Detailhandel
Umfrage: Beim Preisimage hat Aldi die Nase vorn

Bei der Schweizer Kundschaft gilt Aldi als günstigster Detailhändler, wie die Zeitung „Der Sonntag" berichtet. Zu dem Resultat kommt eine neue repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstitut Marktagent.com bei 500 Schweizerinnen und Schweizer.

Drucken

Keystone

«Welches Unternehmen aus dem Bereich ‹Lebensmittel-Detailhandel› hat Ihrer Meinung nach die günstigsten Preise?» Rund 30 Prozent der Stimmen gingen an den deutschen Hard-Discounter, der es in der Schweiz mittlerweile auf 132 Filialen bringt. An zweiter Stelle folgen nicht etwa die anderen Discounter Lidl (3.) und Denner (4.), sondern die Migros mit rund 20 Prozent Nennungen. «Die Umfrage zeigt, dass unsere Preisabschläge wahrgenommen und geschätzt werden», sagt Migros-Sprecherin Martina Bosshard im „Sonntag". «Im letzten Jahr haben wir über 450 Millionen Franken in tiefere Preise investiert.»

Nur fünf Prozent der Befragten betrachten Coop als günstigsten Anbieter - trotz zahlreicher Preissenkungen. Darüber dürfte Coop-Chef Hansueli Loosli nicht erfreut sein. Coop verzichtete jedoch auf einen Kommentar gegenüber der Zeitung. Für den Detailhandelsexperten Gotthard F. Wangler ist klar: «Das Resultat von Coop zeigt, dass es Hansueli Loosli bis zu seinem Abgang nicht geschafft hat, das Hochpreisimage abzustreifen und zur Migros aufzurücken.»

Loosli tritt im Verlaufe dieses Jahres als Konzernchef zurück und wird Präsident des Verwaltungsrates, sowie Präsident der Swisscom. In den letzten Wochen haben fast alle Detailhändler Preissenkungsrunden lanciert. «Dadurch hat sich der gewünschte Effekt neutralisiert, weil die Kundschaft den Überblick verloren hat», sagt Wangler im „Sonntag". «Insofern waren die vielen Preisrunden eine unnötige Panikreaktion.»