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Über 4000 Bauarbeiter demonstrieren in Zürich für Rente mit 60

Der Bauarbeiter-Protest hat am Dienstag seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden: Über 4000 Bauarbeiter versammelten sich in Zürich, um sich für die Rente mit 60 und ihren Landesmantelvertrag einzusetzen. Nun gibt es noch zwei Verhandlungsrunden, um sich zu einigen.
Raphael Bühlmann
Kundgebung der Gewerkschaften am Dienstag in Zürich. (Bild: PD)

Kundgebung der Gewerkschaften am Dienstag in Zürich. (Bild: PD)

Am Montag Lausanne, am Dienstag Zürich. Die zwei Städte waren jüngste Austragungsorte der herbstlichen Auseinandersetzung von Gewerkschaften und Baumeistern. Die von Syna und Unia orchestrierten Protesttage hatten bereits Mitte Oktober begonnen. 3000 Bauarbeiter protestierten vor einem Monat in Bellinzona. In Genf haben je 2500 Bauarbeiter während zweier Tage ihre Arbeit niedergelegt. In den Kantonen Fribourg, Wallis, Neuenburg und Jura waren es über 1500 Bauarbeiter. In Bern gingen am vergangenen Donnerstag 1000 Bauarbeiter auf die Strasse. Am Montag und Dienstag zogen nach Angaben der Gewerkschaften jeweils 4000 Demonstranten durch Lausanne beziehungsweise Zürich.

Grund für den verhältnismässig grossen Tumult: der seit drei Jahren gültige Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe (LMV) läuft Ende Jahr aus. Diesem sind in der Schweiz rund 5000 Betriebe angeschlossen, der Vertrag regelt die Arbeitsbedingungen von rund 70 000 Angestellten der Baubranche. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen verschiedene Reformen, die die Gewerkschaften nur im Paket zu akzeptieren bereit sind. Keine Flexibilisierung der Arbeitszeiten, 150 Franken mehr Monatslohn und Rentenalter 60 lauten grob gefasst die Forderungen. Für diese Verknüpfung haben Baufirmen kein Verständnis. Für sie gefährde das Vorgehen der Gewerkschaften aber die bisherigen Verhandlungserfolge für den LMV. Die Gewerkschaften werfen dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) ihrerseits vor, sich den Verhandlungen zu lange verweigert zu haben. Er habe so eine Lösung unnötig verzögert.

Letzter Termin am 28. November

Ohne sich einig geworden zu sein, zog die Protestwelle also gestern durch die Zürcher Innenstadt. Auf der Bahnhofbrücke legten sie einen Stopp ein, um gemeinsam zu Mittag zu essen. «Der Baumeisterverband ist aufgefordert, von seinen Maximalforderungen abzukommen und endlich der vorliegenden Lösung zuzustimmen», sagt dabei Guido Schluep, Branchenleiter Bau der Gewerkschaft Syna. Die Demonstration endete mit einer symbolischen Aktion vor dem Hauptsitz des SBV. «Es war beeindruckend, wir hatten seit Jahren nicht mehr eine solche starke Mobilisierung», schildert Nico Lutz von der Unia die Aktion. Man habe auch nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet. Dass auch Delegationen aus dem Tessin, der Zentral- oder Ostschweiz angereist sind, zeigt die grosse Betroffenheit unter den Bauarbeitern.

Ob die Proteste ihre Wirkung haben werden, bleibt offen. Am Dienstag jedenfalls hielt auch der SBV an seinen Bedingungen fest. «Die Baumeister setzen weiter auf konstruktive Verhandlungen», so der Verband. Dafür erhalten die beiden Parteien noch zwei Gelegenheiten. Die erste folgt bereits am Freitag. Vorstellbar ist, dass vor allem die Baumeister die Verhandlungen noch diese Woche vom Tisch haben wollen. In einer Woche trifft sich der Verband auf dem Campus Sursee zur Delegiertenversammlung. Danach ist am 28. November die letzte Verhandlungsrunde angesetzt.

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