Geheime Kredite

UBS und CS: Fette Gewinne dank Staatshilfe

Die US-Notenbank hat die Grossbanken viel stärker gestützt als bisher bekannt: UBS und CS haben mit bisher geheim gehaltenen Krediten, welche ihnen von der Fed in der Finanzkrise 2008 gewährt wurden, schöne Gewinne gemacht.

Marcel Speiser
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Das UBS-Gebäude in New York vom Rockefeller Center aus gesehen. key

Das UBS-Gebäude in New York vom Rockefeller Center aus gesehen. key

Konkret geht es bei der Credit Suisse um 285 Millionen Dollar oder 260 Millionen Franken. Bei der UBS sind es 152 Millionen Dollar oder 139 Millionen Franken.

Diese Schätzungen hat die amerikanische US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg veröffentlicht, nachdem die Anwälte der Mutterfirma während mehr als zwei Jahren bis hin zum obersten Gericht dafür gekämpft haben, dass die Notenbank als geheim klassifizierte Daten zur Veröffentlichung freigibt. Was jetzt an Fakten zum Vorschein kommt, schreibt die Geschichte der Finanzkrise und der Bankenrettungen durch das Fed komplett um.

7700 statt 700 Milliarden

Bislang ist die Welt davon ausgegangen, dass die US-Notenbank rund 700 Milliarden Dollar zur Stützung von kriselnden Banken eingesetzt hat. Dieses Programm namens «Tarp» ist vom Kongress offiziell bewilligt worden. Tatsächlich aber unterstützten die US-Steuerzahler die Not leidenden Banken mit einer viel grösseren Summe, nämlich zusätzlichen 7700 Milliarden Dollar. Vom 11 Mal umfangreicheren Plan wussten weder die Öffentlichkeit noch das amerikanische Parlament etwas.

Dabei entspricht die zusätzliche Liquiditätshilfe rund 50 Prozent des amerikanischen Bruttoinlandprodukts. Allein am 5. Dezember 2008 hat die Notenbank unter Ben Bernanke den Finanzhäusern 1200 Milliarden Dollar an Liquidität zur Verfügung gestellt. Und das zu Zinsen, die weit unter den damals marktüblichen Sätzen lagen. Alle unterstützten Banken haben so zwischen August 2007 und April 2010 zusätzliche Erträge von 13 Milliarden Dollar erwirtschaft.

Indem sie die Discount-Kredite einträglicher angelegt haben. Die Banken wurden mit anderen Worten von den US-Steuerzahlern mit 13 Milliarden subventioniert; staatliche Gelder wurden zu privaten Aktionären umverteilt. Rund 3,4 Prozent dieser Subvention flossen dabei zu den Schweizer Grossbanken UBS und CS. Wie hoch der Anteil der zwei Schweizer am gesamten Volumen der Notkredite der Fed war, legt Bloomberg nicht offen.

Von wegen stabil und stark

Die Enthüllungen zeigen auch, wie schamlos Bankmanager ihre Aktionäre und die Öffentlichkeit in der Finanzkrise belogen haben. Allen voran der damalige Chef der Bank of America, Kenneth Lewis. Am 26. November 2008 schrieb er seinen Eigentümern, die «BoA» sei «eine der stärksten und stabilsten Grossbanken der Welt». Er verschwieg, dass die Bank der Fed am gleichen Tag 86 Milliarden Dollar schuldete und damit am Tropf der Öffentlichkeit hing.

Brisant sind die neuen Informationen auch vor dem Hintergrund der jüngsten Aktion der US-Notenbank von diesem Mittwoch. Wie damals stellt sie auch jetzt wieder Dollars zu Discount-Konditionen zur Verfügung.