Banken
UBS ist «Whistleblower» der Wettbewerbskommission

Im Kartellverfahren gegen die Schweizer Grossbanken sowie elf ausländische Banken liegen die Fakten nun auf dem Tisch. Hinter der Selbstanzeige an die Wettbewerbskommission (Weko) steckt tatsächlich die Grossbank UBS.

Andreas Schaffner
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Eine Schalterhalle der UBS

Eine Schalterhalle der UBS

Keystone

Branchenkenner hatten dies in der az vom Samstag bereits vermutet. Die UBS hat die Behörde auf möglichen Manipulationen des für die Bankenwelt zentralen Libor-Zinssatzes hingewiesen.

In ihrem Quartalsbericht zum vierten Quartal 2011, der gestern publiziert wurde, gibt dies die UBS indirekt zu. Sie geniesse in den Untersuchungen der Wettbewerbsbehörde in der Schweiz und mehrerer Behörden in den USA, Immunität und Strafmilde, heisst es dort nämlich im Kleingedruckten. Die Bank geht ausserdem davon aus, dass sie keine Bussenzahlungen befürchten muss.

Immunität aber gibt es im Kartellverfahren nur für denjenigen, der sich als Erstes bei der Weko selbst anzeigen. Dies bestätigt Weko-Vizedirektor Olivier Schaller. Den Namen des «Whistleblowers» gibt er jedoch nicht preis. Diese Selbstanzeigen dienen als Motivation für Marktteilnehmer, Kartelle anzuzeigen. Offiziell will sich die UBS nicht zu den Details des Verfahrens und ihrer möglichen Position als Selbstanzeigerin äussern. Eine Sprecherin sagt aber vieldeutig: «Wir nehmen diese Untersuchungen sehr ernst und kooperieren vollumfänglich mit den Behörden.»

Im Fokus der Behörden ist ein Milliardenmarkt, entsprechend blank liegen die Nerven in der Branche. Der Vorwurf der Behörden: Dank Manipulationen sollen die Banken ihren Kunden überteuerte Finanzprodukte verkauft haben.