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UBS: Chefwechsel zeichnet sich ab

UBS-Chef Sergio Ermotti steht die Tür in den Verwaltungsrat bei der Schweizer Grossbank offen. Der Tessiner Manager könnte bereits in einem Jahr sein Amt als CEO abgeben.
Beat Schmid
Liebäugelt mit einem Verwaltungsratsmandat: UBS-CEO Sergio Ermotti. (Bild: Ennio Leanza/Keystone).

Liebäugelt mit einem Verwaltungsratsmandat: UBS-CEO Sergio Ermotti. (Bild: Ennio Leanza/Keystone).

Die UBS heizt Spekulationen über den Abgang des langjährigen CEO Sergio Ermotti an. Es sei der Zeitpunkt gekommen, an dem man beginnen muss, darüber nachzudenken, wie man die Bank seinen Nachfolgern übergibt. Das sagte UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber in einem TV-Interview mit «Bloomberg». Weber bestätigte, dass die Bank Gespräche mit Kandidaten führe. Zwar fügte er noch an, wonach sich die «Diskussionen in einem sehr frühen Stadium» befänden, doch mit seinen Aussagen trat der Deutsche eine Lawine los.

Kurz zuvor berichtete «Bloomberg», dass die Bank offenbar Gespräche mit Christian Meissner (49) geführt habe, einem Investmentbanker, der aus Österreich stammt und auf eine beeindruckende Karriere bei grossen amerikanischen Investmentbanken zurückblicken kann. Gemäss Recherchen der Redaktion CH Media trifft es zu, dass Meissner angefragt worden ist. Dabei soll ihm offenbar jedoch nicht direkt der CEO-Posten in Aussicht gestellt worden sein, sondern ein Job in der obersten Geschäftsleitung – mit der möglichen Option, aber nicht mit der Garantie, später als Konzernchef nachzurücken.

Gerüchte halten sich schon lange

Nicht erst seit dieser Woche machen Spekulationen über mögliche Wechsel an der Spitze der UBS die Runde. Schon seit einiger Zeit hält sich die Bank mit Gerüchten im Gespräch. Dass die UBS zum Thema wird, kommt nicht von ungefähr: Bei der grössten Schweizer Bank müssen in den nächsten Jahren etliche Topposten neu besetzt werden. Nicht nur auf Stufe Geschäftsleitung, dem sogenannten Group Executive Board, sondern auch im Verwaltungsrat. Dort werden nächstes Jahr mindestens zwei Verwaltungsräte aufgrund von Beschränkungen nicht mehr antreten können.

In der Geschäftsleitung sind einige Manager um die 60 Jahre alt. Schweiz-Chef Axel Lehmann wird dieses Jahr 60, Wealth-Management-Co-Chef Tom Naratil 58. Martin Blessing (der andere Co-Chef im Wealth Management) wird auch schon 56 Jahre alt und Asset-Management-Chef Ulrich Körner 57. Keiner dieser Herren dürfte aufgrund ihres Alters als CEO-Kandidat in Frage kommen. Ermotti selbst wird dieses Jahr 59. Die Bank ist also gefordert, neue und vor allem jüngere Talente anzuziehen. Oder wie es Axel Weber im «Bloomberg»-Interview sagte: «Ein Teil unserer täglichen Arbeit besteht darin, so viele Talente wie möglich für unsere Bank zu gewinnen.»

Kommt es zu einem Wechsel an der operativen Spitze der UBS, dürfte die Karriere von Sergio Ermotti allerdings noch nicht zu Ende sein. Es ist davon auszugehen, dass der Tessiner, der nun schon seit acht Jahren die Bank führt, in den Verwaltungsrat der Grossbank wechseln wird. Diesen Karriereschritt halten enge Weggefährten Ermottis für sehr wahrscheinlich. Nach ein, zwei Jahren als Mitglied des Verwaltungsrats könnte er ab 2022 das Präsidium übernehmen. Auf diesen Zeitpunkt hin wird Webers Rücktritt erwartet. Ein Wechsel in den Verwaltungsrat könnte theoretisch bereits 2019 erfolgen. Doch das wäre eine grosse Überraschung. Wahrscheinlicher ist, dass Ermotti 2020 oder spätestens 2021 ins oberste Gremium gewählt wird. Bis 2022 bliebe ihm genügend Zeit, um Distanz zur Geschäftsleitung zu gewinnen. Eine solche sogenannte Cooling-off-Periode wäre zwingend. Würde der neue CEO zudem von ausserhalb der Bank oder zumindest nicht direkt aus der Geschäftsleitung kommen, wäre der Segen von der Finanzmarktaufsicht Finma so gut wie sicher.

Ein Nachrücken von Ermotti in den Verwaltungsrat hätte zudem den Vorteil, dass nach Kaspar Villiger wieder ein Schweizer an der Spitze der Bank stehen würde. Gleichzeitig stünden der Bank alle möglichen Optionen – auch bezüglich der Nationalität – bei der Suche nach einem CEO offen. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz im Schweizer Banking, dass entweder der CEO oder der Verwaltungsratspräsident Schweizer Staatsbürger ist.

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