowohl in der längeren Frist (Digitalisierung und neue Konkurrenz) wie auch auf kurze Sicht (die zittrige Börse lässt die Kunden passiv werden) nicht kleiner werden, scheute die UBS in London auch davor zurück, ihre Finanzziele weiter anzuheben. Derweil versprach Ermotti seinen Zuhörern aber: «Das Beste kommt noch.» Die Restrukturierung, die der Tessiner kurz nach seinem Amtsantritt vor sieben Jahren an die Hand genommen hatte, habe die Bank nicht nur rentabler, sondern viel solider und resistenter gemacht.

Zusätzliche Skalenerträge und neue Wachstumsimpulse verspricht sich die Bank unter anderem aus der Zusammenführung der beiden bislang getrennt geführten Vermögensverwaltungseinheiten für die USA und den Rest der Welt. Die für das vierte Quartal geplante Umstellung der Rechnungswährung von Franken auf Dollar soll die Stabilität der Ergebnisentwicklung auch optisch unterstützen und zudem jährlich 300 Millionen Franken Zinsertrag freisetzen. Auch sollen in den nächsten Jahren erneut Kosten von mehr als einer Milliarde Franken gestrichen werden.

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