Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

UMWELTSCHUTZ: Balearen verbannen Diesel- und Benzinautos

Die Balearen wollen zuerst Diesel-, dann Benzinautos verbannen. Elektrofahrzeuge und Sonnenenergie sollen dafür gefördert werden. Damit würde die Inselgruppe zum europäischen Vorreiter in Sachen Umweltschutz.
Ralph Schulze, Madrid
Die Tage der Verbrennungsmotoren in Palma de Mallorca sind gezählt. (Bild: Peter Bischoff/Getty (20. Juni 2011))

Die Tage der Verbrennungsmotoren in Palma de Mallorca sind gezählt. (Bild: Peter Bischoff/Getty (20. Juni 2011))

Ralph Schulze, Madrid

Mallorca will, dass Autovermieter ihre Wagenflotten auf Elek­trofahrzeuge umstellen. Auch das einzige Kohlekraftwerk auf der Insel will man dichtmachen. Das Fernziel der Balearen lautet: nur noch saubere Energie zu benutzen. «Wir wollen Inseln, die nicht die Umwelt verschmutzen», sagt Francina Armengol, regionale Regierungschefin der Balearen.

Armengols wichtigste Waffe auf diesem Weg ist ein neues Klimaschutzgesetz, das gerade im Regionalparlament in Palma beraten wird und im Jahr 2019 in Kraft treten soll.

Sonnenenergie spielt in Spanien kaum eine Rolle

Zuerst soll den Dieselfahrzeugen der Kampf angesagt werden: Ab dem Jahr 2025 sollen zuerst keine neuen Dieselautos mehr zugelassen werden. Zehn Jahre später soll es dann den Benzinmotoren an den Kragen gehen.

Auch Urlauber, die in Zukunft mit dem eigenem Untersatz auf die Ferieninseln reisen wollen, müssten sich dem neuen Gesetz beugen. Ab 2025 dürfen Touristen keine Dieselfahrzeuge mehr auf die Inseln bringen, von 2035 an auch keine Benziner mehr. Da die meisten Feriengäste aber per Flugzeug kommen und sich dann einen Wagen mieten, müssen die Autoverleiher schon bald beginnen, ihre Flotten auf Elektrofahrzeuge umzurüsten. Ab dem Jahr 2035 sollen nur noch Elektroautos auf Mallorca vermietet werden. Damit dieses Ziel erreicht wird, sollen ab 2020 jedes Jahr wenigstens zwei Prozent der Mietwagenflotte auf Elektroantrieb umgestellt werden. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren Tausende von Ladestationen auf den Inseln installiert. Allein auf Mallorca sind im Sommer rund 100000 Mietwagen unterwegs.

Dem Klima zuliebe will die Regierung auch das einzige Kohlekraftwerk auf den Inseln, das im Norden Mallorcas steht, bis 2025 schliessen. Ein Plan, gegen den sich Spaniens konservative Zentralregierung, die in dieser Frage das letzte Wort hat, bisher noch sperrt. Das alte Kohlekraftwerk soll rund 25 Prozent der CO2-Emissionen auf den Balearen verursachen. Statt auf Kohle will man künftig vermehrt auf Sonnenenergie setzen, die auf Mallorca wie in ganz Spanien erstaunlicherweise bisher keine grössere Rolle spielt: Dazu sollen zum Beispiel alle grösseren Parkplatzflächen auf den Inseln mit Solarpaneelen überdacht werden. Zudem müssen bald auf allen neuen Gewerbe- und Indus­triegebäuden Sonnenkollektoren installiert werden. Das Gleiche gilt für Bauten der öffentlichen Verwaltung, die Vorreiter bei Mallorcas Energiewende spielen soll.

Der balearische Klimaschutzplan soll helfen, die Energieziele der Europäischen Union zu erfüllen. Danach müssen bis zum Jahr 2020 europaweit 20 Prozent ­aller Energie aus erneuerbaren Quellen kommen. Davon sind die Balearen heute allerdings noch weit entfernt: Bisher produzieren die Inseln, nach Angaben der Regionalregierung, nur rund 2 Prozent ihrer Energie aus erneuerbaren Quellen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.