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UBS: «Wir sind eine Ausbildungsbank»

Nach wie vor kämpft die Bank mit dem Vorurteil, sich nicht für die «normalen Menschen» zu interessieren. Das treffe nicht zu, hält Susanne Thellung, Leiterin der Region UBS Zentralschweiz entgegen.
Roman Schenkel
Susanne Thellung (42), Leiterin der UBS Zentralschweiz. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 7. April 2017))

Susanne Thellung (42), Leiterin der UBS Zentralschweiz. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 7. April 2017))

Roman Schenkel

roman.schenkel@luzernerzeitung.ch

Die UBS will in der Schweiz die Regionen wieder stärken. In der Vergangenheit sei der Fokus zu stark auf Zürich gelegen, sagte UBS-Schweiz-Chef Martin Blessing kürzlich im Interview mit dieser Zeitung. Unter anderem verschiebt die Grossbank rund 500 Stellen nach Schaffhausen. Künftig sollen die UBS-Banker wieder stärker über die ganze Schweiz verteilt werden. Geplant sind ein bis zwei weitere regionale Zentren in ähnlicher Grösse wie in Schaffhausen. Zur Diskussion stehen Orte entlang der Südachse, also von Luzern bis ins Tessin, aber auch die Regionen Mittelland, Solothurn und das Berner Seeland bis nach Biel.

Starker Wettbewerb mit Kantonalbanken

Die UBS teilt die Schweiz in zehn Regionen ein. Die Region Zentralschweiz wird von Susanne Thellung geleitet. Die 42-jährige hat seit 2014 die Verantwortung für die Kantone Luzern, Zug, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden. Im Vergleich zu den anderen Regionen sei die UBS-Abteilung in der Zentralschweiz «eher klein». Auf dem regionalen Bankenplatz ist sie mit einem verwalteten Vermögen von knapp 30 Milliarden Franken aber ein grosser Player. Insbesondere mit den Kantonalbanken stehe die UBS in Konkurrenz. «Hier herrscht starker Wettbewerb», sagt Thellung, die bereits seit 12 Jahren in der Region für die UBS arbeitet.

Dabei habe die UBS nach wie vor etwas mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass sie sich nur für die Reichen interessiere und nicht fürs Geschäft mit den «normalen Menschen». Der oft gehörte Vorwurf treffe aber längst nicht mehr zu: «Wir sind zwar Teil einer Grossbank, doch im Grundsatz sind wir eine lokale Bank», hält Thellung entgegen. Das zeige sich auch an der hohen Anzahl Filialen; in Luzern sind es neun, in Zug vier, in Schwyz fünf, Nidwalden zwei und in den Kantonen Obwalden und Uri je eine. Und dort, wo die Distanz zur Filiale zu gross sei, kämen die Kundenberater auf Wunsch auch bei den Kunden zu Hause vorbei. «Im Kanton Uri zum Beispiel führen wir einen Drittel aller Gespräche bei den Kunden zu Hause durch», sagt Thellung.

Grundsätzlich sei es im Retailgeschäft aber ein grosser Vorteil, den UBS-Konzern im Rücken zu haben, so Thellung. «Wir können auf viele Dienstleistungen des Konzerns zurückgreifen, beispielsweise bei internationalen Fragen. Hinzu kommt, dass unsere Kundenberater rund um die Uhr erreichbar sind», sagt sie. Im vergangenen Jahr konnte die von ihr geleitete Abteilung vom guten wirtschaftlichen Zustand der Region profitieren. «Unsere Region verfügt über grosses wirtschaftliches Entwicklungspotenzial», sagt die studierte Ökonomin. Netto seien im Privatkundengeschäft 2016 rund 3900 neue Kunden hinzugekommen. Die Zentralschweiz sei spannend. «Wir haben mit Luzern und Zug zwei fast gleich grosse Zentren. Es gibt hier viel altes, aber auch neues Geld.» Das sei attraktiv und es gebe viele Chancen, so Thellung.

70 Lehrstellen in der Zentralschweiz

Um diese Chancen zu packen, sei der Kontakt zu den Kunden sehr wichtig, sagt Thellung. Dabei komme den Mitarbeitenden die zentrale Rolle zu. Die Verankerung einer global agierenden Bank in der ländlich geprägten Zentralschweiz gelinge nur dank der hohen Servicebereitschaft und Motivation der Mitarbeitenden, so die Chefin. 340 Mitarbeitende zählt die UBS-Region Zentralschweiz. Hinzu kommen 70 Lernende. «Wir sind eine Ausbildungsbank», sagt Thellung. Das Gros der Kundenberater kommt aus dem eigenen Nachwuchs. «Unsere Standards in der Ausbildung sind hoch, unsere Leute sind auf dem Stellenmarkt begehrt. Die grösste Schwierigkeit sei es jedoch nicht, die Leute zu halten, sondern überhaupt an die guten Leute heranzukommen. Dabei unternimmt Thellung viel: Schnuppernachmittage, Sommerpraktika, Elterninformationen und weitere Aktionen.

Die Ausbildungsstellen seien zu 50 Prozent von Frauen besetzt. Auch setzt Thellung stark auf gemischte Teams. «In den höheren Chargen aber haben wir Mühe, Frauen nachzuziehen», gibt sie zu. Thellung ist die einzige Frau, die eine der zehn Regionen der UBS leitet. Für sie sei das aber sogar ein Vorteil: «Unter all den Männern fällt eine Frau auf.»

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