Banken
UBS macht 2,5 Milliarden Verlust und zahlt 2,5 Milliarden Boni

Trotz tiefroter Zahlen zahlt die Grossbrank UBS ihren Chefs fette Boni aus. Für das Geschäftsjahr 2012 schlagen sie mit 2,5 Milliarden Franken zu Buche. Der Verlust und die Boni halten sich damit die Waagschale.

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Die UBS beschwichtig die Zahlung. Im Vergleich zum Vorjahr würden die leistungsabhängigen Zuteilungen um sieben Prozent tiefer liegen, erklärt Sie. Die Bank erklärt zudem, dass die Bonus-Summe damit den niedrigsten Stand seit Ausbruch der Finanzkrise erreicht habe.

Allerdings hat die UBS heute auch weniger Mitarbeiter als noch vor einem Jahr. Die Zahl der Vollzeitstellen sank innert Jahresfrist von 64'820 auf 62'628.

Neues Bonus-Modell

Die Grossbank kündigte ein neues Vergütungsmodell an: Die Boni sollen länger aufgeschoben und weniger in bar ausbezahlt werden sowie an mehrjährige Leistungskriterien gekoppelt werden. Ein Teil der Vergütung verfällt, wenn das Kernkapital der Bank einen Schwellenwert unterschreitet. Zudem dürfen höchstens 2,5 Prozent des bereinigten operativen Ergebnisses als Bonus an die Konzernleitung ausgeschüttet werden.

Mit der Bonus-Kürzung steht die UBS nicht alleine da. Vergangene Woche hatte die Deutsche Bank angekündigt, den Bonus-Pool für 2012 um zwölf Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurückzufahren.

Tiefrote Zahlen

Das Geschäftsjahr verlief für die Bank einmal mehr enttäuschend. Unter dem Strich gab es ein Minus von 2,5 Milliarden Franken.

Allein im vierten Quartal 2012 fuhr die Bank einen Verlust von 1,89 Mrd. Fr. ein. Selbst unter Ausklammerung von Sonderkosten fiel ein Vorsteuerverlust von 1,2 Mrd. Fr. an, wie die UBS am Dienstag mitteilte. Für das Gesamtjahr liegt der bereinigte Vorsteuergewinn mit 3,0 Mrd. Fr. am oberen Ende der UBS-Prognose.

Die Grossbank hatte im Dezember bekannt gegeben, wegen Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor rund 1,4 Mrd. Fr. an mehrere Finanzaufsichtsbehörden zahlen zu müssen. Zudem bildete sie wegen Klagen im Geschäft mit hypothekarisch besicherten Wertpapieren (RMBS) Rückstellungen und auch die Neubewertung von Schulden erhöhte die Kosten.

Im dritten Quartal war ein Verlust von 2,17 Mrd. Fr. vor allem wegen der Neuausrichtung angefallen: Die Investmentbank wird verkleinert und bis zu 10'000 Stellen gehen in den nächsten drei Jahren verloren.

Neue Kunden gewonnen

Für das Gesamtjahr weist die UBS dank eines guten ersten Semesters einen bereinigten Vorsteuergewinn von 3,0 Mrd. Fr. aus. Finanzchef Tom Naratil erklärte in einer Telefonkonferenz, trotz des schwierigen Umfelds habe die UBS bedeutende Fortschritte erzielt.

So profitierte die Bank vom Zulauf von Kunden: Die Neugelder in der Vermögensverwaltung nahmen netto um 11,3 Mrd. Fr. auf 46,9 Mrd. Fr. im Gesamtjahr zu. Insgesamt stiegen die verwalteten Vermögen im vergangenen Jahr von 2088 Mrd. auf 2230 Mrd. Franken.

Die UBS habe ihre Kapitalquoten stärker als vergleichbare Konkurrenten aufgebaut und ihre Bilanz deutlicher zurückgefahren. So baute allein die Investmentbank-Sparte ihre risikogewichteten Aktiven um 81 Mrd. auf 131 Mrd. Fr. ab. Und die Kernkapitalquote berechnet nach dem neuen Regelwerk Basel III erreiche mit 9,8 Prozent bereits jetzt beinahe das erst für 2019 vorgeschriebene Minimum von 10 Prozent.

Die Fortschritte ermöglichten, dass die UBS nun eigene Anleihen im Umfang von bis zu 5 Mrd. Fr. zurückkaufen wolle. Damit würden die künftigen Finanzierungskosten gesenkt, erklärte Naratil.