UHREN: Eine neue Manufaktur für Bucherer

Die Luzerner Traditionsmarke Carl F. Bucherer expandiert. Im bernischen Lengnau hat man in neue Produktionsräume investiert. CEO Sascha Moeri hat viel vor.

Drucken
Teilen
Die Uhrmacher von Carl F. Bucherer bei der Arbeit in der Manufaktur im bernischen Lengnau. (Bild: PD)

Die Uhrmacher von Carl F. Bucherer bei der Arbeit in der Manufaktur im bernischen Lengnau. (Bild: PD)

Ernst Meier, Lengnau

Sascha Moeri, CEO von Carl F. Bucherer, zeigt sich überglücklich bei der Führung durch die neue Produktionsstätte im bernischen Lengnau. «Wir waren bei der Uhrenherstellung limitiert aufgrund von Produktionsengpässen», sagt Sascha Moeri (43), der seit 2010 für das Tagesgeschäft von Carl F. Bucherer verantwortlich ist. «Jetzt können wir in modernsten Produktionsräumen aus dem Vollen schöpfen», freut er sich. Die Modernisierung der Manufaktur stärke die Identität als Schweizer Traditionsmarke und sei ein Meilenstein der nachhaltigen Wachstumsstrategie von Carl F. Bucherer, erklärt Moeri.

Seit 2002 produziert Carl F. Bucherer seine Zeitmesser in Lengnau. Die gegen 700 Einwohner zählende Gemeinde am Jura-Südfuss ist idyllisch und zugleich verkehrstechnisch ideal gelegen – mit eigenem Bahnhof und Anschluss an die Autobahn A 5. Die «Branchen-Hauptstädte» Biel und Grenchen sind wenige Kilometer entfernt.

Produktion vervierfacht

«In den letzten fünf Jahren ist es uns gelungen, die Produktionszahlen von 6500 auf 25 000 Stück pro Jahr zu erhöhen», sagt Moeri stolz. Komplexe eigene Uhrwerke sind die Königsdisziplin in der Branche und erfordern viel Know-how. Entsprechend darf sich die Lengnauer Produktionsstätte mit der Qualitätsbezeichnung «Uhrenmanufaktur» schmücken. «Wir arbeiten rund fünf Jahre an einem neuen Uhrwerk. Wir testen dies zudem während eines ganzen Jahres, bis es auf den Markt kommt», erklärt Thomas Deeg, Produktionsleiter von Carl F. Bucherer, bei einem Rundgang durch die Manufaktur.

Zum Raum, in dem über zehn Uhrmacherinnen und Uhrmacher hoch konzentriert mit der Werkfertigung beschäftigt sind, haben Besucher keinen Zutritt. Sie können den Angestellten jedoch durch die Glaswand bei der Arbeit zusehen. «Staub und Schmutzpartikel dürfen nicht in den Raum eindringen. Hier wird nach höchsten Sauberkeitsstandards gearbeitet», versichert Thomas Deeg.

100 Millionen Franken Umsatz

Obwohl in der Uhrenbranche wegen des schwächeren Wachstums in China, der Frankenstärke sowie Unsicherheiten im Tourismus aufgrund der Terrorangst allgemein geklagt wird, zeigt sich Sascha Moeri zuversichtlich: «Wir sehen noch viel Potenzial. Gerade in Märkten wie China, wo wir jetzt bereits sehr gut präsent sind, aber auch in Russland, wo wir bisher nicht wirklich vertreten sind.»

Die Uhrenmarke Carl F. Bucherer gehört zur Bucherer-Gruppe. Der global tätige Uhren- und Schmuckverkäufer mit Sitz im Luzerner Tribschenquartier wird in dritter Generation von Verwaltungsratspräsident Jörg G. Bucherer geführt. Der nicht börsenkotierte Familienkonzern gibt nur spärlich Zahlen bekannt. Bucherer schreibt einen Jahresumsatz von über 1 Milliarde Franken und beschäftigt weltweit 1700 Mitarbeiter.

Der Umsatz bei der Tochter Carl F. Bucherer beläuft sich mittlerweile jährlich auf rund 100 Millionen Franken, in Lengnau zählt man 70 Mitarbeiter (Ingenieure, Uhrmacher, Termineure und Kundendienst), weitere 28 Angestellte (Management, Marketing) sind in Luzern tätig. Für das kommende Jahr rechnet CEO Sascha Moeri mit einer Erhöhung der Uhrenproduktion auf 30 000 Stück.