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Überraschender Wechsel an der Spitze von B. Braun

CEO Madeleine Stöckli verlässt den Sempacher Medizinaltechnikprodukte-Hersteller B. Braun. Ursache sind unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens.
Rainer Rickenbach
Madeleine Stöckli, CEO von B. Braun, bei einer Baustellenbesichtigung der inzwischen fertiggestellten Produktionshalle in Escholzmatt. Bild: Eveline Beerkircher (19. Mai 2016)

Madeleine Stöckli, CEO von B. Braun, bei einer Baustellenbesichtigung der inzwischen fertiggestellten Produktionshalle in Escholzmatt.
Bild: Eveline Beerkircher (19. Mai 2016)

Madeleine Stöckli (55) leitet das Tagesgeschäft bei B. Braun erst seit dem 1. Juli 2016. Gestern gab das Unternehmen unerwartet bekannt, Stöckli verlasse die Firma. Grund dafür seien unterschiedliche Auffassungen über die strategische Führung. «Ihr Ausscheiden erfolgt in gutem Einvernehmen und Madeleine Stöckli wird ihre Funktion noch bis mindestens Ende Dezember 2018 weiterführen», heisst es in der Unternehmensmitteilung.

Stöckli selber kommentiert ihren Abgang nicht. «Ich darf keine Stellung dazu nehmen. Das ist mit dem Verwaltungsrat so vereinbart», sagt sie auf Anfrage. Nur so viel könne sie sagen: «Unter meiner Führung ist B. Braun in der Schweiz gut auf Kurs. Das wird sich Ende Jahr zeigen, wenn das Geschäftsergebnis für dieses Jahr vorliegt.»

Drei Chefs in fünf Jahren

Bernhard Kobler, Verwaltungsratspräsident von B. Braun Schweiz, bestätigt die Trennung von Stöckli. Zum Inhalt der Differenzen um die strategische Führung äussert er sich nicht. Der Verwaltungsrat macht sich nun daran, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Stöckli zu finden. «Wir streben einen möglichst nahtlosen Übergang an. Erste Priorität hat eine konzerninterne Lösung», so Kobler. Bei B. Braun kam es in den letzten paar Jahren öfters zu Wechseln an der Unternehmensspitze. Vor fünf Jahren musste Roland Marti aus privaten Gründen den Chefsessel räumen, und sein Nachfolger Hans Kunz übergab vor gut zweieinhalb Jahren mit 65 Jahren aus Altersgründen an Madeleine Stöckli. «Wir streben nun eine langfristige personelle Lösung an der Spitze des Unternehmens an», sagt Kobler. Gestern Vormittag informierte die Unternehmensführung die Mitarbeitenden. Für sie habe die Personalie keine Auswirkungen, versichert Kobler. «Die Strategie den aktuellen Marktveränderungen anzupassen, ist eine Daueraufgabe und kein Grund zur Verunsicherung. Es ist nicht vorgesehen, Stellen abzubauen.»

Stöckli ist in der Zentralschweiz eine der wenigen Frauen an der Spitze eines Unternehmens. Die Pharmazeutin und Ökonomin ist seit 23 Jahren bei B. Braun und gehört seit 16 Jahren der Geschäftsleitung an. Der deutsche Mutterkonzern befindet sich in Familienbesitz, ist in 64 Ländern tätig und beschäftigt weltweit mehr als 61000 Mitarbeitende. In der Schweiz führt er in Sempach, Escholzmatt und Crissier/VD drei Werke, in denen 1023 Angestellte beschäftigt sind. 637 von ihnen im Kanton Luzern. B. Braun stellt mehrere hundert verschiedene Pharma- und Medizinalprodukte wie Desinfektionsmittel, Infusionslösungen, Spritzen oder Mehrweghähne her. In Luzern betreibt die Firma zudem auf dem Areal des Kantonsspitals eine Sterilgut-Aufbereitungsanlage und in der Region Zürich drei Dialysezentren. Zwar erhöht das Unternehmen die Produktionsmengen jedes Jahr, doch der Kostendruck auf dem Gesundheitsmarkt machen ihm in Form von sinkenden Margen zu schaffen. In der Schweiz setzt sich die Kundschaft vor allem aus Spitälern und Pflegeheimen zusammen. Hinzu kam in den zurückliegenden Jahren der starke Franken, der die Preise für die an ihre Schwestergesellschaften im Ausland adressierten Exportgüter in die Höhe schnellen liess.

Im zurückliegenden Jahr stieg zwar der Umsatz um 1,9 Prozent auf 340,4 Millionen Franken. Der Gewinn aber schrumpfte wegen einer ausserordentlichen Rückstellung um fast einen Drittel auf 14,6 Millionen Franken. Stöckli betonte immer wieder, der Ausweg aus Margenerosion und Währungsschwierigkeiten führe über mehr Effizienz. Darum investierte B. Braun viele Millionen Franken in die Erneuerung der Werke in Escholzmatt und Crissier. Für Sempach sind ebenfalls Erweiterungsbauten geplant.

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