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Überraschung und Beruhigung

Reaktionen Erleichterung und eine Gesprächseinladung auf Seiten Sika, Unverständnis und Kampfansage mit dem Weiterzug des Urteils ans Obergericht von Seiten der Familie Burkard – so lautet zusammengefasst die Reaktion auf das vorgestern veröffentlichte Urteil im Übernahmestreit. Peter V. Kunz, Wirtschaftsjurist und Gutachter der Familie, sagt auf Anfrage: «Ich bin offen gesagt überrascht über das Urteil. Das Hauptargument des Kantonsgerichts Zug ist ziemlich einzigartig in der Schweiz: die wirtschaftliche Betrachtungsweise der Transaktion.»

Bei Sika widerspricht man dem. Das treffe nicht zu, heisst es. Die Richter hätten die Auseinandersetzung in einem Gesamtkontext betrachtet. Das Urteil sei sehr sorgfältig begründet. Die Sika-Verantwortlichen verweisen auf die Passagen im fünfzigseitigen Urteil über die Vinkulierung sowie zur beabsichtigten Abwahl einzelner Verwaltungsräte durch die Familie. Die Richter halten ausdrücklich fest, dass Sinn und Zweck einer Vinkulierung das Fernhalten eines unliebsamen Dritten ist. Sie sehen im Vorgehen der Familie einen Versuch, diese Vinkulierung zu lockern oder aufzuheben.

Für die Sika-Verwaltungsräte hat das Urteil – auch wenn es noch nicht rechtskräftig ist – eine beruhigende Wirkung. Drei von ihnen sind mit einer Verantwortlichkeitsklage konfrontiert. Im Urteil des Kantonsgerichts wird ihnen korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten bescheinigt.

Dass die Familie am Freitag kurz nach Urteilsbekanntgabe gleich Berufung ankündigte, hat laut Beobachtern auch taktische Gründe. Ihr Vertrag mit Saint-Gobain läuft bis Juni 2017. Danach kann er von den Franzosen bis Ende 2018 verlängert werden.

Sika-Präsident Paul Hälg bestätigte gestern auf Anfrage, dass Sika der Familie ihre Aktien abkaufen will. Durch diese Lösung würde Sika eigenständig bleiben. Näheres dazu verriet er nicht. Die Familie würde mit der Sika-Lösung wohl rund 2 Milliarden Franken erhalten – statt 2,75 Milliarden Franken, die Saint-Gobain zu zahlen bereit ist. (eme.)

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