UMSATZSCHWUND: Einkaufszentren tun sich schwer

Trotz höherer Kundenfrequenzen haben die Schweizer Shoppingcenter letztes Jahr erneut weniger verkauft. In der Zentralschweiz gibt es aber eine Ausnahme.

Thomas Griesser Kym
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Für die meisten Einkaufszentren geht es derzeit abwärts. (Bild: Boris Bürgisser (Emmen, 3. November 2015))

Für die meisten Einkaufszentren geht es derzeit abwärts. (Bild: Boris Bürgisser (Emmen, 3. November 2015))

Thomas Griesser Kym

wirtschaft@luzernerzeitung.ch

Vor Jahresfrist waren es «ernüchternde Zahlen», die das Forschungsinstitut GFK Switzerland mit Sitz in Hergiswil für die Entwicklung der Schweizer Einkaufszentren 2015 vorlegte. Damals waren die Umsätze um 3 Prozent geschrumpft. Und jetzt? Die jüngste Untersuchung zeigt, dass die Umsätze 2016 um weitere 1,9 Prozent abgenommen haben. Zum Vergleich: Der Schweizer Detailhandel insgesamt hat letztes Jahr 1,7 Prozent eingebüsst.

Von den grössten zehn Shoppingcentern, angeführt vom Glattzentrum, haben sieben weniger verkauft als im Vorjahr, darunter auch das Seedamm-Center in Pfäffikon (von 236 auf 228 Millionen Franken) als Nummer sechs und das Emmen-Center (von 225 auf 218 Millionen Franken) als Nummer acht. Zugelegt hat einzig die Nummer sieben, das Zugerland Shoppingcenter in Steinhausen (von 220 auf 222 Millionen). Schon im Vorjahr war das Zugerland leicht gewachsen, als eines von zwei in den Top Ten neben dem West­side in Bern.

Dienstleister legen zu

GFK-Direktor Thomas Hochreutener erklärt den kumulierten Umsatzrückgang der Einkaufszentren mit dem «Mix aus Einkaufstourismus, Preiserosion und Online-Vormarsch». Dabei sind die Kundenfrequenzen 2016 um 0,8 Prozent gestiegen, aber die Leute haben weniger gekauft. Zudem ist auch die Gesamtfläche der Einkaufszentren weiter gestiegen, um 0,5 Prozent.

Weniger Umsatz trotz mehr Fläche bedeutet: Die Produktivität sinkt, und das hat sie gemäss GFK fast überall getan. Weit besser entwickelt hat sich dagegen der Detailhandel an grossen Bahnhöfen und am Flughafen Zürich (Airport-Shopping). Aufgeschlüsselt nach Branchen weisen über die letzten fünf Jahre in Einkaufszentren Elektronikhändler und Reisebüros eine Negativtendenz auf. Sport, Mode sowie Do-it und Garten stagnierten auf hohem Niveau. Zugelegt haben vor allem Dienstleister, die in Einkaufszentren relativ neu sind: Ärzte- und Gesundheitszentren oder Kosmetik- und Schönheitssalons.

Solche Angebote vermochten laut GFK «viele Lücken in den Shoppingcentern zu füllen». Zudem können sie ebenso wie Gastronomieangebote geeignet sein, neue Kunden anzulocken.